Guten Morgen aus dem verschneitem Norden,
meinem Dicken geht es nach dem 2. Tag der Behandlung mit Amikacin gut. Er wirkt natürlich blass und tobt dort nicht herum, aber das ist völlig normal, sagt man uns.
Panthera Tigris, ich habe gestern Abend auch ein paar Antworten erhalten. Das Blutbild des Dicken ist in Ordnung.
Es wird weiter begleitend Marbocyl gegeben und genau deshalb bzw. wie Du schon erwähnt hast....da dieses gegen Mycobakterien wirken kann...wir sind jetzt so verblieben, dass bei ca. 2-3 Tagen Wartezeit nach der Gabe von Amikacin, eine neue Bakterielle-Untersuchung vorgenommen wird....ich berichte weiter.
Edit: Convenia bekommt er nicht mehr, das wurde abgesetzt. Weiter hatte ich nach Etambutol gefragt...Mein Arzt will i.M. darüber noch nicht nachdenken, weil wir dann mit einer Erblindung meines Lieblings rechnen müssten/könnten....i.M. ist das kein Thema.....Panthera Tigris, meinst Du trotzdem, dass ich bei einem neuen Antibiogramm das testen lassen soll? Lg Stefan
Erstmal: offensichtlich haben wir ein wenig die Tage vorbei geredet und die Therapie Entscheidungen scheinen recht gut zu sein. Das mit dem geplanten Abstrich ist sehr gut, wir werden das Ergebnis dann spätestens in einer Woche, etwa Mittwoch, vorliegen haben.
Zur Mykobakteriose:
- Sehr gut dass das Marbocyl (Marbofloxacin) weiter belassen wurde, somit ist eine Mykobakterien-wirksame Therapie gewährleistet. Wie gesagt, die aktuelle
mir verfügbare veterinärmedizinische Literatur sagt, dass eine Einfachantibiose bei der Katze auch ausreichen kann.
- zu meinem Vorschlag Ethambutol:
Ethambutol hat auch Alternativen und macht nicht sooo häufig eine Opticusneuritis wie in der Literatur Glauben gemacht wird und wenn man die Augen ab und an unter Therapie spiegelt kann man rechtzeitig das Medikament wechseln.
Hier dazu Infos beim Menschen (bei Katzen gibt es keine Daten). Heutzutage sind die Fälle sehr selten, da man die Nebenwirkung kennt.
- Alternative zu Ethambutol (das wäre die Empfehlung bei Menschen) wäre bei der Katze vor allem Doxycyclin und Clofazimin (Lampren)
es wäre also eine Erweiterung der wirksamen Therapie, obgleich ungewöhnlich die Therapiekombi, allerdings
in der mir vorliegenden Literatur Therapie erster Wahl.
- Eine Anzucht der Mykobakterien war ja bislang nicht möglich. Da Ethambutol gegen die Mykobakterien wirken soll, kann man (bei fehlender Kultur der Erreger) kein Antibiogramm für die Mykobakterien erstellen.
- Eine Anzucht unter laufender Antibiotikatherapie (nämlich Marbocy.=Marbofloxacin) ist quasi unmöglich und ein Versuch wäre nur rausgeschmissenes Geld. Auch macht es keinen Sinn nach dem Absetzen von Amikacin nochmal den dann fälligen Abstrich auf Mykobakterien zu untersuchen (Es entspräche einer sogenannten Ziel-Neelsen-
Färbung auf säurefeste Stäbchen). Warum? Dass in der Wunde Mykobakterien waren, ist nachgewiesen, drin sind sie sicher noch also kann man nach so kurzer Therapie kann das Marbofloxacin längst nciht absetzen. Darüber hinaus wäre ein negativer Abstrich ohne jeglichen Aussagewert.
- wenn du dich richtig zu Mykobakterien belesen willst habe ich hier einen sehr schönen Artikel gefunden:
http://medres.med.ucla.edu/Education/syllabus/ID/pdf/D2-NTM-04.pdf
Ah, Nachtrag: ich habe endlich
aktuelle MOTT-Therapieempfehlungen für Katzen gefunden. (Hossa!) Auch bei Katzen werden aktuell Kombinationen bei dieser Langzeittherapie empfohlen, um Resistenzbildungen unter der Therapie entgegen zu wirken:
Bei schnell wachsenden MOTT:
doxycycline (5-10 mg/kg PO q 12hr) and/or a fluoroquinolone (Vorsicht Resistenzen ausser
gg. Clarithromycin)
Bei langsam wachsenenden MOTT:
Clarithromycin forms the cornerstone of therapy, but this agent should be combined with clofazimine, rifampicin and/or enrofloxacin (5mg/kg PO q 24hr)
Bei lepromosatösen MOTT:
clarithromycin (62.5 mg/cat PO q 12hr) plus rifampicin (10-15 mg/kg PO q 24hr) and/or clofazimine (25-50 mg/cat PO q 24-48hr) for at least 2 months after clinical resolution