zuerst die nicht sooo tollen Nachrichten:
die VK für Nia musste leider auf nächste Woche verschoben werden

aber einmal verschieben ist keinmal verschieben, wir bleiben einfach gespannt
Nun aber endlich Jorindes (und Almas) Geschichte:
Anfang Mai meldete sich eine der Helferinnen meiner TÄ bei mir, da im Laden der Verwandtschaft eine klapperdürre wunderhübsche
BKH auftauchte und krampfhaft versuchte Anschluss zu finden. Die Menschen dort waren nett und haben sie gefüttert und so kam sie die nächsten Tage wieder.
Beim Versuch rauszufinden ob es sich um Kater oder Katze handelt, wurde bemerkt, daß das Tier an seinem Hinterende blutet. Woher das Blut kommt, konnten die Leute nicht feststellen, aber damit war klar, daß hier schnellstmöglich medizinisch geholfen werden musste. Das Einfangen würde dank der Zutraulichkeit kein Problem werden, die Frage war aber: wohin dann nach der Erstbehandlung? Und an der Stelle kam ich ins Spiel.
Ich hab also mein Bad vorbereitet, während das Kätzchen in der Praxis untersucht wurde. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass das Blut auf massiven Giardienbefall zurückzuführen ist und dass die kleine Kätzin gechipt ist und es sogar einen eingetragenen Besitzer gibt. Dieser Besitzer wurde kontaktiert und versprach das Kätzchen am Nachmittag abzuholen.
Also Ende gut, alles gut... ?
Neee, dann gäbs ja keine Geschichte
Während die Helferinnen noch telefonierten und organisierten wurde eine andere Kätzin in die Praxis gebracht, die sich wohl schon eine Weile draußen herumtrieb und von verschiedenen Leuten beobachtet wurde. Sie war ebenfalls sehr verkuschelt auch fremden Menschen gegenüber, aber man dachte, sie wäre halt eine Freigängerin. Irgendwann aber lief sie nur noch auf drei Beinen und nun erbarmte sich eine Frau, sich um diese Katze zu kümmern. Sie rief also im Tierheim an, welches Auskunft gab, sie seien voll und sie solle sich an die Feuerwehr wenden. Die Feuerwehr widerum empfahl das Tier einfach in eine Tierarztpraxis zu bringen, was die Finderin auch tat und in "meiner" Praxis aufschlug.
Nachdem meine TÄ dann fragte, wer für die Behandlung aufkäme, war die mittlerweile arg frustrierte Finderin dann endgültig abgegessen ob der Odyssee wegen eines Tieres, das ihr nicht gehörte und für das sie von keiner Stelle Unterstützung erfuhr. Sie war entsprechend nicht mehr ganz so hilfsbereit und wollte die Kätzin dann halt wieder auf die Straße setzen.
Ooooh-ha!
Da sind die Helferinnen aber auf die Barrikaden gegangen!
Sie besannen sich meines ja bereits hergerichteten Badezimmers und fragten an ob ich denn vielleicht bereit wäre, statt der
Giardien-Mietze nun eine Humpelmietze aufzunehmen...? Nun, irgendwer muss ja den Kreislauf aus Absagen beenden, damit der Mietz geholfen werden kann.
Wir verabredeten, dass ich abends vorbeikomm und die Mietz abhole.
Als ich kurz vor Praxisschluss dort aufschlug, saß das Giardienmädchen auch noch in der Praxis und wartete....
Der Verdacht, dass sie doch nicht abgeholt werden würde, war nicht von der Hand zu weisen und es war Mittwoch, der Tag vor Himmelfahrt, und die Praxis würde auch den Freitag als Brückentag geschlossen bleiben und erst Montag wieder öffnen (worauf der Besitzer auch hingewiesen wurde)...
wat nu?
Die Humpelmietz nahm ich wie vereinbart mit. Da ich aber keine zwei Mietzen in Quarantäne nehmen könnte, blieb die Frage was mit der armen Giardienmietz passieren würde...?
Naaa? Wer ahnt wie die Geschichte weitergeht?
Als der Besitzer wirklich nicht aufschlug, erklärte sich eine der Helferinnen bereit, die Giardienmietz in ihrem Bad über das lange Wochenende zu versorgen. Wohlbemerkt mit der wirklich bitteren Medikamentengabe und der mit den
Giardien einhergehenden excessiven Putzerei!! Das fand ich schon sehr heroisch.
Sie hat das Kätzchen für sich Alma genannt und ihr Herz in Ketten gelegt, damit sie sie auch nach dem Wochenende wieder hergeben könnte.
Am Montag morgen dann fanden die Helferinnen einen Zettel im Praxisbriefkasten, auf dem der Besitzer mitteilte, die Katze nicht wiederhaben zu wollen, da er kein Geld für die Behandlung hätte und sie außerdem dauerrollig sei.
Ich glaub, die Reaktion war eine Mischung aus Lachen und Weinen, denn Alma hatte das Wochenende gut genutzt und sich ins Herz aller Familienmitglieder geschlichen. Sie darf nun bei der Helferin bleiben und wir werden alles geben um den beiden Katern des Hauses die neue Prinzessin schmackhaft zu machen.
Ach ja: die Humpelmietz, die bei mir im Bad gelandet ist, hat meine Tochter Jorinde genannt.
Ihre Untersuchung zeigte, das ihr Beinchen zum Glück nicht gebrochen war. Dafür tat ihr eher sogar die ganze rechte Seite weh, da wollte sie sich zuhause gar nicht mehr anfassen lassen. 10 Tage Metacam hat seine Wirkung getan und zur Kastra war sie wieder schmerzfrei.
Jorinde und Alma wurden übrigens am selben Tag kastriert - irgendwie häng ihr Schicksal weiter zusammen
(Jorinde sagt, der Body ist würdelos, nächstes Mal ich soll schönere Fotos aussuchen...)