Wenn hier über Rasse gesprochen wird, muss man zwei Sachen deutlich unterscheiden: nämlich eine juristische und eine biologische Definition von Rasse.
Kann man vermutlich an einem einfachen Beispiel deutlich machen: jemand kauft sich zwei - ich bleibe mal bei meiner Rasse -
BKH mit Stammbaum und allem drum und dran. So - nun geht er hin, verpaart diese ohne Verein und hat dann Kitten, die keine Papiere haben.
Rein
biologisch sind das natürlich Rassekatzen - die Gene der Eltern verändern sich ja nicht durch die Vereinsmitgliedschaft und ein Stück Papier. Rein
juristisch sind es aber eben keine! Per juristischer Definition, ist nur die Katze eine Rassekatze, die ihre Abstammung nachweisen kann. Keine Papiere, keine Nachweis, keine Rassekatze.
Die Frage nach rassetypischen Erkrankungen ist davon völlig unberührt ... die kann diese juristische Nicht-Rasse-Katze genauso bekommen, wie jeder Rassekatze.
Wenn diese Katze nun keine Rassekatze ist ... was ist sie dann? Offensichtlich ja keine Hauskatze ... also bedient man sich hier des Begriffs der Look-a-like ... Dieser Begriff wird bereits hier - bei der zwar biologisch, jedoch nicht juristischen Rassekatze verwendent ... ebenso, wie bei einem "Fundtier" - das irgendwie "aussieht wie".
Da bin ich fast bei dir. Ich denke, es kommt darauf an, wie nah die Verwandtschaft zu einem reinrassigen Tier besteht, ob rassetypische Krankheiten auftreten können. Wenn jemand Rassekatzen ( also mit Stammbaum ) ohne Vereinszugehörigkeit vermehrt oder Mixe produziert, bei denen mindestens ein Elternteil nachweislich einen Stammbaum hat, können natürlich rassetypische Krankheiten auftreten. Je mehr vermischt, desto weniger Rasse - ergo weniger rassetypische Krankheiten.
Hier muss ich dir ganz klar widersprechen ... je mehr "vermischt" wird, umso
MEHR rassetypische Krankheiten können auftreten. Und das aus einem ganze einfachen Grund: Gene "vermischen" sich nämlich nicht - das heißt die bösen, krankheitserzeugenden Gene werden nicht irgendwie "verdünnt", je mehr man beimischt - sondern ein Gen ist da oder es ist weg. Und nur mit gezielter Zuchtarbeit - das nennt sich dann Selektion - exzellenten Genetikkenntnissen UND einer Portion Glück, kann man solche Gene "ausmendeln" - also wegzüchten. Bei sinnloser Vermehrung weiß niemand mehr, was noch da und was schon weg ist. Und wenn dur fünf Rassen "zusammenmischt" hast du bei ganz viel Pech hinterher die Option auf rassetypische Krankheiten von fünf verschiedenen Rassen.
Der schwachsinnige Irrglaube, Mischlinge wären gesünder basiert auf einem ganz großen Denkfehler: hier geht es in der Regel schlicht um die sogenannte Immundepression. Wird - innerhalb einer Rasse - zu eng gezüchtet, also mit viel Linien- und Inzestzucht, dann zerschießt man damit das Immunsystem der Katzen, weil ein Immunsystem umso besser funktioniert, umso vielfältiger es ist. Je näher Eltern miteinander verwandt sind, umso mehr ähneln sich ihre Immunsysteme und umso eingeschränkter wird das bei Kitten. Und diese Katzen werden anfälliger für alle möglichen Krankheiten - das hat aber nichts mit "rassetypisch" zu tun.
Aber ich bleibe dabei: Bei einer "rassetypischen" Erkrankung in dem Sinne, dass sie bei einer oder wenigen bestimmten Rassen sehr viel häufiger auftritt, ist das Risiko, dass eine Katze dieser Rasse die Krankheit bekommt sher viel höher, als bei einer Look-Alike, wo potentiell viele verschiedene Rassegene beteiligt ist.
... du kannst "dabei bleiben" - genetisch ist das aber Unsinn.
Ist aber doch auch ne ganz einfache Rechnung: Sagen wir mal bei zwei Rassekatzen mit 20 Genen und auf 10 dieser gene liegt die Veranlagung zu der Krankheit, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kitten der 2 Katzen genau diese "kranken" Gene vererbt bekommt sehr viel höher, als bei einer Rassekatze und einer Nicht-Rassekatze, wo nur 5 von 20 Genen "befallen" sind.
Was du hier beschreibst, ist ein sogenannte
polygenetischer Erbgang - oder auch sogenannte
Marker-Vererbung funktioniert auf diese Weise. Nimm das Beispiel Knickschwanz - das ist eine nachweisliche Markervererbung. Ich kenne die genaue Zahl nicht - es geht nur ums Prinzip: Hat eine Katze auf 7 von 10 Genen diesen "
Marker" hat sie einen Knickschwanz. Bei weniger als 7 also z.B. 6 hat sie keinen. Verpaarst du jetzt zwei Katzen dieser Rasse, die beide 6
Marker haben, ist die Wahrscheinlichkeit verdammt hoch, dass mehrere Kitten 7 und mehr
Marker - und damit einen Knickschwanz haben. Diese Form der polygenetischen Vererbung trifft aber auf die meisten "rassetypischen" Krnakheiten nicht zu. Da ist es of ein einziges Gen, was sie auslöst - und wie oben erwähnt es ist da - oder nicht.
Grüße
Nic