Die Pflegis haben die Infektion alle gut überstanden und neue Katastrophen sind bislang ausgeblieben, Juchuh!
Trotzdem ist es hier ruhig geblieben...
Zum einen ist es einfach heiß und die Mietzen liegen einfach nur rum und scheinen wie ich drauf zu warten, dass das Wetter wieder erträglicher wird.
Jorinde
Lissy liebt es trotz der Hitze auf meinem Schoß zu liegen
"Joa, ist heiß... ist aber auch schööööön"
Nuja dagegen liegt eher im Hitzekoma
Juni
Und Thea läßt sich gar nicht mehr blicken
"Thea, wo bist du...?"
Guckuck ...
Zum anderen haben wir, Nias neue Dosine und ich, eine Zusammenführung - man kann nur sagen - geMEISTERT
Nia ist ja zu einer anderen 2jährigen Kätzin gezogen, die in ihrem kurzen Leben bisher vermutlich noch nicht viel schöne Menschen-Erfahrung sammeln durfte. Sie ist eine arme kleine Kreatur mit zu kurzer
BKH-Nase und zusätzlich Scottish-fold-Ohren, die von M. aus einem Büro rausgeholt wurde. Dort musste sie leben, nachdem der dritte(!) Besitzer sie nicht mehr haben wollte und sich auch sonst keiner fand, der sie mit nach Hause nahm. Vermutlich stammt sie aus einer Hinterhof-"Zucht" und wurde bisher ausschließlich als Einzelkatze gehalten, von Menschen, die sicherlich nicht sehr gut kätzisch konnten...
Bei M. präsentierte sie sich als gechillte,
BKH-typisch ruhige, liebe Kätzin, die vermutlich einfach nur glücklich war endlich bei einem Menschen gelandet zu sein, der sich wirklich sorgt und kümmert.
Es ist immer schwierig eine Einzelkatze richtig einzuschätzen, aber in diesem Fall machte ich mir kaum Gedanken, die VK bestätigte den gechillten Charakter und auch ich sah beim Hinbringen nur die "
BKH-Fassade" und schloss davon auf den Charakter
Soweit die Vorgeschichte
Ich brachte Nia selbst in ihr neues Zuhause. Sie bekam ein schönes Ankommenszimmer mit vorerst verdeckter Gittertür.
Ich hatte drum gebeten, die Decke vn der Gittertür erst zu entfernen, wenn Nia alle Lebensfuktionen wie Klo benutzen und Fressen zuverlässig zeigt. (Man erinnere sich: Java hatte uns nur eine Woche zuvor alle mit ihrer Klo-Verweigerung in Atem gehalten...)
Für Nia dagegen war das Klo kein Problem, aber sie fraß dafür erst am dritten Abend.
Am vierten Tag wurde dann die Decke von der Gittertür gelupft. Leider plusterte die Bestandskatze sich auf und war nicht neugierig, sondern empört. Sehr empört! So sehr empört und sauer, dass sie begann in die Gittertür zu springen.
Also wurde die Gittertür wieder zugehängt und nur unter Aufsicht abgehängt. Das interessierte die Dame aber wenig und sie sprang in den folgenden Tagen sowohl ohne als auch mit Decke munter ins Gitter; zunehmend mehr, statt weniger.
Sie schlief entweder oder beobachtete die Gittertür, ließ den Kontrolletti raushängen und steigerte sich in ihre Fixierung rein.
Nia dagegen, hinter der Gittertür, war entsprechend verschüchtert. Sie blieb unzugänglich unterm Bett und fühlte sich einsam und unglücklich
Nicht gut...
M. ist Katzen-Laie, die gerettete Bürokatze ihre Erste. Im Prinzip konnten beide kein kätzisch, weder Mensch noch Bestandskatze.
Nia dagegen ist eine sensible Maus, bei der ich nicht umsonst in die Vermittlungsanzeige geschrieben hatte, dass ihren neuen Mitkatzen Mobbing fremd sein sollte. Nun verhielt sich die Bestandskatze völlig gegenteilig wie erwartet und der Mensch stand der zunehmend angespannten Situation nahezu hilflos gegenüber
Die Vergesellschaftung war im Grunde dazu prädestiniert, schief zu gehen
Und nun...?
Meine Aufgabe bestand nun also darin, M. kätzisch beizubringen, damit sie der Bestandskatze Orientierung und Sicherheit geben kann. Natürlich fernmündlich, denn zwischen hier und dort liegen mehrere hundert Kilometer. Gleichzeitig musste M. versuchen, Nias Vertrauen zu gewinnen, damit sie sich auf ihre neue Menschin einläßt und wieder an Selbstbewußtsein gewinnt um der Bestandskatze irgendwann entgegentreten zu können.
Es war ein echt hartes Stück Arbeit für alle 2 und 4-Beiner, sehr intensiv und herausfordernd. Wir haben unendlich viel geschrieben, beratschlagt, Videos interpretiert und nächste Schritte diskutiert.
Jeden Tag aufs Neue
Und am Ende...
...haben wir es hingekriegt!
Die Kätzinnen laufen gemeinsam und sind nur noch in Abwesenheit der Menschin getrennt. Nia hat ihr Selbstbewußtsein wiedergefunden und sich ihrem neuen Menschen anvertraut. Die Bestandskatze hat gelernt, dass sie nicht alles regeln muss, sondern spielen und chillen kann. Nia hat ihre Sozialkompetenz wiedergefunden und der Bestandskatze gezeigt, dass kätzische Verständigung prima funktioniert und Spaß macht.
Es gab bisher keine einzige Eskalation!
Nun ist es Zeit, loszulassen, mich einmal selbst zu loben und gleichzeitig ein ergebenes Danke an M. zu senden.
Das waren 4 intensive Wochen und ich bin unendlich dankbar, dass M. bei jedem einzelnen Schritt mit mir Rücksprache gehalten hat und jede meiner Ansagen 1:1 umgesetzt hat. Sie hat viel gefragt was in welcher Situation zu bedenken ist und ich hab viel erklärt und begründet. Dann wurde geguckt was machbar ist und wie sich die Situation weiter entwickelt.
M. hat sich in Höchstgeschwindigkeit in Katzensprache eingearbeitet, die Rolle der Oberkatze erlernt und souverän ausgefüllt, eine tolle Beobachtungsgabe entwickelt und die Geduld gehabt die Katzen sich entwickeln zu lassen.
Fazit:
Pflegestellen wird ja nachgesagt, dass sie nicht nur ihre Pfleglinge gut einschätzen können, sondern auch bei der Eingewöhnung noch viel helfen und unterstützen...
Joa, aber das geht nur, wenn der neue Mensch auch bereit ist, diese Hilfe anzunehmen und umzusetzen. Und da hab ich zum Glück bei M. offene Türen eingerannt. Und das wiederum hat in diesem Fall ermöglicht, einen schwierigen Start in einen Erfolg umzuwandeln!