Wer sind die „Bösen“? - das frage ich mich...
Für mich sind das die, die beim Vermehrer kaufen. Die, die vermehren. Die, die ihre Katzen nicht kastrieren lassen. Die, die ihre Katzen aussetzen. Die, die ihre Katzen – egal in welcher Hinsicht – schlecht behandeln und keine Verantwortung übernehmen. Die, die ihre ehemals für süß und herzig befundenen Mutzliputzlis dann doch lieber „abgeben“ (= loswerden) wollen, weil sie mit der Zeit nicht mehr ins eigene Leben passen oder ganz einfach lästig werden. Oder alt. Oder krank. Nach dem Motto: Der Lack ist ab, genug der Katze, jetzt mal was anderes! Was Neues!
Gäbe es all diejenigen nicht, dann wären die Tierheime relativ leer. Dann säßen dort nur die Tiere, die aus einem triftigen Grund abgegeben worden wären. Diese Tiere hätten einen Namen und eine Geschichte, die bei der Vermittlung erzählt werden könnte. Von dem älteren Herrn abgegeben, weil der Freigänger-Kater nicht mit ins Pflegeheim darf. Aus einer Scheidungsfamilie stammend, in der es in den neuen Konstellationen keinen adäquaten Lebensraum mehr für die drei Katzen gibt. Oder aus sonstigen nicht trivialen Gründen, die es eben manchmal gibt. Gut, die "Verlorenen" wären auch noch als Fundkatzen anwesend, könnten aber – wenn gechipt – schnellstmöglich wieder nach Hause vermittelt werden, da es ja ein Zuhause gibt.
Die "Bösen" sind für mich auch die unseriösen Käufer von Katzen aus einer seriösen Zucht. Viel Geld zahlen, vorgeblich viel Status erwerben durch „Rassekatzen“. Wenn man nach einiger Zeit keinen Bock mehr drauf hat, dann einfach bei eBAY für viel Kohle verscherbeln – und das Rückkaufsrecht des Züchters damit unterlaufen. Gibt es auch.
Und die "Guten"?
Für mich sind das diejenigen, die Tierheim-Tiere oder im weiteren Sinne Tierschutz-Tiere adoptieren. Oder die, die – selbst seriös – bei einem seriösen Züchter kaufen. Seriöse Züchter sind für mich auch „die Guten“.
Womit ich selbst schlecht klarkomme? Das sind selbsternannte Gutmenschen. Die mit einem gewissen moralischen Stolz mir vorwerfen, ich hätte auch statt zweier schon ziemlich „erwachsener“ BKH/BLH Rassekatzen, die ich über das (in meinem Fall funktionierende) Rückkaufsrecht der Züchterin adoptieren durfte, auch Tierheim-Katzen aufnehmen können. Nee, nicht können, sondern: sollen! Denn sie selbst – also die Gutmenschen – haben ja auch einem blinden Dreibein-Mupfelchen die Tötungsstation erspart. OK. Jetzt pointiere/karikiere ich – vielleicht zu stark.
Wenn jemand einem blinden Dreibein-Mupfelchen die Tötungsstation erspart, dann finde ich das ohne wenn und aber großartig. Und viele machen so etwas, tun Gutes und sprechen nicht groß darüber. Schlimm finde ich aber das moralische Schwert: Seht her, so habe ich das gemacht, ich bin toll, macht es mir mal nach!
Fazit für mich: Ich habe Rassekatzen und setze mich für den Tierschutz gegen die „Bösen“ ein. Weil ich die wirklich „böse“ finde. Und ich würde mich freuen, wenn seriöse Käufer, seriöse Züchter und Tierschützer gemeinsam einen unemotionalen und nicht so gar moralisierenden Konsens fänden: für Kastration, gegen Vermehrung, gegen Verantwortungslosigkeit!
Liebe Grüße
von den zwei Zwucks und mir