Käfig funktioniert in meinem Kopf eig nur dann, wenn die einziehende Katze sich aggressiv verhält. Der Gedanke eine Katze mitten ins Geschehen zu setzen, auf die dann im schlimmsten Fall vielleicht von zwei Seiten im Käfig eingekloppt wird, gefällt mir auch nicht so. Die kann ja nicht mal zur Stresslinderung ausweichen oder weglaufen.
Dementsprechend würde ich dir zustimmen, dass man das immer von Fall zu Fall überlegen muss. Ich glaube Bauchgefühl sagt einem schon viel.
Ich musste das hier tatsächlich so machen, weil Nala auf die anderen losgegangen ist - natürlich aus Angst und Unsicherheit, aber sie hat die Flucht nach vorne angetreten. Irgendeine Gewöhnung an die anderen mit Gittertür oder gar freilaufend war nicht möglich.
Meine Bekannte aus Bulgarien macht es aber auch so, weil die Neuankömmlinge oft traumatisiert oder wenigstens stark unsicher sind. Sie rettet die von der Straße. Die anderen im Raum sind alle schon sozialisiert und auch nicht aggressiv neuen gegenüber, aber die neuen sind oftmals sehr verunsichert. Teilweise nimmt sie sie in ihr Schlafzimmer und setzt sie dann stundenweise in den Käfig (auch die, die besondere Aufmerksamkeit wegen Verletzungen oder besonders jungem Alter benötigen), teilweise lässt sie die erst mal komplett dort, nimmt sie aber paar Mal am Tag raus und mit in ihr Schlafzimmer, damit sie rumlaufen können und von ihr geknuddelt werden.
Wenn direkt Neugier und keine Aggression/Angst zu beobachten ist, macht sie den Käfig nach 1-2 Tagen auf. Wenn es schwieriger ist, bleibt er da längere Zeit stehen. Im Käfig sind die Katzen sicher und haben die Möglichkeit, das Geschehen der anderen zu beobachten. Und da die Gruppe recht harmonisch ist, beobachten sie nur positives.
Sie hat mir erzählt einmal hatte sie einen richtigen Problemfall. Da musste sie 3 Monate mit Käfig arbeiten, bis es endlich geklappt hat. (War bei Nala ähnlich, wobei sie immer nur etwa die Hälfte des Tages drin war).
Nala hat sich übrigens sehr schnell an den Käfig gewöhnt und sich sichtlich sicher darin gefühlt. Sie ging auch freiwillig rein.
Ich konnte mir das am Anfang auch nicht so ganz vorstellen und fand den Vorschlag seltsam und dachte mir, das kann doch nicht artgerecht sein, aber nö, es war sehr unproblematisch. Sie hatte da ihre kleine Hängematte, Klo, Fressen, Kratzmatte, Spielzeug und war da echt sehr entspannt drin.