Post aus Bayern

Diskutiere Post aus Bayern im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Ich finde es auch sehr bewegend das alles zu lesen. Das Leben ist nicht nur einfach, hat dir sogar besonders übel mitgespielt - und doch, du hast...
  • Post aus Bayern Beitrag #161
Ich finde es auch sehr bewegend das alles zu lesen.
Das Leben ist nicht nur einfach, hat dir sogar besonders übel mitgespielt - und doch, du hast es ein gutes Stück zurück geschafft.

Alle Achtung und hier auch noch einmal:
Danke für diese tollen Geschichten!
 
  • Post aus Bayern Beitrag #162
Tagung mit Hindernissen
Teil I

Ich bin unterwegs zu einer Tagung auf der ich einen Vortrag halten soll über die Wichtigkeit von ausgebildeten Tierarzt Helferinnen im Tierheim. Da diese Tagung nur hundert Kilometer von meinem Wohnort entfernt ist, fahre ich mit meinem Auto. Im Radio läuft gerade „One Moment in Time“. Ich fahre mit gut hundert Km/h durch eine Waldgegend als ich in einiger Entfernung vor mir am Straßenrand einen PKW sehe der mit eingeschalteter Warnblinkanlage dort steht. Ich werde langsamer und schalte ebenfalls meine Warnblinkanlage an. Vor dem anderen PKW sehe ich eine junge Frau stehen.
Ich halte an und frage sie ob ich helfen kann. Doch sie scheint mich nicht zu hören. Immerzu starrt sie auf den Boden vor ihrem Wagen. Ich stelle mein Auto vor ihres und steige aus. Ich kann nicht sehen was sie die ganze Zeit anstarrt. Vor ihrem Auto liegt nichts. Langsam gehe ich näher. Als ich bei ihr bin, kann ich eine Beschädigung an ihrem Auto erkennen. Es sieht aus als wenn sie ein Tier angefahren hat. Ich spreche nochmals die Frau an und endlich reagiert sie. Sie stammelt: „Da waren auf einmal mehrere Tiere auf der Fahrbahn und dann hat es schon geknallt. Ich habe sofort angehalten doch finde ich die Tiere nicht.“ Ich bücke mich und schaue unter das Auto, doch dort ist nichts. Ich schaue in den Wald, doch auch dort ist nichts zu sehen. Da kommt mir eine verrückte Idee. Ich sage zu der Frau, das sie die Motorhaube öffnen soll. Sie schaut zwar erstaunt aber macht es. Als ich die Haube öffne, sehe ich sofort das kleine Kätzchen. Es ist hinter der Batterie des Fahrzeuges. Das Kätzchen scheint vielleicht 2 Monate alt zu sein. Leider lebt es nicht mehr, stelle ich bei einer schnellen Untersuchung fest. Aber wo ein so kleines Kätzchen ist, können auch noch weitere sein. Ich frage die Frau, wo der Zusammenprall war und in welche Richtung die Tiere liefen. Nachdem sie mir das gesagt hat gehe ich ganz dicht am Waldrand entlang zu der Stelle. Diese ist ungefähr 100 Meter zurück. Die ganze Zeit habe ich den Waldrand im Blick. Da sehe ich ein zweites Kätzchen im Gras liegen. Auch das lebt leider nicht mehr. Vorsichtig hebe ich das kleine hoch und lege es so hin, das ich es gleich wiederfinde wenn meine Suche beendet ist. Ich gehe noch etwa 20 Schritte in die gleiche Richtung weiter, als ich ein leises Miauen vernehme. Ich bleibe stehen und schaue mich um. Irgendwoher muss das Miauen doch kommen. Und dann sehe ich eine Bewegung im Gras. Langsam gehe ich zu der Stelle und finde eine Katzenmutti und vier weitere Kätzchen. Die Mutti und auch eines der kleinen scheinen verletzt zu sein. Als ich mich zu der Mutti bücken will, höre ich hinter mir ein mehrstimmiges knurren. Vorsichtig drehe ich mich um und erblicke zwei große Hunde und 5 Welpen. Auch eines der Welpen scheint verletzt zu sein. Ich fange an mit den Hunden zu reden um sie mit meiner Stimme zu beruhigen. Anscheinend klappt das auch bei der Hündin. Jedoch der Rüde zeigt mir weiterhin seine Zähne und ist am knurren. Ich rede den Hund direkt an: „Mein großer, nun höre mal auf zu Knurren! Ich will euch doch nur helfen. Deine Katzenfreundin ist verletzt und auch eines der Kitten. Eines deiner Kinder ist auch verletzt. Wenn du weiter knurrst, kann ich nicht helfen. Also bitte höre auf!“ Als ich das gesagt habe, schiebt sich die Hündin zwischen uns beide. Sie stößt den Rüden mit ihrer Schnauze an. Dieser hört daraufhin auf zu knurren und schaut mich durchdringend an. Das dauert wohl 2 Minuten so, als ich wieder zu ihm rede: „Mein großer! Deine Frau hat es richtig erkannt. Ich will nur helfen.“ Nach diesen Worten kommt der Rüde einen Schritt näher und schnuppert an meiner Hand. Vorsichtig lege ich meine Hand auf seinen Kopf. Verschreckt springt er einen Schritt zurück um dann wieder nach vorne zu kommen um nochmals an meiner Hand zu schnuppern. Dann geht er einen Schritt zurück und setzt sich hin. Ich kümmere mich um das kleine Katzenkitten und stelle fest, das zumindest ein Vorderlauf gebrochen ist. Sonst scheint das Kitten nichts zu haben. Danach kümmere ich mich um die Mutti. Auch diese hat einen gebrochenen Vorderlauf. Als ich mich dem Hundewelpen zuwenden will, steht der Rüde auf und geht zu einem nahen Gebüsch und steckt seinen Kopf in dieses. Als er seinen Kopf wieder hervor holt, hat er eine kleine Katze in seinem Maul. Er kommt zu mir und legt dieses Kitten ganz vorsichtig vor mich hin. Ich streichle ihm über den Kopf und diesmal schreckt er nicht zurück. Da höre ich eilige Schritte auf mich zu kommen. Als ich hochblicke sehe ich zwei Polizisten die näher kommen. Sofort hebe ich eine Hand und die Polizisten bleiben sofort stehen. Anscheinend ist inzwischen die Polizei da, wie ich feststelle. Es sind drei Polizeifahrzeuge die bei dem Fahrzeug und meinem stehen. Alle haben sie ihr Blaulicht an.

Da ich nicht weiß wie der Rüde reagiert rufe ich ihnen zu, das sie nicht näher kommen sollen. Sie rufen ein OK zurück und bleiben dort wo sie sind. Ich sage ihnen schnell, das es sich hier wohl um verwilderte Tiere handle und ich nicht wüsste wie der Rüde reagiert wenn sie näher kommen. Sie rufen zurück, das sie zunächst da stehen bleiben wollen. Dann sehe ich wie einer der Polizisten in sein Funkgerät spricht. Kurz darauf dreht eines der Fahrzeuge und fährt bei mir vorbei um einige Meter weiter wiederrum zu drehen. Dann bleibt er mit eingeschaltetem Blaulicht in der Nähe stehen.
Ich kümmerte mich um das kleine Kätzchen. Es war sehr schwer verletzt. Aber es lebte noch. In diesem Moment fing der Rüde wieder an zu knurren und ich schaute hoch. Ein dicklicher Mann im schwarzen Anzug kam auf mich zu. Ich beruhigte den Rüden und er stellte sein knurren wieder ein. Als der Mann bei mir war, stellte er sich zuerst vor. Er war Leiter einer Tierklinik, die wohl 100 Kilometer von hier entfernt liegt. Auch ich stellte mich vor. Daraufhin sagte der Mann: „ Dann kann ich ja weiterfahren! Die Tiere sind in den allerbesten Händen. Was Besseres kann ihnen gar nicht passieren!“ Dann fragte er wo er helfen kann und ich zeigte ihm das kleine Kätzchen. Er untersuchte die kleine schnell und meinte dann: „Bei den Verletzungen die die Katze hat, würde ich sie erlösen! Aber ich weiß ja, das gibt es bei Ihnen nicht, solange noch etwas Hoffnung besteht. Auf jeden Fall muss die kleine sofort Operiert werden sonst hat sie die kleine Chance nicht mehr.“ Vorsichtig legte ich die kleine wieder zu der Mutter und dann sah ich nach dem Welpen. Dieser hatte die Gelenkpfanne, in dem der hintere rechte Lauf ist, zertrümmert. Außerdem war der Lauf mehrfach gebrochen. Der Mann schaute mich an, aber er sagte nichts. Ich wusste was er vorschlagen würde, aber das kam nicht in Frage. Zunächst brauchten die Tiere erst mal was gegen ihre Schmerzen. Darum stand ich auf und sagte es auch zu dem Mann. Er sagte das er nichts bei habe, aber ich hatte meine Notfalltasche dabei. Ich schaute auf und sah das mein Auto gerade auf einen Abschleppwagen geladen wurde. Sofort rief ich das das mein Auto ist. Einer der Beamten der in der Nähe stand reagierte sofort und sprach in sein Funkgerät. Daraufhin wurde der Verladevorgang abgebrochen und mein Auto wieder abgeladen. Der fremde Tierarzt neben mir meinte dann, das er weiter muss denn er sei der Tagungsleiter von der Tagung auf der auch ich sprechen sollte. Er verabschiedete sich und stieg in seinen Wagen. Ich bat einen der Beamten zu meinem Wagen zu gehen und die Notfalltasche aus diesem zu holen. Auch das sprach er in sein Funkgerät und kurz darauf sah ich einen weiteren Beamten auf uns zukommen. Als er bei uns war, sah ich das der Abschlepper weg fuhr. Er hatte den Wagen der Frau aufgeladen. Die Frau wurde in einem Krankenwagen, der inzwischen gekommen war, behandelt. Sie hatte einen schweren Schock. Einer der Sanitäter kam ebenfalls und fragte mich ob ich was brauchte. Ich bat ihn um Verbandmaterial. Er warf einen Blick auf die Tiere und wollte wissen was die Haben. Ich erzählte es ihm. Der Sani drehte sich um und lief wieder zu dem Rettungswagen. Ich kümmerte mich wieder um die Tiere. Zunächst gab ich der Katzenmutti eine schmerz stillende Spritze und dann dem Welpen ebenfalls. Dem kleinen Kätzchen gab ich keine Spritze, sie lebte zwar noch aber war ohne Besinnung. Ein Beamter trat auf mich zu und gab mir meinen Autoschlüssel. Dabei sagte er, das er das Auto nach hier gebracht habe. Ich schaute auf und sah in einem Seitenweg meinen Wagen stehen. Auch waren inzwischen alle Polizeifahrzeuge an dieser Stelle. Ein weiterer Beamter gab mir eine Sanitäter Tasche und sagte dabei, das alles darin sei was ich brauche. Ich öffnete die Tasche und sah Verbandmull aber auch einige Schienen. Da kam mir eine Idee. Ich nahm eine breite Schiene und umwickelte die mit Verbandmull. Während ich das Machte, fragte ich ob hier in der Gegend eine TK sei. Einer der Beamten sagte: „Nein, hier gibt es nur ein paar Tierarzt aber in XXXXXX da gibt es ein Tierheim, dort arbeitet eine hervorragende Tierärztin die immer hilft.“ Ich musste lachen und sagte dem Beamten das ich jene TÄ wäre, nur das ich keine TÄ wäre, sondern nur eine Sondergenehmigung habe um Tier ärztlich zu versorgen. Ich fragte ihn ob es möglich wäre bei uns im Tierheim anzurufen. Er sagte das ist kein Problem und wollte wissen was ich übermitteln wolle. Ich sagte ihm, das unser Wagen kommen sollte und das große Besteck mitgebracht werden soll. Außerdem sollte unser Tierarzt informiert werden. Sofort lief der Polizist zu seinem Wagen und ich sah wie er zu seinem Funkgerät griff.
Inzwischen war ich mit der Schiene fertig und ich gab dies einem weiteren Beamten. Dabei sagte ich ihm, das er die Schiene ganz gerade halten sollte und sobald ich das kleine Kätzchen angehoben habe, die Schiene darunter schieben sollte. So machten wir es auch. Sobald die Kleine auf der Schiene lag band ich noch etwas Verbandmull um Schiene und Katze. So konnte sie nicht herunter fallen. Dann wandte ich mich der Katzenmutter zu. Ihren gebrochenen Lauf schiente ich ebenfalls. Bei dem Welpen war es schwieriger, aber auch ihm legte ich einen Verband um und zwar so wie bei einem menschlichen Schulterbruch. So war das Gelenk stabilisiert. Der Rüde schaute mir Aufmerksam zu. Ihn störten inzwischen die Leute nicht mehr die hier herum standen. Der Rüde schnupperte an beiden Katzenbabys und an der Mutter sowie an dem Welpen. Dann kam er zu mir und fing an seinen Kopf an mir zu reiben.
Der Beamte der an seinem Funkgerät gewesen war, kam zu uns und sagte: „Schöne Grüße vom Tierarzt! Er ist unterwegs. Ein Streifenwagen bringt ihn. Ihr Fahrzeug wird auch mit einer Eskorte hierhin gebracht. Wir müssen nur noch warten!“ Ich fragte nach was das heißt mit Eskorte und er sagte mir, das vor und hinter unserem Wagen jeweils ein Polizeifahrzeug fährt, damit sie schnell hier sind und der Tierarzt auch mit vollem Konzert gebracht wird. Ich musste Lachen. Welch eine Ehre für unseren Tierarzt.
Aber gleichzeitig machte ich mir Sorgen um das schwer verletzte Kätzchen. Ich schaute nach ihr, aber es gab keine Veränderung. Ich schaute auf meine Uhr. In diesem Moment sollte ich meinen Vortrag bei der Tagung beginnen. Ich staunte, denn ich war jetzt schon über 2 Stunden hier.
Die Polizisten stellten ihre Fahrzeuge so hin, das zwischen ihnen ein ausreichend großer Platz entstand in den unser Bulli reinfahren konnte, sofern er denn endlich da war. Aber 25 Kilometer legt man nicht in 10 Minuten zurück. Solange war es her, das ich informiert wurde, das unser Tierarzt und unser Wagen unterwegs sind. Ich schätzte das es noch mindestens eine halbe Stunde dauern würde bis alle hier sind. Inzwischen floss der Wochen end Verkehr auf der Straße vorbei. Ich konnte sehen wie die Insassen der Fahrzeuge sich ihre Hälse verdrehten um etwas zu sehen. Da fielen mir die zwei toten Kätzchen ein. Ich fragte wo das Tier ist, welches im Motorraum gelegen hatte. Nachdem ich erfuhr, das es noch an der Stelle liegt wo der PKW gestanden hat, bat ich einen Beamten die beiden zu holen. Zwei Beamte gingen los und kamen nach ein paar Minuten zurück mit den toten Katzen. Während wir warteten stellten die Beamten viele Fragen über unser Tierheim, die ich beantwortete.

Ende Teil I
 
  • Post aus Bayern Beitrag #163
Wieder schaute ich auf meine Uhr. Inzwischen waren 25 Minuten vergangen, das unser Tierarzt gerufen wurde. Leise konnte man ein Martinshorn hören, welches sich näherte. Da sie sich auf der Gegenfahrbahn näherten, gingen vier Beamte an den Straßenrand um den Verkehr anzuhalten. Mit quietschenden Bremsen hielt ein Streifenwagen neben uns und der Tierarzt sprang heraus. Sofort kam er und fragte was los ist und was ich bisher gemacht habe. Schnell erklärte ich ihm alles und er schaute nach dem kleinen Kätzchen. Er meinte das das kleine sofort behandelt werden muss, aber dafür sind keine Geräte da. Da meinte einer der Beamten mit denen der Tierarzt gekommen ist, das sie ja sowieso wieder zurückfahren müssten und der Tierarzt kann mit der Katze wieder mitfahren. Der Tierarzt sagte nur: „Dann man los!“ und lief mit dem Kätzchen, welches auf der Schiene lag, zu dem Streifenwagen. Vier weitere Beamte liefen mit und hielten den gesamten Verkehr an, damit der Streifenwagen wieder drehen konnte. Dann fuhr er mit Blaulicht und Martinshorn wieder von dannen. Der Rüde war neben mich getreten und schaute dem Wagen nach. Auch die Katzenmutti fing an zu Miauen. Ich ging zu ihr hin, der Rüde kam mit, und sagte zu ihr: „ Keine Angst, mein kleines Mädchen. Deine Kleine wird nur schnell zu uns ins Tierheim gebracht, damit ihr geholfen werden kann. Auch du und deine Kitten sowie deine Freunde werden gleich dahin gebracht. Dann siehst du dein Kitten wieder.“ Sie schien mich verstanden zu haben, denn sie hörte auf zu klagen. Auch der Rüde machte „Wuff"
Fünf Minuten später kam auch unser Bulli endlich an. Zunächst wurden die nicht verletzten Tiere in den Wagen gebracht und dann die verletzten. Ganz zum Schluss sprang der Rüde in den Wagen nicht ohne sich vorher bei mir zu bedanken. Dazu stellte er sich auf seine Hinterbeine und legte mir seine Pfoten auf die Schulter. Da ich nur 1,52 m groß bin, hatte er damit keine Probleme. Dann leckte er mir durch mein Gesicht. Wiederum wurde der komplette Verkehr angehalten und dann fuhr unser Bulli mit den Tieren in Begleitung von zwei Streifenwagen zu unserem Tierheim.
Ich bedankte mich bei den Beamten die noch hier waren, nahm meine Notfalltasche und stieg in meinen Wagen. Langsam fuhr ich los um zu der Tagung zu kommen. Etwa 90 Minuten später war ich an dem Hotel wo die Tagung stattfand. Als ich aus meinem Wagen ausstieg stellte ich fest, das meine Hose ganz schmutzig war. Es war mir aber in diesem Moment egal. Ich nahm meine Reisetasche, in der ich meine Bekleidung hatte, und ging in das Hotel. Zunächst ging ich zur Rezeption und nannte meinen Namen. Dann fragte ich nach einem Telefon. Ich wollte im Tierheim anrufen um zu erfahren wie es den Tieren ginge. Ich wählte gerade die Nummer vom Tierheim als ich bemerkte, das mich die Leute vor der Telefonzelle anstarrten. „Das liegt wohl an meiner schmutzigen Hose“ dachte ich und drehte mich um. Dann hatte ich den Tierarzt am Apparat und ich stellte ihm meine Fragen. Er beruhigte mich und sagte, das alle Tiere da sind und auch dem kleinen Kätzchen es den Umständen entsprechen gut gehen würde. Zwar hatte die kleine einen Schädelbruch aber sie würde überleben.
Ich sprach noch ein paar Minuten mit dem Tierarzt dann legte ich den Hörer auf und drehte mich um. Draußen vor der Telefonzelle stand der fremde Tierarzt und als ich die Tür öffnete nahm er mich sofort am Arm und führte mich in den Tagungsraum. Ein anderer Mann kam mit meiner Reisetasche hinterher.
Ich wurde direkt zur Bühne geführt auf der gerade ein anderer Tierarzt stand und seinen Vortrag hielt. Als er uns kommen sah unterbrach er seinen Vortrag und mein Begleiter ging zum Rednerpult. Dann sagte er:“ Meine sehr verehrten Damen und Herren! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich darf ihnen vorstellen: Frau Doktor, naja den Doktor hat sie zwar nicht, aber was nicht ist kann noch werden, Gerda XXXX. Das ist die Frau von denen ich Ihnen zu Beginn der Tagung erzählt habe. Wie ich Ihnen schon gesagt habe, hat Frau Gerda bei einem Unfall mit Tieren, Hunde und Katzen, geholfen damit die Tiere ärztlich versorgt werden. Sicherlich wird sie uns gleich erzählen wie es den Tieren geht.“

Alle in dem Tagungsraum standen auf und spendeten Beifall. Es war mir richtig Peinlich. Dann trat ich ans Rednerpult und erzählte was passiert war und wie ich den Tieren geholfen hatte. Natürlich sagte ich auch das es den Tieren den Umständen gut geht und das nur noch ein Kätzchen uns Sorgen macht. Aber das würden wir, der Tierarzt und ich schon hin kriegen.
Nochmals kam Beifall auf. Ich musste viele Hände drücken, während der Kollege von vorher seinen Vortrag beendete. Gleich anschließend hielt ich meinen Vortrag. Als ich den beendet hatte, wollte ich nur noch auf mein Zimmer. Aber dazu kam ich die nächsten fünf Stunden nicht, soviel fragen zum Unfall und zu unserem Tierheim musste ich beantworten[/FONT][/SIZE]
Am nächsten Morgen, nach dem Frühstück fuhr ich wieder zurück zu unserem Tierheim. Als ich dort ankam ging ich sofort auf die Krankenstation. Auch der Tierarzt war da. Er begrüßte mich und ich musste erst mal erzählen was den auf der Tagung so abgelaufen ist. Anschließend gingen wir gemeinsam zu dem kleinen Kätzchen. Auch die Mutti mit ihren anderen Kitten war in dem Raum sowie die Hunde. Das kleine Kätzchen war noch sehr schwach aber es schaute mich dankbar an. Auch das zweite verletzte Kätzchen bedankte sich bei mir. Die ganze Zeit war der Rüde neben mir und war leise am jaulen. Ich streichelte ihn über den Kopf und er ging zu dem Verletzten Welpen, der in einem Korb lag. Leider musste der Tierarzt den verletzten Hinterlauf amputieren. Aber auch dieser schaute mich dankbar an. Dann meinte der Tierarzt: „Es ist schon erstaunlich was du hier siehst. Der Rüde ist nicht der Vater von den Welpen. Er ist schon mindestens 7 Jahre alt und seit mindestens 6 Jahren Kastriert. Die Mutter ist gerade mal 3 Jahre alt. Hier scheinen sich ein paar Streuner gefunden zu haben und er hat alle adoptiert. Auch die Katzen, sonst hätte er dir mit Sicherheit nicht das kleine gezeigt. Außerdem hab ich bei ihm eine Tätowierung gefunden und gleich morgen werde ich anfragen, ob über das Tier etwas bekannt ist.“ Ich gab dem Tierarzt in dem Punkt Recht, das die Tiere sich wohl zusammen gerauft haben.

Am nächsten Morgen hat der Tierarzt dann bei der Zentralstelle angerufen und erfuhr auch sehr schnell wo der Hund hingehört. Er kam daraufhin schnell ins Tierheim, weil auch ich neugierig war. Er gab mir die Telefon-Nummer und sagte:“ Ruf du mal an. Es ist besser wenn das von einem Tierheim her geschieht. Im Übrigen ist der Hund vor 6 Jahren bei einem Urlaub am Gardasee verloren gegangen. Anscheinend war er auf dem Weg nach Hause.“ Wir sprachen noch kurz darüber ob das möglich ist, das ein Hund über diese Entfernung und Zeit immer noch auf dem Weg nach Hause war, dann griff ich zum Telefon. Ich wählte die Nummer die der Tierarzt mir gegeben hatte. Am anderen Ende wurde abgenommen und ich hörte die Stimme einer Frau. Ich stellte mich vor und sagte auch das ich Tierheim-Leiterin bin in XXXXXX. Danach sagte ich: „Sie haben doch vor 6 Jahren ihren Hund am Gardasee verloren. Der befindet sich nun hier bei uns. Er war in einen Unfall verwickelt bei dem 2 andere Tiere getötet wurden und 4 andere schwer verletzt. Wobei wir nicht wissen ob nicht doch noch ein Tier sterben wird.“ Daraufhin meinte sie: „Es ist richtig das unser Hund vor 6 Jahren weg gelaufen ist. Aber er lebt mit Sicherheit nicht mehr. Nein das kann nicht unser Basti sein!“ Sprachs und legte auf.

Sprachlos sah ich den Tierarzt an und der sagte: „Das gibt es doch nicht. Gib mir mal das Telefon!“ Dann wählte er die Nummer noch mal. Als am anderen Ende abgenommen wurde sagte er: „Gut das sie dran sind Herr xxxxx. Ich bin Dr. yyyyy vom Tierheim in XXXXXX. Frau Gerdaxxxx hat es schon ihrer Frau gesagt, das sich hier im Tierheim ihr Basti befindet. (kleine Pause) Doch wir sind uns ganz sicher. Der Hund hier hat eine Tätowierung und aus dieser geht hervor, das das ihr Hund ist. (kurze Pause) O.K. wir erwarten Sie.“ Danach legte er auf. Er wandte sich an mich und sagte: „Alles klar. Voraussichtlich kommen sie heute Nachmittag. Er hat zwar ein Auto, kann aber momentan nicht fahren da er ein Bein gebrochen hat. Er fragt seinen Sohn ob der sie fahren kann. Wenn der Sohn keine Zeit hat, meldet er sich wieder. Ansonsten werden sie gegen 16.00 Uhr da sein. Sie wohnen etwa 100 KM von hier. So, jetzt muss ich aber los. Meine Patienten warten!“ Damit drehte er sich um und verließ das Tierheim.
Gegen 15.30 Uhr war der Tierarzt wieder da. Ich hatte gerade Kaffee für uns beide eingeschüttet als draußen auf dem Parkplatz eine englische Luxuslimousine vorfuhr. Der Tierarzt meinte: „Schönes Auto, aber dafür kann ich mir auch ein Haus bauen!“ Ich musste ihm Recht geben. Aus dem Wagen stiegen 3 Personen aus. Eine Frau von etwa 65 Jahren, ein Mann in etwa im gleichen Alter und der fremde Tierarzt von der Landstraße. Der hatte den Wagen gefahren.

Ich ging zusammen mit dem Tierarzt ihnen entgegen um sie zu begrüßen. Die alten Leute glaubten es noch immer nicht. Zusammen gingen wir erst in mein Büro. Dort bot ich ihnen eine Tasse Kaffee an, die sie auch erst mal annahmen. Dann ergriff der Fremde Tierarzt (Ich nenne ihn Heinz) das Wort. „Als mein Vater mich anrief sagte er sofort das da zwei Spinner angerufen haben die behaupteten das Basti bei ihnen im Tierheim sei. Ich fragte nach dem Namen des Tierheim und er nannte mir dieses. Dann hab ich ihn gefragt wer denn angerufen hat. Als er sagte das sie beide angerufen haben, wusste ich da haben keine Spinner angerufen. Ich freue mich endlich hier in diesem Tierheim zu sein und werde es mir natürlich ansehen, wenn sie es erlauben.“ Ich sagte ihm, das er sich natürlich das Tierheim ansehen kann. Ich würde ihn dann selbst führen. Dann fragte er woher der Hund denn komme. Ich sagte zu ihm: „ Sie kennen ihn schon!“ Verdutzt schaute er mich an. Dann meinte er: „Was, der Hund von der Straße? Dann kann es nicht Basti sein. Basti ist schon lange Kastriert. Schließlich waren doch die Hündin und die Welpen dabei. Nein, das ist nicht Basti!“ Da ergriff unser Tierarzt das Wort: „Basti ist nicht der Vater der Welpen! Er hat sie, die Mutter und die Katzen nur adoptiert. Die Tiere haben sich zu einem Rudel zusammen gefunden und Basti war der Anführer. Er war auf dem Weg nach Hause. Er ist seit 6 Jahren unterwegs und fast hat er es geschafft. Es sind nur noch 75 Km gewesen als der Unfall passierte. Und das er der Rudelführer war, hat man daran gemerkt das die am schwersten verletzte Katze erst von ihm heraus geholt wurde, als er sicher war das ihm geholfen wird. Er würde solange hier im Tierheim bleiben bis alle aus seinem Rudel wieder gesund sind. Dann würde er weiter ziehen um endlich nach Hause zu kommen.“

Als der Tierarzt das gesagt hatte, trat erst mal Ruhe ein. Jeder der drei hing seinen Gedanken nach. Dann meldete sich die Frau zu Wort:“ Sie reden von einem Rudel. Wie viel Tiere sind es denn?“ Ich sagte ihr, das es sich um 13 Tiere handeln würde woraufhin sie nur „Mein Gott“ sagte. Dann stand ich auf und holte für den älteren Mann unseren Rollstuhl heran. Er schaute mich an und ich sagte zu ihm: „Wenn Basti Sie erkennt ist es besser Sie sitzen in diesem Stuhl. Nicht das Basti Sie umwirft.“
Er gab mir Recht und sein Sohn schob ihn in Richtung Katzenhaus. Alle anderen folgten ihnen. Als wir dort ankamen, sagte ich den dreien das sie nichts sagen sollten wenn wir den Raum betreten, dann öffnete ich die Tür zu dem Raum in dem sich die gesunden Tiere befanden. Die Kranken Tiere waren auf der Krankenstation. Basti lag in einem Korb und hob den Kopf. Er wedelte mit seinem Schweif. Als er die drei erblickte legte er seinen Kopf schief und schien zu überlegen. Dann sprang er auf und mit freudigem Gebell sprang er auf die drei zu. Er sprang alle an, leckte ihnen an den Händen, dem älteren Mann auch durch das Gesicht. Er hörte gar nicht mehr auf sich zu freuen. Wohl 10 Minuten sprang er zwischen den dreien hin und her, dann wurde er ruhiger. Er ließ sich von allen Streicheln. Jawohl, dieser Hund hatte nach sechs langen Jahren nach Hause gefunden. Er hatte seine Leute wieder. Dann kam der Hund zu mir. Lange schaute er mich an. Dann hob er seine rechte Pfote und streckte diese mir entgegen. Ich ergriff sie. Der Hund hatte sich bedankt. Die anderen Tiere, fast sein gesamtes Rudel, waren in ihren Körben geblieben. Nun machte der Rüde einmal „ Wuff“ und alle anderen kamen zu ihm. Auch die Katzenmutti humpelte in Begleitung ihrer kleinen heran. Der Rüde stellte sein Rudel seinen Leuten vor. Hilfesuchend schaute mich die Frau an, aber ich hob nur die Schultern, dieses machte auch unser Tierarzt. Da meinte der ältere Mann: „Wenn das sein Rudel ist, dann sollen alle zu uns kommen. Auch die Tiere die noch fehlen. Könnten sie mir die anderen bitte zeigen?“ fragte er mich.
Zusammen gingen wir alle zur Krankenstation wo ich Ihnen die anderen Tiere zeigte. Auch den Welpen bei dem der Tierarzt ein Bein amputieren musste. Auch das schwer verletzte Kätzchen zeigte ich ihnen. Da sagte die Frau: „Auch diese kommen mit. Unser Haus und Grundstück sind groß genug für alle. Wir wollen doch das Rudel nicht trennen!“
Zusammen überlegten wir, wie die Tiere nun zu ihnen nach Hause gebracht werden könnten, denn Basti wollten sie sofort mitnehmen. Da sagte Heinz: „Ich werde sofort einen Wagen von unserer TK kommen lassen. Dann können alle Tiere auf einmal mitgenommen werden. Auch die von der Krankenstation. Im Übrigen Gerda, ich habe genug gesehen. So was habe ich noch nie gesehen. Bei Ihnen ist fast eine TK-Einrichtung installiert. Ich kann Ihnen nur Gratulieren!“ Damit ging er zu dem Auto und fing an zu Telefonieren. Da meinte unser Tierarzt: „Wenn so ein Telefon nicht so teuer wär, würde ich mir so was auch anschaffen. Dann wäre ich auch immer erreichbar.“ Kurz darauf kam Heinz wieder und sagte das der Wagen unterwegs ist. Dann fragte er den Tierarzt nach der Behandlungsart für die verletzten Tiere. Unser Tierarzt erklärte genau was gemacht wurde und was noch gemacht werden müsste. Auch wies er auf das kleine Kätzchen hin. Dieses dürfe auf keinen Fall in einer Transportbox transportiert werden. Sie brauchte eine weiche Unterlage. Da sagte die Frau: „Dann kommt sie eben bei uns mit in den Wagen. Die Sitze müssten weich genug sein.“ Da sagte der Mann: „Alle verletzten Tiere können im Rolls mitfahren. Du setzt dich nach vorn zu Heinz und ich fahre im Wagen der TK mit. So, jetzt bin ich aber neugierig auf dieses Tierheim. Würden Sie es mir bitte zeigen?“ Er schaute mich an und ich sagte das ich das gerne machen würde. Zusammen gingen wir dann durchs Tierheim. Auch Heinz ging mit und neben ihm lief Basti. Dieser hatte zuvor noch zweimal im Katzenhaus gebellt damit sein Rudel wusste wo er ist. Wir besuchten alle Abteilungen des Tierheim. Sehr erstaunt waren die drei vom Behandlungsraum für die Tiere sowie von der Krankenstation. Immer wieder stellten sie fragen. Unser Tierarzt und ich beantworteten alles.
Als wir zum Tierfriedhof kamen war das Staunen am größten. Der ältere Mann meinte: „Ein Tierfriedhof in einem Tierheim. Das hab ich noch nie gesehen. Und die vielen Gedenktafeln. Ich habe einige gelesen. Schneewittchen, Streuner, Hugo. Anscheinend hat der Tierfriedhof auch einen eigenen Namen. Wer hat den eigentlich eingerichtet? Das sieht nach einer Meister Leistung aus.“ Auch diese Fragen beantwortete ich. Auch sagte ich ihm wie es zu dem Namen kam. Das Staunen bei den dreien hörte nicht auf. Kurz erzählte ich ihnen die Geschichten von Schneewittchen und Hugo mit seinem Streuner. Schweigend hörten sie zu. Dann gingen wir zu meinem Büro zurück.
Um 18.30 Uhr kam auch der Wagen der TK. Alle Tiere die laufen konnten wurden in den Wagen gebracht und in dafür vorgesehenen Käfigen gesetzt. Basti sprang alleine in den Wagen, nachdem er sich überzeugt hatte, das die verletzten Tiere ebenfalls im anderen Auto waren. Bevor die Tür verschlossen wurde hob Basti noch einmal seine Pfote und legte diese auf meine Schulter. Dann drückte er seinen Kopf an meinen und jaulte leise. Das war sein Dank an mich. Dann wurde die Tür geschlossen. Die drei verabschiedeten sich vom Tierarzt und mich, dann fuhren die Autos davon.
Ein halbes Jahr später wurde ich von Heinz eingeladen sie einmal zu besuchen und drei Wochen später war ich da. Die beiden älteren freuten sich riesig mich wieder zu sehen. Dann riefen sie nach Basti. Der kam angelaufen und als er mich sah fing er ein Freudengebell an. Wiedermal legte er mir seine Vorderpfoten auf die Schulter und schleckte durch mein Gesicht. Dann sah ich auch sein Rudel. Es waren alle 13 Tiere da. Der dreibeinige Hund und auch das kleine Kätzchen. Alle waren wieder genesen. Keiner hatte, außer dem Dreibein, einen Schaden behalten.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #164
Zum ersten mal, in all den Gerda Geschichten, habe ich zwei oder drei gravierende Fehler entdeckt bei den letzten beiden Texten :lol:

Bei Teil I:
Daraufhin sagte der Mann: „ Dann kann ich ja weiterfahren! Die Tiere sind in den allerbesten Händen. Was Besseres kann ihnen gar nicht passieren!“ Dann fragte er wo er helfen kann und ich zeigte ihm das kleine Kätzchen.
Ich fand das seeehr verwirrend. In einem Atemzug erwähnt er, dass er ja dann weiterfahren kann und gleichzeitig fragt er, wo er helfen kann.

Bei Teil II:
Die drei verabschiedeten sich vom Tierarzt und mich, dann fuhren die Autos davon.
:p

Ob du das abänderst bleibt dir überlassen. Mir ist es halt nur aufgefallen und hat mich beim lesen etwas gestört. :smile:
Irgendwo war noch so ein Punkt. Wenn ich ihn wieder finde, lasse ich es dich wissen :p
 
  • Post aus Bayern Beitrag #165
Hallo Lady of Camster,
Verwirrend finde ich den Satz nicht. Trotzdem kleine Erklärung: Heinz, so heißt der Mann, kannte mich und meinen Ruf und er wusste das ich immer alles mache um Tiere zu retten. Daher die Bemerkung das er ja wieder fahren könne.
Zum zweiten: Hierbei handelt es sich um einen Schreibfehler meinerseits. Es muss natürlich heißen: Die drei verabschiedeten sich vom Tierarzt und mir,.........
Leider kann ich den Text nicht mehr ändern, sonst würde ich es machen. Aber im Entwurf der auf meinem Compi gespeichert ist, werde ich es ändern.
Danke für den Hinweis.
Bei soviel Text ist der Fehler hoffentlich Endschuldbar.
Gruß Helmut
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Post aus Bayern Beitrag #166
mach dir keine sorgen, Helmut.
jeder einzelne text ist gespickt mit fehlern, und bei mir dauerts lange bis ich über was stolpere.:p
redigiert muß es eh noch werden.

wie geht denn die sache mit der verlegung vorwärts?

außerdem ar***t´s mich echt an, von diesen geschichten immer so mit genommen zu werden.
snieeeeeef.

gruß,
werner
 
  • Post aus Bayern Beitrag #167
Bei soviel Text ist der Fehler hoffentlich Endschuldbar.
Bei so schönen Geschichten ist ne ganze Menge entschuldbar :f040:

Wie Schischa so schön sagt, muss hier und da eh noch ein bisserl was überarbeitet werden, ehe es in Druck gehen kann.
Aber für den Moment freue ich mich, dass du und Gerda überhaupt die Geschichten hier einstellt und vielen Menschen eine Freude macht sie lesen zu dürfen.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #168
Meine Prüfung!

Hier möchte ich, mal wieder über mein Sprachrohr Helmut, schildern wie meine Prüfung vor der Tierarzt-Kommission ablief. Natürlich war diese Prüfung nicht so. wie es die beiden Damen und drei Herren gedacht haben. Von dieser Kommission kannte ich nur zwei TÄ. Alle anderen waren mir unbekannt. Auch wusste und weiß ich bis heute nicht, welche Funktionen diese genau haben. Nur müssen sie was zu sagen haben, sonst hätte ich nie die Erlaubnis bekommen, ohne TÄ zu sein, Lebensrettende Maßnahmen an Tieren durch zu führen. Hier nun die Geschichte zu meiner Prüfung mit Hindernissen.

Es ist Samstag und der erste Tag meiner Prüfung steht an. Wie ich oben schon schrieb, kannte ich nur zwei TÄ von den fünfen. Trotzdem kommen wir vor der eigentlichen Prüfung zunächst ins Gespräch. Sie stellen viele Fragen. Z.B. warum ich diese Prüfung über mich ergehen lassen will. Als Antwort sagte ich dazu, das nicht immer der Tierarzt sofort kommen kann. Manchmal gehe es eben auf Leben und Tod. Da ist jemand mit solch einer Ausbildung immer gut. Dann werde ich gefragt, warum diese Prüfung nur auf Katzen und Hunde, bzw. nur auf Klein Tiere beschränkt werden soll. Meine Antwort lautet: „Hier ins Tierheim kommen zu 98% nur Hunde und Katzen. Ab und an auch mal ein Vogel. Kaninchen sind auch gern gesehene Gäste bei uns im Tierheim, aber Letzt genannte werden meistens von ihren Besitzern aus irgendeinem Grund abgegeben. Hund und Katze nicht. Meistens sind das Fundtiere und wir wissen nichts von ihrer Geschichte. Darum muss jemand vor Ort sein, der helfen kann!“

Danach begann die Prüfung. Es war nur der rein Theoretische Teil. Soll heißen, das ich die Anatomie von Hund und Katze genau beschreiben musste. In der Theorie musste ich mehrere Behandlungen beschreiben. z.B. Beinbruch, oder auch nur eine Lungenentzündung. Es werden mir Krankheits-Anzeichen beschrieben und ich musste erklären welche Krankheiten die Tiere haben. Einer der prüfenden TÄ fragte mich, was ich bei einer Vergiftung mit Verdünnung machen muss. Auf diese Frage hatte ich gewartet. Denn genau diesen Fall hatte ich ein paar Wochen vorher gehabt. Also schilderte ich genau, nachdem ich dem Frager daraufhin gewiesen habe das ich genauso einen Fall vor kurzem hatte, welche Maßnahmen von mir ergriffen wurden bevor ich Hilfe von anderen TÄ bekommen habe. Der Frager war sehr zufrieden mit meiner Antwort. Nur als ich erzählte, das ich ein Mittel gespritzt habe, das normaler weise für Hunde bestimmt war, schaute er erstaunt und machte sich Notizen. Dann war die Mündliche Prüfung, die fast vier Stunden gedauert hatte, vorbei. Anschließend sprach ich mit unserem Tierarzt, der nicht zur Kommission gehörte, und nach dem die anderen TÄ gegangen waren, über die Prüfung. Er meinte dazu: „Genau die Antworten die du zu allen Fragen gegeben hast, hätte ich auch gegeben. Nur hätte ich bei der Vergiftung der Katze nicht das Mittel für Hunde erwähnt. Aber sonst ist alles in Ordnung. Nun warten wir den morgigen Tag ab, wenn du an Kadavern dein Können beweisen musst.“

Ich war auf den nächsten Tag gespannt, da der Tierarzt und ich nicht wussten, was auf mich zukommen soll. Hätte ich in die Zukunft blicken können, wäre mir gerade dieser Teil der Prüfung sehr leicht vorgekommen. Doch das konnte ich nicht und ich habe eine sehr unruhige Nacht hinter mich gebracht.

Es ist Sonntag und ich bin sehr Nervös. Meine praktische Prüfung soll erst um 10 Uhr beginnen, doch ich bin schon um 8.00 Uhr im Tierheim. Hier im Behandlungsraum soll die Prüfung stattfinden. Da noch etwas Zeit ist, gehe ich durch alle Abteilungen des Tierheim. Besonders in der Krankenstation halte ich mich lange auf. Hier sind zwei Katzen und ein Hund die auf Ärztliche Versorgung angewiesen sind. Bei den Katzen handelt es sich um Streuner. Eine Katze wurde nur Kastriert, die andere wurde bei einem Unfall an ihren Vorderbeinen verletzt. Wobei eines der Beine bis zum Gelenk amputiert werden musste. Der Hund wurde angefahren und hat einen Schädelbruch und auch noch andere Verletzungen aber er wird wieder vollkommen gesund. Wenn das auch noch etwas dauern wird.

Ich gehe zurück in den Behandlungsraum und überprüfe nochmals alle Instrumente. Aber es ist alles in Ordnung. Ich schaue auf meine Uhr. Es ist 9.45 Uhr. Also noch 15 Minuten bis die Prüfung beginnt. Vor dem Büro der Tierheim-Leiterin sehe ich die Fahrzeuge mit denen die Kommission gekommen ist. Auch der VW unseres Tierarzt steht dort. Also kann es nicht mehr lange dauern. Ich will gerade vom Fenster weg gehen, da sehe ich einen Polizei Bulli auf das Katzenhaus zufahren. Sobald er hält, wird die Schiebetür aufgemacht und ein Beamter springt heraus. Auch der Fahrer des Wagens rennt zur Tür und sie heben zusammen einen großen Hund aus dem Wagen. Sofort laufe ich zur Tür und öffne diese. Die Beamten sind schon an der Tür und zusammen mit mir laufen sie zum Behandlungsraum. Dabei sagt der eine Beamte: „Der Hund ist mit einem Motorrad zusammen gestoßen. Was er hat wissen wir nicht. Seit dem Unfall sind 10 Minuten vergangen. Beim Tierarzt war keiner da, darum sind wir hier hin.“ Sie legen den Hund auf den Behandlungstisch und ich fange sofort an, den Hund zu Untersuchen. Vorsichtig taste ich ihn ab und stelle fest, das er eine große Beule an seinem Kopf hat. Außerdem scheint etwas in seiner Rippengegend nicht zu stimmen. Was kann nur durch eine Röntgenaufnahme sichtbar gemacht werden. Also schiebe ich den Behandlungstisch zum Röntgengerät, welches seit ein paar Tagen in einem Nebenraum aufgestellt ist. Als ich den Hund auf den Röntgentisch schieben will, hilft mir ein völlig fremder Mann. So kommt es mir jedenfalls vor. Doch irgendwo hab ich ihn schon mal gesehen. Einfallen tut es mir nicht. Ist auch momentan egal. Ich bedanke mich bei ihm und er sagt: „Keine Ursache.“ Dann mache ich die erste Aufnahme. Zur Sicherheit mache ich noch 5 weitere Aufnahmen. Jedes Mal hat der Hund eine andere Stellung. Als ich zu dem Raum eile, in dem die Aufnahmen entwickelt werden, sehe ich das mehrere Personen im Behandlungszimmer stehen und mir zusehen. Das ist mir aber egal, soll sich jemand anderes um die kümmern. Ich habe dafür keine Zeit.

Als die Aufnahmen entwickelt sind, befestige ich diese am Leuchtschirm und schaue sie mir genau an. Dabei murmele ich, wie immer wenn ich Röntgenaufnahmen auswerte, welche Verletzungen das Tier hat. Ich stelle fest, das der Hund einen gebrochenen Kiefer hat, das rechte Schulterblatt ist gebrochen sowie vier Rippen. Wobei eine Rippe sich in die Lunge gebohrt hat. Letzteres ist die schwerste Verletzung und muss als erstes behandelt werden. Ich setze, obwohl der Hund ohne Besinnung ist, eine Narkosespritze. Denn der Hund kann während der OP wieder aus seiner Besinnungslosigkeit aufwachen. Mit der Narkose verhindere ich das. Dann mache ich mich ans Werk. Zuerst öffne ich den Brustkorb des Hundes und entferne vorsichtig die Rippe aus der Lunge. Diese ist nicht sehr tief in die Lunge eingedrungen, aber trotzdem muss ich das kleine Loch in der Lunge schließen. Das klappt auch hervorragend. Als ich einmal hochschaue, weil mir jemand hilft, sehe ich das der Tierarzt mein Helfer ist. Auch die anderen Personen sind noch im Raum und beobachten genau was ich mache. Sollen sie, ich habe keine Zeit für die. Ich konzentriere mich wieder auf den Hund. Richte die Rippen und nähe den Schnitt in der Brust wieder zu. Als ich den Verband anlege, hilft mir nicht nur der Tierarzt sondern auch eine weitere Person. Danach kümmere ich mich um das Schulterblatt. Vorsichtig richte ich das Schulterblatt und stabilisiere dieses. Der Hund kann dadurch nicht mehr seine Pfote benutzen. Aber das ist so gedacht. Ganz zum Schluss kümmere ich mich um den Kieferbruch. Auch diesen richte ich, dann wird auch dieser mit einer Schiene stabilisiert. Als das geschehen ist, lege ich noch einen Anschluss zur Verpflegung des Tieres. Denn zumindest in der ersten Woche wird der Hund nicht selbstständig Essen und Trinken können. Als alles erledigt ist, röntge ich nochmals den Hund. Auch dabei hilft mir der Tierarzt. Bei der Auswertung stelle ich fest, das alles in Ordnung ist. Ich habe keine Fehler gemacht. Ich setze eine neue Spritze an, damit der Hund wieder aus seiner Narkose erwacht. Dann schaue ich auf.
Erst jetzt fällt mir ein, wer die Personen sind, die die ganze Zeit im Behandlungsraum waren. Es ist die Prüfungskommission! Die hatte ich ganz vergessen, so hatte ich mich auf den Hund konzentriert. Wortlos starren mich alle fünf an, nur unser Tierarzt gibt mir die Hand. Die fünf verlassen den Raum und gehen in Richtung des Büros der Tierheim-Leiterin. Der Tierarzt schaut mich an und sagt: „Ich glaube, das war deine Prüfung. Entweder du hast Bestanden oder die wiederholen die Prüfung. Hierbei hast du alles richtig gemacht. Vollkommen ohne Fehler. Ich bin im richtigen Moment dazu gekommen, denn du weißt, wenn ich nicht da bin, darfst du nicht operieren. So konnte ich die Überzeugen, das ich helfen muss. Für dich wäre der Hund viel zu schwer gewesen. Du hättest ihn niemals so ohne weiteres unter das Röntgengerät legen können. Der Hund ist einfach zu schwer.“ Gemeinsam legen wir den Hund vorsichtig in einen Korb und bringen ihn auf die Krankenstation. Als wir wieder in den Behandlungsraum kommen ist die Prüfungskommission auch dort. Der Tierarzt schlägt vor, das wir nach nebenan gehen in den Aufenthaltsraum. Die fünf stimmen zu und wir gehen nach neben an. Dort hat ein Mitarbeiter einen kleinen Imbiss vorbereitet. Auch der Kaffee ist fertig. Wir setzen uns und nachdem alle ihren Kaffee haben ergreift der Wortführer der Kommission das Wort. Er sagt: „Eigentlich sollte die Prüfung ganz anders ablaufen. Wir hatten geplant einen Beinbruch, einen Kieferbruch sowie einen Schädelbruch. Dabei sollten sie zeigen was sie können. Außerdem hatten wir noch geplant das ein Tumor entfernt werden sollte und zwar an den Nieren. Nun ist alles anders gelaufen. Wir hatten hier gebrochene Rippen, wovon eine die Lunge perforiert hatte. Einen Kieferbruch und den Bruch eines Schulterblattes. Wir sind sehr erstaunt gewesen, das ausgerechnet als die Prüfung beginnen sollte, uns Ihr Tierarzt sagte, das gerade die Polizei einen verletzten Hund bringt. Darum sind wir sofort hier hin gelaufen und haben zu gesehen wie das Tier behandelt wird. Ihr Tierarzt fragte ob er ab und an zupacken dürfte und wir gaben unser OK. Denn so einen großen Hund kann man nicht alleine Behandeln. Trotzdem haben wir auf jeden Handgriff genau geachtet. Wir waren alle fünf erstaunt wie Sie gearbeitet haben. Keine Nervosität, nichts konnte Sie ablenken. Selbst als ich einmal geholfen habe, ließen Sie sich nicht beirren. Das war Konzentration auf höchster Ebene. Sogar als alle Verletzungen des Hundes behandelt waren, haben Sie richtig gehandelt und zunächst den Zugang für die Verpflegung des Hundes gelegt. Ich selbst hätte den Hund erst geröntgt und dann den Zugang gelegt. Aber so wie Sie es gemacht haben, konnte man den Verlauf des Zuganges auch gleich mit kontrollieren. Wir sind zu folgendem Ergebnis gekommen: Sie dürfen ab sofort, ohne Beisein des Tierarzt, Lebensrettende Eingriffe vornehmen. Und das ohne Einschränkung. Die erforderliche Urkunde werden wir Ihnen zusenden. Außerdem erhalten Sie einen Ausweis, ausgestellt vom Verband der Tierärzte, aus dem genau dieses hervorgeht. Diese Genehmigung berechtigt Sie ebenfalls Medikamente, in diesem Fall Narkosemittel die unter das Betäubungsmittel Gesetz fallen, dabei zu haben. Diese Genehmigung gilt für ganz Europa, ohne Einschränkungen. Falls irgendwann die Grenzen mal fallen sollten, brauchen Sie bei einem Grenzübertritt dann nicht mehr Ihre Genehmigung an der Grenze vorzeigen. Nur für die DDR und alle Ostblock Staaten gilt diese Genehmigung nicht. Dafür gibt es keine Verträge. Meinen Herzlichen Glückwunsch Frau XXXXXX. Sie sind die zweite Tierarzt-Helferin die diese Prüfung besteht. Sie bekommen gleich ein vorläufiges Dokument welches wir im Büro der Tierheim-Leiterin unterschrieben haben. Wie gesagt, die richtige Genehmigung kommt in den nächsten Tagen. Gleich zeigen Sie uns doch Ihr Tierheim?“ Er reicht mir die Hand, die ich auch freudig drücke. Auch die anderen geben mir die Hand. Dann gibt mir der Wortführer die vorläufige Urkunde die ich zunächst natürlich durchlese. Meine Freude ist groß. Auch unser Tierarzt gratuliert mir und umarmt mich. Dann fragt mich der Wortführer was denn alles nun geplant ist, nach der bestandenen Prüfung. Zunächst ergreift der Tierarzt das Wort und erklärt welche Gedankengänge wir bisher hatten. Dabei gehörte auch, das kranke oder verletzte Tier, die von der Polizei über Tags, sofort hier zum Tierheim gebracht werden. Immer soll dann der Tierarzt informiert werden. Aber die erste Hilfe soll hier im Tierheim stattfinden. So ist die Hilfe garantiert, denn es kommt oft genug vor, das der Tierarzt irgendwo unterwegs ist um dort zu helfen. Dann besichtigen wir alle noch das Tierheim. Immer wieder muss ich Fragen beantworten. Auch dem Tierarzt geht es so. Bevor die fünf wieder weg fahren sagt mir eine der Frauen: „ Ich habe schon viele Tierheime besichtigt, denn ich gehöre unter anderem dem Tierschutzverband an. Aber solch ein Tierheim wie hier habe ich noch nie gesehen. Die ganze Zeit war ich am überlegen, wie das alles zustande gebracht werden konnte. Aber nun weiß ich es. Sie und die Tierheim-Leiterin treiben das voran. Aber alles geht nicht ohne Ihren Tierarzt. Er hat die richtigen Beziehungen zu den Geldgebern. Das hier ist zwar ein Stätisches Tierheim, aber auch hier fließen die Gelder nicht ungebremst. Das geht nur über Spendengelder. Wie ich gehört habe, fließen diese seit dem Sie Ihre Gedanken einbringen sehr üppig. Ich werde auf jeden Fall im Tierschutzverband anregen, das in jedem Tierheim, zumindest Ehrenhalber, eine Tierarzt-Helferin arbeiten sollte. Und wenn diese Person dann auch noch so engagiert ist wie Sie, kann es für den Tierschutz nicht besser laufen. Nochmals meinen herzlichen Glückwunsch.“ Bei ihren letzten Worten reichte sie mir ihre Hand, die ich gerne ergriff. Dann fahren die fünf mit ihren Wagen davon.

Als die fünf weg sind sagt der Tierarzt zu mir: „So, jetzt rufe ich erst mal die Leiterin an. Sie wollte nicht dabei sein, denn irgendwie hatte sie Angst das du alles versaubeutelst. Warum weiß ich nicht. Ist auch egal! Anschließend werden wir erst mal eine Pulle Sekt köpfen. Das muss schließlich sein. Auch dein Zahnarzt wartet auf meinen Anruf.“ Zusammen gingen wir ins Büro, wo der Tierarzt die Anrufe machte. Wir bleiben noch einige Minuten bis die Tierheim-Leiterin kommt. Sie gratuliert mir und fragt natürlich wie es war. Der Tierarzt sagt nur, das alles gut gelaufen ist. Drüben im Aufenthaltsraum würde er alles sagen. Auch mein Verlobter kommt in diesem Moment ins Büro. Er gratuliert mir und will auch alles wissen. Doch der Tierarzt blockt ab. Warum verstehe ich nicht. Aber ich weiß das er so seine Eigenheiten hat. Zusammen gehen wir zum Aufenthaltsraum. Als ich den Raum betrete stehen alle Mitarbeiter auf und applaudieren. Es sind alle da. Die fest angestellten, aber auch die ehren amtlichen. Der Tierarzt erzählt wie die Prüfung abgelaufen ist, auch erzählt er was die Kommission gemacht hat, nachdem die Prüfung nicht so stattfand wie geplant. Zusammen feiern wir bis in den frühen Abend hinein.

Am Donnerstag ruft mich die Leiterin zu sich und überreicht mir die Dokumente. Ich lese diese nochmals genau durch. Während ich das Dokument lese sagt die Leiterin kein Wort. Erst als ich fertig bin, stellt sie ihre Fragen. Sie will natürlich wissen, was ich denn nun machen darf. Ich sage nur: „Alles“ woraufhin sie mich erstaunt anschaut. Ich erkläre ihr genau was ich machen darf. In der Genehmigung steht: „Die Inhaberin dieser Genehmigung ist berechtigt, ohne Nachweis einer Tierärztlichen Bescheinigung, an Tieren die erforderlichen Rettungs Maßnahmen durch zuführen. Dazu gehören, neben der TÄ-Untersuchung, auch die Notfalls anfallenden Operationen und weitere Maßnahmen. Auch die Euthanasie gehört dazu.“ Zum Glück habe ich nach Ablegung der Prüfung nur einmal diese Spritze setzen müssen. Übrigens ist der Hund vollkommen gesund geworden und wurde seinen Besitzern wieder zurückgegeben.
 
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Demonstration vor dem Tierheim

Ich gehe gerade zu meinem Fahrrad. Endlich Feierabend! Nun will ich schnell nach Hause zu meinem Mann. Schließlich ist unser 15te Hochzeitstag. Da fahren 5 Fahrzeuge vor das Tor und blockieren dieses, so das keiner mehr rein und raus kann. Ich lass mein Fahrrad und gehe Richtung Tor. Dort haben schon einige Mädchen ein Transparent ausgerollt auf dem steht: „Keine Tier Gefängnisse! Schließung aller Tierheime!“ Ich bleibe stehen und muss leise Lachen. Inzwischen sind alle Mitarbeiter um mich herum versammelt. Auch sie schauen Fassungslos auf die Protestler. Es sind mindestens 25 Leute die da stehen. Keiner kann das verstehen. Ich rufe die Mitarbeiter zusammen und wir beraten was wir machen sollen. Frank, ein Mitarbeiter, schlägt vor, die Polizei zu rufen. Ein anderer meint das wir das Tor schließen sollen. Ich schaue wieder zu den Demonstranten und sehe ein Schild: „Keine Tierversuche! Keine Tiere aus dem Tierheim für Versuche!“ Ich verstehe es nicht. Was wollen die von uns? Ich entschließe mich zu den Demonstranten zu gehen um zu erfahren was das soll. Frank sagt zu mir: „Da gehst du nicht alleine hin! Ich gehe mit! Wer weiß was die alles vorhaben. Nachher nehmen die dich als Geisel!“ „Das glaube ich nicht. Die sind doch ganz friedlich.“ antworte ich. Aber ich stimme zu das er mich begleitet.

Zusammen gehen wir in Richtung Tor. Nervös bin ich, aber ich lasse mir das nicht anmerken. Leise fragt Frank: „Soll ich das Tor zu machen?“ Genauso leise antworte ich: „Noch nicht! Erst mal abwarten was los ist.“ Dann sind wir am Tor. Im Hintergrund sehe ich einen Polizeiwagen kommen. Der hat aber kein Martinshorn und auch kein Blaulicht an. Direkt hinter den Protestlern bleibt er stehen. Ich sage zu Frank: „Ich gehe erst zur Polizei um mit denen zu reden. Bleib du hier am Tor stehen. Aber noch auf dem Tierheim-Gelände. Nicht raus gehen. Egal was passiert!“ Frank bleibt am Tor stehen und ich gehe auf die Protestler zu. Vor mir weichen die Protestler zur Seite aus, so das ich ohne stehen zu bleiben zu den Polizisten gehen kann. Eine Frau von etwa 30 Jahren tritt neben mich. Doch ich kümmere mich zunächst nicht um sie sondern sage zu den beiden Beamten, die ich schon lange kenne: „Schön das ihr da seid! Aber würdet ihr bitte euren Wagen etwas zurück fahren und dort dann warten. Ich möchte zunächst mit den Leuten hier reden. Bisher haben sie ja auch noch nicht das Tierheim-Gelände betreten. Also müsst ihr noch nicht eingreifen.“ Die beiden schauen mich an. Dann sagt der ältere von den beiden: „Bist du sicher Gerda? Man weiß nie was alles passieren kann. Jedenfalls fordern wir Verstärkung an.“ Ich sage ihm das ich sicher bin und die Verstärkung nicht sein muss. Aber er soll tun was er für richtig hält. Die beiden setzen sich in ihren Wagen und fahren etwa 50 Meter zurück. Dort steigen sie wieder aus ihrem Wagen aus und stellen sich neben ihr Fahrzeug.

Ich wende mich nun an die Frau die wortlos neben mir steht und frage sie was das soll. Sie antwortet: „Wir fordern das dieses Tierheim geschlossen wird! Wir wollen keine Gefängnisse für Tiere! Wir wollen nicht, das Tiere aus diesem Tierheim für Versuchszwecke benutzt werden!“ Ich schaue sie sprachlos an. Dann bitte ich sie mit zu kommen. Am Tor bleibe ich wieder stehen und bitte Frank zwei Stühle zu holen. Erstaunt sieht er mich an, aber ich schaue ihn nur an und nicke unmerklich mit dem Kopf. Frank versteht mich und geht langsam in Richtung Katzenhaus wo auch der Aufenthaltsraum ist. Kurz darauf kommt er mit zwei Stühlen zurück. Ich nehme ihm einen Stuhl ab und stelle diesen außerhalb des Tierheim-Geländes ab. Den Zweiten Stuhl stelle ich ins Tierheim. Dann setze ich mich hin. Wortlos schaue ich mir die Gruppe an. Ich weiß nicht was ich machen soll. Auch die Frau setzt sich auf meinen Wink auf den Stuhl. Dann frage ich sie ob sie die Anführerin der Gruppe ist und von wo sie kommen. Auch nach ihrem Vornamen frage ich sie. Sie antwortet: „Mein Name ist Andrea und ich führe die Gruppe an. Wir kommen aus xxxxxxx und werden erst wieder fahren wenn das Tierheim uns schriftlich gibt, das es geschlossen wird!“ Ich muss Lachen, dann sage ich: „Mein Name ist Gerda und dieses ist ein stätisches Tierheim. Ich kann Ihnen so viele Bescheinigungen ausstellen wie Sie wollen. Doch das Tierheim wird dadurch nicht geschlossen! Ich bin nicht dazu befugt. Da müssen Sie sich an die Stadt wenden, nur die kann das Tierheim schließen. Und ich kann Ihnen jetzt schon sagen das wird nie geschehen. Eher fällt Weihnacht und Neujahr auf einen Tag!“ Von ferne höre ich ein Martinshorn. Anscheinend scheint Verstärkung für die beiden Polizisten zu kommen. Da sehe ich auch schon wie einer der beiden auf mich zukommt. Wieder weichen die Protestler zur Seite aus. Als er da ist sagt er: „Da kommt ein Einsatzwagen! Er hat eine schwer verletzte Katze dabei. Das Tor muss sofort geräumt werden!" Ich schaue die Frau an, doch die sagt: „Das ist mit Sicherheit nur ein Trick! Eine schwer Verletzte Katze im Tierheim wird doch mit Sicherheit eingeschläfert. Das lassen wir nicht zu!“ Ich frage sie: „Bist du Tierärztin? Wenn ja, dann darfst du sie hier Behandeln. Ansonsten macht ihr jetzt das Tor frei. In einer Minute ist der Wagen da!“ Damit stehe ich auf und werfe den Stuhl zur Seite. Die Frau schaut mich an, dann fragt sie: „Sind Sie Frau Gerda xxxxxx?“ Ich sage nur: „Ja!“ Da ruft die Frau: „Sofort die Wagen weg. Wir müssen den Einsatzwagen durchlassen!“ Sofort laufen einige der Protestler zu den Autos und fahren diese an die Seite. Ich sage zu Andrea das sie mitkommen soll, dann gehe ich Richtung Katzenhaus. Andrea spricht noch kurz mit ihren Leuten, dann folgt sie mir. In diesem Moment kommt der Einsatzwagen um die letzte Kurve. Kurz heult noch mal das Martinshorn auf und die Protestler weichen zur Seite, damit der Wagen ins Tierheim fahren kann. Ich gehe schneller und zusammen mit dem Einsatzwagen komme ich beim Katzenhaus an. Auch Andrea ist schneller gelaufen als der Wagen auf das Gelände gefahren ist.

Aus dem Bulli springt Klaus heraus. Klaus ist ein Beamter den ich schon seit meinen Ersten Tagen hier im Tierheim kenne. Er steht kurz vor der Pensionierung. Er ruft: „Schnell Gerda! Die Katze haben wir angefahren. Auf einmal war sie auf der Straße. Ich weiß nicht was sie hat. Aber sie atmet kaum noch.“ Sofort bin ich am Bulli und nehme aus dem Wagen eine Katze heraus und lege sie auf eine Trage die mir eine Mitarbeiterin reicht, die mit zum Katzenhaus gekommen ist. Dann laufe ich schon zum Behandlungsraum. Im vorbei laufen sage ich zu Andrea: „Mitkommen! Jetzt kannst du sehen was mit der Katze passiert.“ Wortlos folgt mir Andrea ins Behandlungszimmer wo ich die Trage schon auf den Behandlungstisch gelegt habe. Schnell taste ich die Katze ab. Bei dieser Untersuchung stelle ich mehrere gebrochene Knochen auf der rechten Seite der Katze fest. Ich muss sie röntgen. Das sage ich auch zu Andrea. Wieder fordere ich sie auf mir zu folgen. Gleichzeitig sage ich zu ihr: „Wo ich bin, bist auch du! Wenn du Kotzen musst, nehme den Eimer dort! Aber du weichst nicht von meiner Seite!“ Erstaunt schaut sie mich an, sagt aber keinen Ton und folgt mir in den Röntgenraum. Auch dort ist sie erstaunt und will wohl eine Frage stellen. Doch ich winke ab. Dafür habe ich keine Zeit. Schnell aber doch sehr vorsichtig platziere ich die Katze unter dem Gerät und stelle das Gerät ein. Dann verlasse ich den Raum und Andrea folgt mir wie ein Schatten. Ich mache die erste Aufnahme, aber zur Sicherheit noch drei weitere. Immer folgt mir Andrea. Auch als ich die Aufnahmen entwickle ist Andrea neben mir. Dann betrachte ich die Aufnahmen. Ich erkenne Beinbrüche am Vorderlauf und Hinterlauf der Katze. Auch erkenne ich, das ihr rechtes Schulterblatt gebrochen ist. Auch einige Rippen hat es erwischt. Doch am schlimmsten scheint es in der Bauchgegend zu sein. Dort ist nur ein dunkler Fleck zu sehen. Ich gehe zur Katze, die inzwischen von der Mitarbeiterin auf den Behandlungstisch gelegt worden ist. Dann nehme ich das Ultraschallgerät und schalte es ein. Das Licht geht aus und ich setze den Kopf des Gerätes vorsichtig auf die Katze. Schon kann ich etwas genauer sehen. Zum einen ist die Katze trächtig. Ich kann drei Kitten erkennen. Zum anderen hat sie innere Blutungen. Jetzt muss ich schnell sein. Ich rufe: „Licht an! Hände waschen und Atemschutz!“ Schon bin ich am Waschbecken und fange an mir die Hände zu waschen. Auch Andrea fordere ich auf sich die Hände zu waschen. Die Mitarbeiterin wäscht sich ebenfalls. Dann greife ich zu Latexhandschuhen und ziehe diese an. Andrea greift auch ohne Aufforderung zu den Handschuhen. Dann legen wir alle noch einen Mundschutz an. Von draußen wird die Tür geschlossen. Dann trete ich an den Tisch und setzte das Skalpell an. Ich will, wenn möglich die Kitten retten. Von daher hoffe ich das sie noch leben. Aber ganz genau erfahre ich das nur, wenn die Blutung gestillt ist und ich die Kitten untersuchen kann. So kleine Kitten kann man schlecht im Mutterleib untersuchen, aber ich will es versuchen. Schnell habe ich die Stelle gefunden aus der das Blut in den Bauchraum eintritt. Sofort setzte ich eine Klammer, damit die Blutung erst mal zum Stillstand kommt. Dann verschweiße ich die Stelle und die Blutung steht. Andrea steht die ganze Zeit neben mir und schaut genau was ich mache. Sie will was sagen, doch ich winke ab. Langsam fasst meine rechte Hand nach den Kitten. Ich hoffe, das ich irgend eine Reaktion der kleinen verspüre. So ist es. Bei allen dreien verspüre ich, als ich sie berühre, eine Bewegung. Ich sage zu Andrea: „Die kleinen scheinen noch zu leben. Hoffentlich kommen sie durch. Helfen kann ich nicht. Dazu sind sie zu Klein. Auch eine sofortige Geburt entfällt, dazu sind sie noch zu klein.“ Anschließend verschließe ich den Schnitt zur Bauchhöhle wieder, und richte die Rippen. Danach kümmere ich mich um das Schulterblatt. Auch das richte ich, danach kommen Vorderlauf und Hinterlauf an die Reihe. Als alles erledigt ist verbinde ich die Katze. Jetzt kann ich nur noch hoffen. Ob sie eine Blutspende braucht, kann ich noch nicht sagen. Ich hoffe nicht! Ich höre die Katze nochmal ab. Ihr Herzschlag, so scheint es, ist stärker geworden, aber immer noch sehr schwach.

Ich ziehe meine Handschuhe aus, wasche meine Hände und sage zu Andrea: „Nun warst du zwei Stunden dabei und hast gesehen was wir mit kranken oder Verletzten Tieren machen. Willst du immer noch dieses Tierheim schließen?“ Dabei schaue ich Andrea direkt in die Augen. Andrea sieht mich an, dann dreht sie sich um und geht nach draußen zum Tor. Dort setzt sie sich wieder auf ihren Stuhl. Auch ich setze mich. Natürlich immer noch der eine draußen der andere drinnen. Im Hintergrund steht immer noch der Streifenwagen mit den beiden Beamten. Auch Klaus steht im Hintergrund. Sowie fünf andere Streifenwagen. Ich winke Klaus heran und erzähle ihm wie die OP verlaufen ist. Auch von den drei Kitten erzähle ich ihm. Dann wende ich mich an Andrea: „Was ist nun mit der Schließung des Tierheim?“ Andrea sieht mich an, dann sagt sie: „Nein! Dieses Tierheim darf nie geschlossen werden. Das wäre für viele Tiere das Todesurteil. Ich werde allen in unserer Bewegung hiervon berichten. Keiner darf und wird dieses Tierheim jemals wieder belästigen. Unsere Bewegung, dessen Vorsitzende ich bin, wird, deine Genehmigung voraus gesetzt, draußen am Tor ein Schild anbringen aus dem hervorgeht das wir dieses Tierheim empfehlen. Gerda, das was hier in den letzten zwei Stunden geschehen ist, hätte ich nie für möglich gehalten. Sicher kennen wir deinen Ruf. Du gibst nicht auf und sei der Fall noch so schlecht. Bevor du die erlösende Spritze setzt muss wirklich zu Tausend Prozent keine Hoffnung mehr bestehen. Sonst versuchst du alles. Wie in diesem Fall. Jeder Tierarzt hätte die Katze erlöst. Sie kann einfach nicht überleben. Aber so wie ich bisher gehört habe, wirst du bis zum Schluss alles machen damit sie Überlebt. Vorhin sagtest du, das hoffentlich keine Bluttransfusion nötig sein muss, aber wenn doch, wirst du auch diese machen. So schätze ich dich ein. Hiermit ist die Blockade dieses Tierheimes aufgehoben. Das Schild wird dir in den nächsten Tagen zu gehen. Ob du es anbringen lässt, oder es wegschmeißt bleibt dir überlassen.“ Die ganze Zeit hat sie laut gesprochen. So das jeder ihre Worte hören konnte. Sogar die Beamten, die in einiger Entfernung stehen.

Nachdem sie alles gesagt hat, steht sie auf und gibt einige Kommandos. Anschließend reicht sie mir die Hand und sagt: „Ehrlich Gerda, ich glaube nicht das die Katze überlebt. Aber ich weiß das sie bei Dir eine kleine Chance hat. Versuche alles was du kannst! Ganz egal wie es ausgeht, rufe mich an!“ Damit übergibt sie mir eine Visitenkarte. Ich ergreife ihre Hand und sage zu ihr: „Ganz egal wie es ausgeht? Die Katze wird leben und ich hoffe das du die Katzen zu dir holst. Das ist deine Pflicht und nichts anderes!“ Nochmals drückt Andrea fest meine Hand, dann geht sie zu ihrem Auto. Es wird noch mal kurz gehupt, dann sind sie weg. Auch die Polizei verlässt, nach einem kurzen Gespräch mit mir, das Vorgelände.

Zufrieden gehe ich in Richtung Behandlungsraum um noch mal nach der Katze zu sehen. Ich weiß, das sie keine Chance hat, aber diese Chance soll sie bekommen. Ich werde alle Hebel in Bewegung setzen damit sie und ihre ungeborenen Kitten überleben. Ich untersuche die Katze noch, als der Tierarzt in den Raum stürzt. Sofort fragt er was los war. „Ich habe gehört, das das Tierheim von irgendwelchen Aktivisten besetzt worden ist. Wo sind diese Blödmänner?“ (Wirklich benutzte er ein Wort das mit "A"beginnt) Er ist richtig in Rage. Ich glaube er würde jeden verprügeln der was gegen das Tierheim unternimmt. Schnell beruhige ich ihn und erzähle ihm was vorgefallen ist. Er meint nur noch, das das alles Spinner sind. Dann schaut er nach der Katze und ist zufrieden. Zusammen verlassen wir den Behandlungsraum und nachdem ich die Nachtschicht unterrichtet habe, fahren wir nach Hause. Auch mein Mann, der nichts von dem Vorfall gehört hatte, war neugierig warum ich zu spät komme. Ich erzählte ihm alles und er nimmt mich in den Arm. Dabei sagt er: „So kenne ich meine Gerda. Kämpfen bis zum letzten. Auch wenn keine Chance besteht. Diese Chance ergreifst du. Komm, lass uns feiern!“ Damit führt er mich ins Wohnzimmer, wo er schon alles für unseren Hochzeitstag vorbereitet hat.

Nach einer Woche bekam ich ein Paket. Darin war eine Tafel. Auf dieser Tafel standstand, das unser Tierheim von der Bewegung uneingeschränkt unterstützt wird. Diese Tafel brachte ein Mitarbeiter an unserem Tor an.

Die Katze überlebte. Auch zwei ihrer Kitten. Das dritte Kitten musste ich leider erlösen. Zu schwer waren die Schäden die es durch den Unfall erlitten hatte. Auf unserem Tierfriedhof wurde es Beerdigt. Auch bekam es eine Gedenktafel. Es war das einzige Tier, das ich während meiner Zeit im Tierheim erlösen musste.

Als die Kitten 16 Wochen alt waren, rief ich Andrea an und teilte ihr mit, das drei Katzen, von vieren, noch am Leben waren. Am nächsten Tag kam Andrea und holte die drei Katzen ab und gab ihnen ein schönes zu Hause. Zum Abschied sagte sie noch zu mir: „Wir haben es zwar nirgendwo geschafft, das ein Tierheim geschlossen wird, aber immer wenn wir dein Tierheim und die Geschichte erzählt haben, ist ein Veränderung in dem betroffenen Tierheim eingetreten. Wir können dir nur danken was du für die Tiere im Tierheim machst. Du bist unsere beste Empfehlung!“
 
  • Post aus Bayern Beitrag #170
Eine sehr schöne und zum nachdenken animierende geschichte. Danke Helmut mach weiter so.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #171
Hallo Helmut,

ich bin ja neu hier im Forum und musste alle 17 Seiten lesen, aber ich bin ein harter Hund und habe die Tränen zurückgehalten, denn sonst hätte ich gar nicht mehr aufhören können.

Ganz besonders bei der Geschichte, wo Gerda dem kleinen Jungen erzählt, dass sein Freund am Ende der Regenbogenbrücke auf ihn warten wird.... nein, nicht heulen...!!

Dabei schaue ich meinen besten Kumpel an und hoffe das es, wahr ist!!


Schöne Grüße

Claudia
 
  • Post aus Bayern Beitrag #172
Poldi und die drei beinige Katze

Ich sitze in meinem Büro und freue mich schon auf den Feierabend der in einer Stunde ansteht. Draußen haben wir es 30 Grad warm und es ist sehr drückend. Laut Wetterbericht sollen nachher am Abend noch einige Tropfen fallen. Ich hoffe es, denn es hat seit mindestens zwei Wochen nicht mehr geregnet. Ich ziehe gerade die Jalousie vor dem Fenster hoch, die Sonne steht jetzt nicht mehr auf dem Fenster, als ein alter Kombi auf den Parkplatz vor das Büro fährt. Drinnen erkenne ich eine ältere Frau die heftig am Winken ist. Ich gehe nach draußen um zu erfahren was die Frau will. Schon als ich mich nähere ist sie immer wieder am Rufen, das ich doch bitte schneller kommen soll. Also gehe ich etwas schneller und stehe dann neben ihrer Fahrertür. Auf dem Beifahrersitz liegt eine pechschwarze Katze und im Fußraum davor ein Hund. „Wie kann man nur bei der Hitze Tiere mit ins Auto nehmen?“ schießt es mir durch den Kopf. Da sagt die Frau auch schon: „Helfen Sie mir, die beiden sind einfach in mein Auto. Ich bin am Kanal entlang gefahren und als ich um eine Kurve fuhr, lag auf einmal der Hund mitten auf der Fahrbahn. Ich habe sofort gebremst und bin aus dem Auto raus um nach dem Hund zu sehen. Doch vor meinem Rekord lag kein Hund. Ich habe mich noch umgeschaut, habe in den Büschen nachgesehen, aber keine Spur. Dann bin ich wieder zum Auto. Als ich einsteigen wollte, lagen Katze und Hund im Auto. Ich habe versucht sie raus zu scheuchen, aber die beiden rühren sich nicht. Sie knurren nicht, der Hund bellt nicht, sie liegen einfach nur da. Darum bin ich hierhin. Vielleicht schaffen Sie es die beiden aus meinem Auto zu bewegen.“

Komische Geschichte, aber möglich ist alles. Ich ging auf die andere Seite des Wagens und öffnete die Tür. Beide Tiere rührten sich nicht. Auch als ich mit ihnen rede, erfolgt keine Reaktion. Kein Schweif Gewedel. Kein Augenlid wird gehoben. Kein gar nichts passiert. Das gibt es doch nicht! Sollten die beiden etwa…? Ich rufe sofort nach einem Mitarbeiter. Sofort kommen drei herangelaufen. Der eine (Bernd) nimmt vorsichtig die Katze auf den Arm. Schlaff hängt sie darin. Auch jetzt keine Reaktion. Michael und Klaus greifen nach dem Hund. Auch der Reagiert nicht. Sofort setzen sich alle drei in Richtung Katzenhaus zum Behandlungsraum in Bewegung. Ich sage noch zu der Frau: „Sie können jetzt erst mal fahren. Doch es wäre schön wenn sie demnächst wieder vorbei schauen würden, damit ich den Bericht schreiben kann.“ Sie schaut mich an und sagt dann: „Nee, jetzt bleibe ich hier. Bevor ich weiterfahre will ich erst wissen was die beiden haben. Wollen Sie nicht schnell einen Tierarzt anrufen?“ Ich muss lächeln, dann sage ich ihr: „Der Tierarzt ist schon da! Dann kommen Sie mal mit. Ich nehme an, das es die Hitze ist und die beiden deshalb so fertig sind. Es ist aber schon irgendwie seltsam das die beiden einfach so mit diesem Trick in Ihr Fahrzeug gekommen sind.“ Ich drehe mich um und laufe zum Behandlungsraum. Die Frau folgt mir.

Im Behandlungsraum liegen Hund und Katze schon auf jeweils einem Behandlungstisch. Her ist es Kühler als in den anderen Räumen, denn die Jalousien waren den ganzen Tag zu gewesen und auch ein Propeller läuft. Der Hund war schwer am Hecheln. Als ich zu ihm trat hebt er kurz den Kopf und er wedelt mit seinem Schweif. Bei ihm, so stellte ich fest, war es tatsächlich die Hitze die ihm arg zusetzte. Ich sagte zu Bernd: „Gib ihm was zu trinken und zu futtern. Dann geht es ihm bald wieder gut. Aber nicht so viel Wasser. Immer langsam. Du weißt ja was ich meine.“ „Alles klar!“ sagte Bernd und verlässt den Raum um die Sachen zu holen. Zwischenzeitlich kümmerte ich mich um die Katze. Hier ist der Fall schon erheblich schlimmer. Nicht nur, das sie einen Hitzeschlag hat. Nein! Das ist ein drei Bein. Sofort schaute ich nach der Wunde. Die Katze konnte das Bein vor höchstens zwei bis drei Tagen verloren haben. Die Wunde war noch gar nicht verschorft. Das erklärte mir auch sofort warum die Katze den Hitzeschlag hatte. Sie konnte nicht richtig laufen. Auch waren beim Laufen mit Sicherheit starke Schmerzen vorhanden. Es war erstaunlich das sie noch lebte. Ich redete noch schnell mit der Frau und sagte ihr: „Um die Katze steht es sehr schlecht. Sie hat vor kurzem ein Bein verloren. Warum werden wir wohl nie erfahren. Aber ich muss mich jetzt um das Tier kümmern. Wie ich schon sagte, wenn Sie fahren…“ Weiter kam ich nicht denn die Frau unterbrach mich und sagte: „Schon gut. Ich werde jetzt erst mal fahren. Aber Morgen bin ich wieder da. Versprochen!“ Sie gab mir die Hand dann ging sie.

Zunächst zog ich eine Spritze auf in die Vitamine und Aufbaustoffe waren und gab diese der Katze. Dann nahm ich eine andere Spritze und füllte diese mit Wasser. Langsam tröpfelte ich dieses ins Maul der Katze. Sie fing sofort an, das Wasser zu trinken. Dann sagte ich zu Michael das er die Katze langsam mit Wasser versorgen soll. Welches er auch sofort macht. Michael ist erst seit ein paar Tagen bei uns und sieht mich jetzt zum ersten Mal wie ich Tiere Behandele. Natürlich weiß er, das ich keine TÄ bin. Auch von der Sondergenehmigung weiß er, wie alle die im Tierheim arbeiten. Vorsichtig hebe ich das Bein der Katze an, um es genauer zu Untersuchen. Wie es scheint ist das Bein unterhalb des Kniegelenkes abgerissen. Denn es sind keine Bissspuren oder Schnitte zu erkennen. Vorsichtig reinige ich die Wunde. Ich erkenne, das noch genug Haut da ist, um die Wunde richtig zu behandeln und zu nähen. Ich schaue wie weit Michael mit der Wassergabe ist. Er nickt mir zu und meint: „Sie scheint jetzt zu schlafen.“ Ich höre die Katze ab und bemerke sofort den stark erhöhten Herzschlag. Die Katze braucht eine Bluttransfusion.

Ich überlegte kurz welche Katze in Frage kommt. Wir haben etwa zwanzig Katzen bei uns. Die Katze die vor mir lag, war etwa fünf Jahre alt. Also entschloss ich mich für unseren Poldi. Das ist ein dreijähriger Kater, der bei uns abgegeben wurde. Er war ein Fundkater aber total verschmust. Ich sagte zu Klaus das er Poldi holen soll. Kurz darauf war Klaus mit Poldi wieder da. Neugierig schaute er nach der Katze die auf dem Behandlungstisch lag. Dann wurde er unruhig und Klaus setzte Poldi auf den Tisch. Poldi schnupperte an der fremden Katze und schaute mich an. Ich erklärte ihm das wir sein Blut brauchten, wenn es den passt. Poldi legte sich dicht an die Katze und schleckte ihr die Ohren aus. Poldi war einverstanden!

Ich nahm aus einer Vorderpfote von Poldi einige ml Blut ab um die Blutgruppe zu bestimmen. Auch von der anderen Katze entnahm ich ein bisschen Blut. Dann verglich ich die beiden Proben. Ich hatte Glück. Es war bei beiden dieselbe Blutgruppe. Schnell untersuche ich Poldi ob er auch ansonsten gesund ist. Es ist alles in Ordnung. Dann rasiere ich eine Stelle bei ihm am Hals, desinfiziere diese und entnehme ihm 45 ml Blut. Das kann ein Kater verkraften und für den Empfänger reicht es meistens. Nur weiß ich nicht genau wie viel Blut die Katze verloren hat. Poldi setzt sich ans Ende des Behandlungstisches und schaute interessiert zu wie es weiter geht. Langsam gebe ich der Katze das Blut von Poldi. Während der Blutübertragung höre ich zweimal den Herzschlag der Katze ab. Es hörte sich gar nicht mal so schlecht an. Aber eine Narkose setzen wegen der OP am Bein ist mir zu Risikoreich. Ich entschließe mich für eine örtliche Betäubung. Dabei ist das ganze Bein gefühllos, so das ich operieren kann. Schnell machte ich einige Schnitte am Beinstumpf. Amputierte noch ein bisschen mehr vom Knochen. Dann vernähte ich die Wunde. Anschließend verband ich das Bein. Als ich fertig war, kam Poldi und drückte seinen Kopf an meine Hand. Ich sagte zu Klaus das er Poldi mit einem Leckerli versorgen soll. Gerade als Klaus dieses holen wollte, sagte ich: „Warte Klaus! Gib Poldi etwas von der Leberwurst. Das hat er sich verdient.“ Klaus nickte und kam kurze Zeit später zurück. In der Hand hat er einen Teller auf dem ein großer Klecks Leberwurst liegt. Sofort macht sich Poldi über das Leckerli her.

Unterdessen lege ich die Katze in einen Korb und bringe sie auf die Krankenstation. Auch Poldi muss die Nacht hier verbringen. Klaus steht neben mir und meint: „Ich fahre jetzt schnell nach Hause um etwas zu Essen. Dann komm ich wieder her. Ich kümmere mich die Nacht über um die Kleine. Wenn was ist, kann ich dich ja Anrufen.“ Ich stimme zu und sage ihm noch, das wenn er dann Morgen früh nach Hause fährt er erst am nächstem Tag zur gewohnten Schicht wieder zu kommen braucht. Er nickt mit dem Kopf und dann verlässt er den Raum. Kurze Zeit später sehe ich wie er weg fährt. Ich weiß, das ich mich auf Klaus verlassen kann. Nochmals schaue ich nach der Katze. Sie schläft und auch ihr Herzschlag ist gut. Plötzlich bemerke ich eine Bewegung neben mir. Es ist der Hund der neben mir steht. Ich streichele ihm über den Kopf und er wedelt mit seinem Schweif. Er schnuppert an der Katze, dann legt er sich neben ihr auf den Boden. Ich muss leise lachen. Was gibt es doch für Kameradschaften im Tierreich. Auch den Hund untersuche ich noch mal, aber ihm geht es wieder bestens. Dann gehe ich in einen Nebenraum und hole einen Korb für ihn. Diesen stelle ich neben den Korb der Katze und der Hund legt sich sofort hinein. Poldi, der bisher seine Leberwurst gefressen hat, betritt auch den Raum. Erst schaut er verdutzt nach dem Hund, dann kommt er langsam näher. Der Hund hebt den Kopf und schaut Poldi neugierig an. Er schnuppert an Poldi, dann rückt er ein wenig zur Seite um Platz zu machen für Poldi. Dieser springt in den Korb und kuschelt sich eng an den Hund. Kurze Zeit später ist er eingeschlafen und auch der Hund fängt an zu Schlafen. Wieder muss ich Lachen. Die Natur ist schon Komisch. Vor ein paar Stunden hat Poldi noch einen großen Bogen um jeden Hund gemacht und jetzt kuschelt er mit einem. Ich stelle noch eine Schale mit Wasser dazu und gehe zum Büro. Als ich auf die Uhr schaue sehe ich, das ich schon seit 2 Stunden Feierabend habe. Aber die Überstunden bin ich schon gewohnt. Ich packe meine Sachen und gehe zu meinem Auto. Ich sitze gerade im Wagen, da fängt es an zu regnen. Endlich!

Am nächsten Morgen, es ist 7.30 Uhr, bin ich zunächst zur Krankenstation um nach zusehen wie es Poldi und den beiden anderen geht. Als ich den Raum betrete liegen Poldi und der Hund noch immer zusammen in dem Korb. Poldi ist laut am Schnurren und der Hund wedelt mit dem Schweif. Ich gehe zu beiden und streichele sie einige Minuten. Poldi untersuche ich schnell, ob er die Blutentnahme auch gut überstanden hat. Bei ihm ist alles in Ordnung. Dann sehe ich nach der Katze. Sie liegt immer noch genauso im Korb wie ich sie hingelegt habe. Ich höre sie zunächst ab. Wie es scheint braucht sie noch eine Transfusion. Ich werde nachher den Tierarzt fragen. Ich weiß, das er gegen 13.00 Uhr kommt. Das macht er jeden Tag. Die Wunde am Beinstumpf der Katze sieht gut aus. Sie nässt nicht. Vorsichtig wechsele ich den Verband. Schließlich will ich der kleinen keine Schmerzen bereiten. Dann streichele ich sie noch ein paar Minuten, doch es erfolgt keine Reaktion. Auch den Hund und Poldi streichele ich noch mal. Dann gehe ich ins Büro.

Gegen 10.00 Uhr kommt die Frau die die beiden gebracht hat. Zusammen gehen wir zur Krankenstation. Noch immer liegt Poldi, obwohl ich gesagt hatte das er zurück ins Katzenhaus kann, bei dem Hund. Fragend schaue ich Bernd, der heute Dienst im Katzenhaus hat, an. Er sagt: „Als ich Poldi wieder zu den anderen Katzen bringen wollte, hat sie fürchterlich gejammert. Auch der Hund fing an zu jaulen. Da hab ich Poldi hier gelassen. Entschuldigung!“ Ich schaue zu Poldi. Dieser schaut mich an als wenn er sagen will: „Bitte, lass mir meine neuen Freunde. Endlich bin ich glücklich! Trenne mich bitte nicht von meinem neuen Freund.“ Ich gehe zu Poldi und streichele ihm über den Kopf. Dann sage ich: „Bernd, du hast richtig gehandelt. Reden wir nicht mehr davon. Du hast die richtige Einstellung zu Tieren. Poldi du darfst so lange hier bleiben wie du es willst.“ Poldi fängt laut an zu schnurren und drückt fest ihren Kopf gegenmeine Hand, die sie immer noch streichelt. Auch der Hund wedelt mit dem Schweif und lässt ein Leises: „Wuff“ von sich hören. Erstaunt schaut mich die Frau an. Dann sagt sie: „Das habe ich noch nie erlebt. Ich habe zwar viel Erfahrung mit Hunden und auch mit Katzen, aber die beiden scheinen Sie verstanden zu haben. Denn anders kann ich das Verhalten der beiden nicht erklären. Im Übrigen bin ich Leiterin eines Tierheim in xxxxxxx und mache hier, 300km entfernt von meiner Heimat, Urlaub. Wenn ich das zu Hause erzähle wird mir das keiner glauben. Das Erfolgsrezept müssen Sie mir erklären. Wie war noch mal Ihr Name?“ Ich freue mich riesig eine Kollegin kenne zu lernen, das sage ich ihr auch. Als ich meinen Namen sage, schaut sie mich ganz komisch an. Dann sagt sie: „Wissen Sie eigentlich was Sie den anderen Tierheim im deutschsprachigem Raum antuen? Jedes Tierheim will so werden wie Ihres. Dazu wird es zwar nie kommen, aber die Versuche sind da. Ich gehöre auch dem Verband der Tierheim-Betreiber an, von da her weiß ich wovon ich rede. Mein Tierheim ist zwar kein Stätisches wie Ihres, aber auch bei mir sind schon Änderungen eingeführt worden, die Sie hier eingeführt haben. Ich hoffe das die beiden in gute Hände kommen. Wie geht es eigentlich der Katze?“ Ich zeige ihr die Katze und sage ihr, das die Chancen sehr gering sind. Auch sage ich ihr, das der Kampf um das Leben der Katze nicht aufgegeben wird. Nachdenklich schaut sie mich an. Dann meint sie: „Also scheint es zu stimmen! Keine Chance, aber diese wird ergriffen. Ich bin gespannt auf euren Tierarzt.“ In diesem Moment geht die Tür auf und unser Tierarzt kommt herein. Ohne sich um die Frau zu kümmern, nach einem kurzen Gruß, sagt er zu mir: „Gerda, man hat mir zugetragen das Du mal wieder eine Katastrophe bei dir hast. Wird meine Meinung überhaupt gebraucht, oder geht es ohne?“ Ich zeige ihm die Katze und sage ihm auch, das vermutlich noch eine Bluttransfusion nötig ist. Schnell kümmert er sich um die Katze, ohne sich um die Frau zu kümmern, die nur zusehen kann. Dann meint er: „Jau, eine Transfusion wäre nicht verkehrt. Da stimme ich dir vollkommen zu. Hast du noch einen Kandidaten?“ Schnell lasse ich durch Bernd einige Katzen holen. Schon bei der dritten haben wir Erfolg. Die Blutgruppe passt. Das untersuchen der Katze dauert nicht lange und wieder können wir mit einer Transfusion etwas für die Katze tuen. Ihre Werte verbessern sich immer mehr. Während der Transfusion schlägt sie sogar einmal die Augen auf. In dieser Zeit sitzt der Hund neben mir und auch Poldi ist wieder auf den Behandlungstisch gesprungen. Beide schauen genau zu, welche Handgriffe ich mache. Endlich sind wir fertig und die Katze wird wieder in ihren Korb gelegt. Da sagt die Frau: „Wenn ich nicht dabei gewesen wäre, würde ich jeden der mir dieses erzählt, als Lügner titulieren. Aber es ist Realität. Ich selber und auch unser Tierarzt hätten schon lange die letzte Spritze gesetzt. Das ich dabei sein darf, wie um das Leben nur eines Tieres gekämpft wird, erfüllt mich irgendwie mit Stolz. Ich danke Ihnen beiden. Das werde ich natürlich im Tierschutzbund verbreiten.“ Der Tierarzt wendet sich an die Frau und fragt sie, wer sie eigentlich ist. Die Frau erklärt ihm dieses. Nachdem die Katze nochmals untersucht ist, gehen wir in mein Büro. Dort reden wir noch einige Stunden zusammen. Auch als der Tierarzt wieder gehen muss, seine Patienten warten, reden die Frau und ich noch lange zusammen. Dabei sage ich unter anderem: „Hier in diesem Tierheim gibt es keine letzte Chance. Auch wenn es andere so sehen. Es muss um jedes Leben gekämpft werden. Warum nur beim Menschen? Auch ein Tier hat eine Seele. Auch wenn von der Regierung ein Tier als Sachgegenstand gesehen wird. Jedes Lebewesen, das irgendwie krank ist, muss behandelt werden, so das es überleben kann. Schließlich sind wir alle, auch die Tiere, Gottes Geschöpfe!“ Diesmal dauert es sehr lange bis die Frau antwortet. Sie sagt: „ Ich muss ehrlich sein! So habe ich das noch nie gesehen. Aber jetzt muss ich wieder los. Ich habe noch eine Verabredung.“ Sie reicht mir die Hand und dann geht sie zu ihrem Auto. Etwa eine Stunde später gehe ich noch mal zur Krankenstation um nach meinen Patienten zu sehen. Poldi und dem Hund geht es sehr gut. Auch der zweiten Katze der wir Blut entnommen haben, geht es gut. Bernd sagt zu mir: „Ich wollte die beiden schon rüber bringen, aber die haben was dagegen! Darum sind sie noch hier.“ Ich sage nur das das in Ordnung ist, dann sehe ich nach der Katze. Sie liegt zwar noch immer auf der Seite aber sie schaut mich an. Als ich sie streichele fängt sie an zu Schnurren. Ich untersuche sie und wechsele auch wieder den Verband. Die Wunde sieht gut aus und auch ihre Herztöne sind Kraftvoll. Während der ganzen Zeit in der ich sie Untersuche ist die Katze am Schnurren.

Am nächsten Morgen führt mein erster Weg zur Krankenstation. Natürlich sind der Hund und Poldi noch immer in dem Raum. Beide sind gerade am Futtern. Der Hund kommt zu mir und springt an mir hoch. Er freut sich mich zu sehen. Auch Poldi kommt und streift um meine Beine. Beide werden erst mal ausführlich gestreichelt. Dann sehe ich nach dem Sorgenfall. Sie sitzt in ihrem Korb und ist gerade dabei etwas Milch zu trinken. Michael meint, das sie auch schon ein bisschen gefuttert hat. Nicht viel, aber immerhin etwas. Ich bin froh. Die Katze scheint über dem Berg zu sein. Als ich beim Büro ankomme ist der Tierarzt da und setzt gerade eine Kanne Kaffee an. Beide setzten wir uns und während wir auf den Kaffee warten, reden wir über die Katze, Poldi und dem Hund. Ich sage: „Wenn wir Poldi jetzt wieder von den beiden trennen wird er Unglücklich sein. Ich glaube wir müssen die drei zusammen vermitteln.“ Da sagt der Tierarzt: „Du hast es mit Sicherheit noch nicht gemerkt. Aber der Hund ist tätowiert! Ich habe schon angerufen und gleich kommt der Besitzer von dem Hund.“ „Ist ja toll! Nee, das er tätowiert ist, habe ich nicht bemerkt. Warten wir also wer da kommt!“
Ende Teil 1
 
  • Post aus Bayern Beitrag #173
Fortsetzung

Inzwischen ist der Kaffee fertig und ich gieße in zwei Tassen den Kaffee. In diesem Moment klopft es an der Tür und auf mein herein betritt ein Paar mittleren Alters mein Büro. Sie stellen sich vor und sagen, das Tasso, so heißt der Hund, ihnen gehört. Er ist vor 8 Tagen weg gelaufen. Ich biete auch ihnen Kaffee an, doch sie wollen erst zu Tasso. Also gehen wir alle vier zur Krankenstation. Als das Paar hinter mir den Raum betritt springt Tasso hoch und kommt freudig Bellend auf das Paar zu. Er springt immer abwechselnd an ihnen hoch. Dann stockt Tasso auf einmal. Er geht zu seinem Korb in dem noch immer Poldi liegt. Dort schleckt er Poldi ab und fängt leise an zu jaulen. Das Paar sieht mich fragend an, doch bevor ich was sagen kann, geht Poldi zu der anderen Katze. Auch diese schleckt er ab, wobei er auch hier leise jault. Ich erkläre dem Paar, das die Katze und ihr Hund zusammen zu uns gekommen sind und welche Aufgabe Poldi hierbei hatte. Das Paar sieht sich an, dann sagt der Mann: „Unser Tasso war schon immer Katzen verrückt. Jede Katze die er sah musste erst mal abgeschleckt werden. Besonders die Katzen in der Nachbarschaft sind nicht vor ihm sicher. Dafür sind die Katzen aber sicher. Kein anderer Hund jagt die Katzen denn dann gibt es Ärger mit Tasso. Schatz, ich glaube jetzt hat Tasso seine eigenen Katzenfreunde! Was meinst du?!“ Die Frau stimmt zu und sagt: „Du hast recht. Wir nehmen die beiden Katzen auch mit. Ich glaube, wenn wir das nicht machen wäre Tasso sehr traurig. Was meinst du dazu Tasso, wenn wir die beiden mitnehmen?“ Tasso scheint verstanden zu haben, denn wieder springt er seine Besitzer an und freut sich riesig. Auch Poldi steht auf und geht zu dem Paar. Selbst das kleine Kätzchen kommt zu denen und lässt sich auf den Arm nehmen. Ich erkläre dem Paar, das das Kätzchen gerade einen schweren Eingriff hinter sich hat und somit täglich zum Tierarzt muss. Der Mann sagt zum Tierarzt und mir: „Das ist kein Problem. Ich bin selbst Arzt und werde den Verband täglich wechseln. Aber zum Tierarzt gehen wir trotzdem. Mein Bruder ist Tierarzt er wird mir dann genau erklären worauf ich achten muss.“

Zusammen gehen wir wieder zu meinem Büro und während ich die Papiere fertig mache trinken wir zusammen unseren Kaffee. Anschließend fahren sie zusammen mit den Tieren davon. Der Tierarzt verabschiedet sich auch weil seine Patienten warten. Kaum ist er weg, als der mir schon bekannte Wagen auf unser Gelände fährt. Diesmal erkenne ich zwei Personen in dem Wagen. Als die beiden bei mir im Büro sitzen, der Mann hat sich vorgestellt doch der Name sagt mir nichts, erzähle ich, das Hund und beide Katzen inzwischen abgeholt wurden und vom Hundebesitzer der Arzt ist gut versorgt werden. Da meint der Mann: „Schade, ich hätte mir die drei gerne angesehen. Nicht das ich sie mitgenommen hätte. Nein, ich habe genug mit Tieren zu tun. Ich bin der Vorsitzende des Tierschutzbundes und Frau YYYYY hat mir bei unserem Treffen so viel erzählt das ich es mit eigenen Augen sehen wollte. Naja, Pech gehabt. Vielleicht beim nächsten mal. Aber jetzt erzählen sie doch mal von Ihrem Tierheim und Ihrer Arbeit...“ Wir redeten noch etwa zwei Stunden zusammen. Auch der Tierarzt kam zu uns. Sein Sohn behandelte in der Zeit die Patienten. Als die beiden wieder gehen wollten sagte der Mann noch: „Ich glaube, nein ich weiß es, im Tierschutz müssen wir noch viel machen. Es muss tatsächlich solange behandelt werden wie es geht. Und wenn die Chance das der Kampf gewonnen wird nur bei 0,1% liegt. Sie hören noch vom Verband. Sicher können wir einige Vorschläge von Ihnen gebrauchen.“ Damit verabschiedeten sie sich und fuhren wieder davon.
Leider habe ich bis zum Ende meiner Arbeit im Tierheim nichts mehr von ihm gehört.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #174
hach, wieder sooo schön
 
  • Post aus Bayern Beitrag #175
Sooo wundervolle Geschichten, die mich wirklich tief berühren. Ich weine, kämpfe innerlich mit und freue mich, wenn unsere kleinen Freunde ein Zuhause finden.

Viiiiiiiiieelen Dank!!!
 
  • Post aus Bayern Beitrag #176
Ich schätze, ich muss mich hier nicht ständig dazu äußern wie wundervoll ich die Geschichten finde.

Es ist schön zu lesen, dass ich mit meiner Meinung nicht alleine dastehe.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #177
Adam und Eve
Es klopft an meiner Tür und auf mein Herein betritt eine Frau mein Büro. In jeder Hand hat sie einen Katzentragekorb. Nach Aufforderung sich zu setzen fängt sie an zu reden: „Ich habe hier zwei Katzen. Sie heißen Adam und Eve. Ich habe die beiden von meiner Mutter geerbt. Doch leider kann ich sie nicht behalten, weil ich berufstätig bin und auch mal für mehrere Tage nicht zu Hause bin. Ich muss mich leider von ihnen trennen und hoffe, das ich sie hier abgeben kann.“
Ich lasse mir die beiden zeigen. Als die Frau eine der Boxen öffnet und ich hineinschaue sehe ich eine Katze die sich ganz nach hinten drückt und am Zittern ist. Auch bei der zweiten ist es so. Ich frage die Frau was mit den Tieren ist. Sie antwortet: „Ich weiß es nicht! Ich wusste noch nicht mal, das meine Mutter Katzen hat, obwohl ich einmal die Woche bei ihr war. Von daher war ich selbst ganz erstaunt als diese in einem kleinen Zimmer gefunden wurden.“ Nun wurde ich hellhörig und fragte nach was sie damit meint. Sie antwortet: „Das ist ein Zimmer von etwa 5qm. Darin waren ein altes Bett mit Matratze und ein Katzenklo. Sonst nichts. Auch waren im ganzen Haus ansonsten keine Katzenhaare. Ich nehme an, das die Katzen zeit ihres Lebens in dem Raum eingesperrt waren. Aber genaues weiß ich leider nicht.“ Ich war erschüttert. Sollte das wirklich zutreffen? Die armen Katzen! Ich stimme zu, das die Katzen hier bleiben dürfen und mache die entsprechenden Papiere fertig. Dann geht die Frau wieder.
Ich nehme beide Tragekörbe und gehe zum Behandlungszimmer. Zuerst muss ich die Katzen Untersuchen. Dort angekommen rufe ich eine Mitarbeiterin die mir zur Hand gehen soll. Dann stelle ich einen Korb auf den Schreibtisch und den anderen auf den Behandlungstisch. Vorsichtig öffne ich den Korb indem ich den Deckel abhebe. Darin sitzt eine Katze die sich ganz klein macht. Sie hat eine riesen Angst vermute ich. Bevor ich die Katze berühre, rede ich mit ihr: „Mein kleines Kätzchen. Jetzt brauchst du keine Angst mehr zu haben. Hier bei uns wirst du es besser haben wie an dem Ort an dem du bisher gelebt hast. Ja, schnupper nur an meiner Hand. Die Hand wird dir nichts tun. Ich möchte dich nur Untersuchen. Das werde ich ganz vorsichtig machen. Nein, fauchen brauchst du nicht und auch nicht hauen. Ich werde ganz vorsichtig sein.“ Während ich mit ihr rede strecke ich langsam meine Hand aus und lasse sie an meinen Fingern schnuppern. Als ich sie jedoch streicheln will, fängt sie an zu fauchen und schlägt nach meiner Hand. Obwohl sofort meine Hand an fängt zu bluten, ziehe ich diese nicht zurück. Sondern halte diese weiter zur Katze hin. Dann senke ich langsam meine Hand und lege diese leicht auf den Kopf der Katze. Diese macht sich noch kleiner. Vorsichtig bewege ich meine Finger und ich fange an, die Katze zwischen den Ohren zu kraulen. Das scheint ihr zu gefallen. Da kommt mir eine Idee und ich sage zu der Mitarbeiterin: „Stell doch mal den anderen Korb hier hin und mache den Deckel ab. Aber langsam! Keine schnellen Bewegungen!“ Die Mitarbeiterin nimmt den zweiten Korb und stellt ihn langsam auf den Behandlungstisch. Dann nimmt sie den Deckel ab. Somit kann die zweite Katze sehen, was mit der ersten geschieht. Auch diese Katze macht sich ganz klein. Da aber nichts weiter passiert hebt sie ihren Kopf und sie sieht sich um. Als sie die andere Katze sieht fängt sie leise an zu Miauen. Die erste Katze antwortet genau so leise. Noch immer kraule ich diese Katze am Kopf. Es scheint ihr zu gefallen. Langsam strecke ich meinen anderen Arm aus und lasse auch diese Katze an meinen Fingern schnuppern. Da diese Katze sieht, das ich ihren Kumpel mit den Fingern kraule, lässt sie auch dieses geschehen. Nun kraule ich beide Katzen zwischen den Ohren. Beiden gefällt dieses, denn beide fangen an zu schnurren. Ich bewege meine Hände und streichele sie nun über den Kopf. Auch das lassen sich beide gefallen. Das erste Vertrauen habe ich nun von den beiden.

Ich höre auf beide Katzen zu Streicheln. Da erhebt sich die erste und geht zur zweiten Katze. Sie legt sich zu ihr in den Korb. Auch egal! Ich fange an die erste Katze zu Untersuchen. Abhören, abtasten und feststellen ob Männchen oder Weibchen. Es ist ein Mädchen, also ist das Eve! Ich taste sie weiter ab und merke eine Beule an ihrem Bauch. Das muss ich gleich genauer untersuchen. Sonst kann ich bei ihr nichts feststellen.

Ich wende mich Adam zu. Auch ihn höre ich ab. Ein leichtes Geräusch an der Lunge, welches ich noch genauer untersuchen muss, dann taste ich auch ihn ab. Ich kann beim Tasten nichts feststellen. Ich höre nochmals seine Lunge ab. Ich höre ein deutliches Rasseln. Also hat er eine Lungenentzündung. Ich nehme eine Spritze und zapfe ihm ein bisschen Blut ab. Das muss ich zunächst untersuchen, bevor ich mit der Behandlung der Lungenentzündung anfange.
Ich wende mich wieder Eve zu, nachdem ich Adam noch ein wenig gestreichelt habe. Nochmal taste ich ihren Bauch ab. Die Beule ist deutlich zu ertasten Aber Schmerzen scheint sie nicht zu haben. Es kann ein Nabelbruch, ein Leistenbruch oder ein Tumor sein. Nur eine Untersuchung mittels Ultraschall kann hoffentlich Sicherheit bringen. Ich lasse das Ultraschallgerät holen. Als das Gerät da ist, wird der Raum verdunkelt und setzte den Kopf des Gerätes an. Vorsichtig bewege ich den Kopf, damit ich der Katze keine Schmerzen zufüge. Bei der Untersuchung stelle ich fest, das sie tatsächlich einen Nabelbruch hat. Das muss ich operieren. Schnell treffe ich alle Vorbereitungen. Adam wird in einen Nebenraum gebracht. Ich setze die Narkosespritze und nachdem die Wirkung eingesetzt hat, beginne ich mit der OP. Nach gut 60 Minuten ist alles erledigt und Eve liegt in einem Korb im Nebenraum. Adam schnuppert an Eve, dann schaut er mich an. Ich erkläre ihm, warum seine Freundin oder Schwester, schläft. Dann untersuche ich das Blut von ihm. Es sind leichte Entzündungswerte festzustellen. Sonst ist alles in Ordnung. Ich setzte bei Adam eine Spritze, dann bringe ich ihn zu Eve. Sofort kuschelt sich Adam an Eve, die zwar wach ist, aber noch sehr schwach.

Ich streichele beide Katzen noch einen Moment. Dabei ordne ich an, das beide hier in diesem Zimmer bleiben sollen und innerhalb der nächsten zwei Stunden nichts essen dürfen. Dann gehe ich wieder in mein Büro. Ich erledige einiges an Papierkram und will gerade zum Telefongreifen als die Tür aufgeht und der Tierarzt herein kommt. „Guten Morgen, Spar dir den Anruf ich bin schon da!“ Ich muss lachen, aber genau ihn wollte ich anrufen. Ich erzähle ihm von Adam und Eve und auch von der OP und den Untersuchungsergebnissen. Er meint: „Ich kenne die Frau. Damals als sie die Katzen bekommen hat, war sie bei mir. Ich habe beide Kastriert. Danach habe ich die Katzen nie mehr gesehen. Sie kam zwar ab und an zu mir in die Praxis, hatte aber immer nur einen Hund bei sich. Ich dachte immer das die Katzen wieder weg sind. Auch als ich einmal bei ihr war, habe ich nichts von Katzen bemerkt. So wie du mir das Verhalten der Katzen erklärt hast, waren sie Zeit ihres bisherigen Lebens in dem einen Raum eingesperrt. Oh Mann, das sind über vier Jahre.“ Ich schaue ihn erschüttert an. „Vier Jahre? Die armen Katzen!“ Zusammen gehen wir zu den Katzen.

Als wir dort ankommen untersucht der Tierarzt die beiden und ist zufrieden. Dann gibt er den Rat: „Ich würde die beiden einige Tage hier in dem Raum lassen. In der Zeit kann die OP-Wunde verheilen. Ich vermute, das die beiden noch nie mit anderen Tieren zusammen gekommen sind. Und falls sie in Panik geraten, könnte die Wunde wieder aufgehen. Außerdem können sie sich dann schon mal an Menschen gewöhnen.“ Ich stimme zu und sage: „Das hatte ich auch geplant. Mindestens eine Woche wollte ich sie hier lassen. Von hier aus können sie ja auch durch das Fenster sehen und die anderen Katzen beobachten.“

Eine Woche später kam der Tierarzt gegen Mittag zum Tierheim. Wir wollen versuchen Adam und Eve mit den anderen Katzen zusammen zu bringen. Zur Sicherheit sind noch drei andere Mitarbeiter da. Doch zunächst schaut der Tierarzt noch mal nach der OP-Wunde. Er ist zufrieden mit der Heilung. Der Tierarzt nimmt Adam auf den Arm und ich mache dasselbe mit Eve. Dann gehen wir zum Katzenraum. Zuerst betreten die drei Mitarbeiter den Raum, dann folgt der Tierarzt und anschließend ich. Hinter uns schließt ein Mitarbeiter die Tür. Im Katzenraum leben zurzeit 27 Katzen. All schauen uns neugierig an. Adam und Eve fangen beide an zu zittern und wollen von den Armen runter. Zuerst setzt der Tierarzt Adam auf den Boden. Adam flitzt sofort auf einen Schrank der im Raum steht. Dort drückt er sich in die hinterste Ecke. Als der Tierarzt mich ansieht, setze ich Eve auf den Boden. Auch siespringt sofort auf den Schrank und in die Ecke. Die anderen Katzen in dem Raum wollen auch auf den Schrank springen, doch zusammen mit den Mitarbeitern dem Tierarzt und mir verhindern wir das. Der Tierarzt meint: „Das ist nicht böse gemeint von den anderen Katzen, die sind nur neugierig. Lassen wir erst mal die Aufregung abklingen, dann wird es schon was. Setzen wir uns. Heh, was ist das denn?“ Alle blicken wir in Richtung Schrank. Wir sehen Adam und Eve in ihrer Ecke sitzen und wir sehen Cäsar, ein 18 Jahre alter Kater der seit fünf Jahren hier im Tierheim lebt. Cäsar ist ein Einzelgänger. Er hat in all den Jahren die er hier bei uns ist keine Freundschaft geschlossen. Nie hat er mit anderen Katzen gekuschelt oder gespielt. Er hat alle anderen Katzen zwar akzeptiert aber das war es auch. Immer lag er in seiner Ecke und wenn doch mal eine Katze zu ihm ging hat er geknurrt.

Nun saß Cäsar oben auf dem Schrank. Er beobachtete Adam und Eve, sonst machte er nichts. Ich sagte: „Nur die Ruhe. Lassen wir ihn. Mal sehen was passiert, denn schließlich hat er das noch nie gemacht. Immer wenn ein neu Zugang kam, hat er zwar auf gesehen aber das war es auch schon.“ Abwartend standen wir nun in dem Raum. Auch die anderen Katzen lagen oder saßen im Raum und beobachteten die drei auf dem Schrank. So ging es wohl eine halbe Stunde lang. Dann bewegte sich Eve und ging vorsichtig auf Cäsar zu. Dicht vor ihm blieb sie stehen und schnupperte an Cäsar. Dieser rührte sich nicht. Dann kam auch Adam langsam zu Cäsar. Auch er schnupperte an ihm. Gespannt verfolgten wir was nun passieren wird. Nun beginnt Cäsar an Eve zu schnuppern, dann schleckt er ihr über die Augen. Auch bei Adam macht er es so. Dann springt Cäsar vom Schrank. Unten angekommen schaut er nach oben und macht einmal „Miau“. Dann wartet er. Adam und Eve schauen sich an, dann springen auch sie vom Schrank und setzen sich neben Cäsar. Dieser steht auf und geht nach draußen. Adam und Eve folgen ihm. An seinem Lieblingsplatz legt Cäsar sich hin und Adam und Eve legen sich daneben. Vorsichtig kommen die anderen und schnuppern an den beiden. Diese lassen sich das gefallen, jedoch sind sie am Zittern. Erst als Cäsar seinen Kopf auf die Vorderpfoten legt, beruhigen sie sich.

Adam und Eve freundeten sich mit Cäsar an. Immer lagen sie zusammen und waren am kuscheln. Auch mit den anderen Katzen spielte Adam und Eve. Cäsar saß dann immer auf seinen Platz und schaute der Toberei zu. Jedoch hat sich Cäsar nie mit den anderen Katzen angefreundet. Wenn eine zu nah kam, knurrte er noch immer. Nach einem Jahr wurden Adam und Eve in eine nette Familie vermittelt. Cäsar durfte natürlich mit. Noch drei Jahre lebte Cäsar in der Familie. Er ist ein richtiger Schmusekater geworden. Adam und Eve haben mehrere Wochen um ihren Cäsar getrauert. Dann kam die Familie zusammen mit den beiden Katzen ins Tierheim, wo die beiden Katzen sich einen neuen Senior aussuchten. Dieser Kater war 15 Jahre alt. Als Adam und Eva in dem Katzenraum waren, gingen sie sofort zu dem Kater und schmusten mit ihm. Auch dieser Kater lebte lange bei der Familie.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #178
Ich lese fast seit Beginn regelmäßig mit und bin immer wieder überrascht!
Wo bleibt Hollywood? Auch für eine Fernsehserie gäbe es inzwischen genügend Stoff, weitere Geschichten sind vermutlich in Vorbereitung.
Bitte schreibt weiter und meine Hochachtung für "Gerda". ;-)
 
  • Post aus Bayern Beitrag #179
Eine Besuch im Zoo, oh oh oh oh
Die Schülerinnen der Grundschulklasse sind unterwegs zum Zoo in unserer Stadt. Auch ich sitze mit im Bus der uns dort hinbringt. Es sind 30 Schülerinnen und 8 Erwachsene die im Bus sitzen. Auch meine Tochter die in die Grundschule geht ist dabei. Der Klassenlehrer hatte mich gebeten bei der Fahrt dabei zu sein, schließlich verfüge ich um einiges an Wissen in Bezug auf die Tiere. Der Bus ist um 9.00 Uhr von der Grundschule los gefahren. Wir werden um etwa 9.45 Uhr am Zoo ankommen. Dort wird den Kindern noch mal gesagt, dass sie zusammen bleiben sollen und dann wollen wir in den Zoo. Auch Essen wollen wir im Zoo. Ende wird gegen 16.30 Uhr sein.
Als wir auf dem Parkplatz ankommen, wollen die Kinder natürlich sofort in den Zoo. Es fällt schwer sie im Zaum zu halten, aber es klappt. Zusammen gehen wir zum Eingang und betreten den Zoo. Im Zoo gibt es Wegweiser, so das man sich auf einem Rundgang durch den Zoo befindet. Dadurch kommt man in alle Bereiche. Kein Tiergehege wird dabei ausgelassen. Einige der Kinder, darunter meine Tochter, laufen schon vor. Zuerst kommen wir zum Affengehege. Dort sind verschiedene Affenarten untergebracht. Da alle Kinder wieder da sind, bringe ich mein Wissen über Affen an die Kinder herüber. Natürlich weiß ich nicht alles über die Tiere im Zoo, aber ich habe vorher noch einiges gelesen, so das ich genau das wiedergeben kann. Auch Fragen der Kinder beantworte ich.

Bei allen Bereichen im Zoo muss ich viele Fragen beantworten. Aber ich bin gewappnet. Um 12.30 Uhr gehen wir zum Essen. Es gibt Bratwurst und Pommes. Die Kinder sind begeistert. Schon eine halbe Stunde später sind wir wieder unterwegs. Wir kommen bei den Elefanten, den Bären, den Greifvögeln und am Aquarium vorbei. Immer stelle ich mein Wissen zur Verfügung. Natürlich wird auch die Lehrerin viel gefragt. Auch sie beantwortet fast alle Fragen. Die Lehrerin und ich vermitteln unser Wissen so gut es geht. Als wir zum Wolfsgehege kommen, werden die Fragen der Kinder intensiver. Schließlich wissen sie von meiner Arbeit im Tierheim. Ich erkläre ihnen so einfach wie es geht, was es mit Hunden und Wölfen auf sich hat.

Schon läuft die Rasselbande weiter. Wir kommen in den Bereich des „Streichelzoos“. Dort gibt es Meerschweinchen, Ziegen und auch Schafe. Natürlich bleiben wir hier etwas länger. Aber auch hier kommen wieder Fragen an die Lehrerin und mich. Diesmal sind es Fragen nach den Tieren hier. Beim Weitergehen kommen wir zum Raubkatzen Bereich. Dort sind Löwen (für die Kinder uninteressant) Tiger, Panther, Luchse, Geparden und Wildkatzen. Letztere sehen den Hauskatzen sehr ähnlich.

Nun kommen die Fragen Knüppeldick. Fragen wie zum Beispiel: „Warum sind die größer als meine Miez? kann man die als Haustiere halten?, dürfen wir die Streicheln?“ und noch viele andere. Hier brauchte ich vorher nichts nachlesen. Das weiß ich alles und ohne lange zu überlegen Beantworte ich die Fragen. Natürlich wird auch die Lehrerin gefragt, doch immer sagt sie, das die Kinder mich fragen sollen. Schließlich weiß sie von meinem umfangreichen Wissen über Katzen. Gut, dazu gehören mit Sicherheit nicht die Großkatzen, aber diese sind so Ähnlich wie die Hauskatze. Keiner der bei diesem Zoobesuch dabei war, wusste z.B. das Tiger und Hauskatzen als einzige von allen Katzenarten Wasser mögen, Löwen als einzige im Rudel Leben. Als ich dieses erklärte sagte eines der Kinder: „Warum sagt man den immer, da Hauskatzen immer zu zweit gehalten werden sollen? Die leben doch nicht im Rudel!“ Darauf antwortete ich: „Es ist richtig, das Hauskatzen nicht im Rudel leben, aber einen Spielkameraden brauchen sie. Kein Mensch kann einen Spielkameraden ersetzen. Oder würdest du gern deiner Miez die Ohren auslecken?“ Das Gelächter der Kinder war groß, aber sie verstanden was ich meinte. Zum Schluss des Besuches kamen wir zu den Kamelen und Dromedaren. Direkt daneben lebten einige Giraffen. Natürlich wusste ich welche Frage auf mich zukommen würde, bei den Giraffen. Und da war sie schon: „Warum haben die Giraffen einen so langen Hals?“ wurde die Lehrerin gefragt. Da sie nicht genau wusste was sie sagen sollte wandte sie sich an mich. Ich konnte mir den Witz nicht verkneifen: „Was glaubst du wie herrlich es ist, wenn kaltes Wasser durch einen so langen Hals läuft? Nein, Scherz beiseite! Früher waren die Giraffen viel kleiner. Doch schon immer haben sie die Blätter von den Bäumen gefuttert. Da irgendwann die Blätter unten an den Bäumen nicht mehr zu erreichen waren, haben die Giraffen einen langen Hals gemacht. So kam es im Laufe der Zeit, das die Hälse immer länger wurden. Wobei auch eine Giraffe hat nur 7 Halswirbel, wie jedes Säugetier.“ Nun musste selbst die Lehrerin und alle anderen Eltern erstaunt kucken. Das haben alle nicht gewusst. Ich erklärte den Eltern und der Lehrerin, das so die Meinung der Wissenschaft ist.
Dann war der Rundgang durch den Zoo zu Ende. Langsam gingen wir wieder in Richtung Bus. Dort angekommen wurde erst einmal nachgezählt ob auch alle Kinder da waren. Dann ging es in den Bus. Gerade als ich einsteigen wollte, warf ich noch einmal einen Blick nach hinten. Ich stutzte. Irgendwas liegt da doch vor dem Hinterrad. Ich sage dem Fahrer das er auf keinen Fall anfahren soll, da etwas vor den Hinterrädern liegt. Da der Motor schon lief, stellt er diesen wieder aus und folgt mir zum Hinterrad. Als ich mich bücke, sehe ich das dort ein Hundewelpe liegt. Auch der Busfahrer bückt sich. Dann holt er vorsichtig den Welpen unter dem Bus hervor. Das scheint ein erst paar Tage alter Welpe zu sein, denn seine Augen sind noch geschlossen. Der Fahrer fragt mich was er machen soll, woraufhin ich antworte: „Gib mir den Hund und lauf dann wieder zum Zoo und frag dort nach Hilfe!“ Sofort läuft er, nachdem ich den Hund genommen habe, zum Eingang des Zoos. Der Welpe, ein Dackel, zittert stark. Auch versucht er immer wieder an meinen Fingern zu nuckeln. Anscheinend hat er Hunger.
Fünf Minuten später kommt unser Busfahrer in Begleitung einer jungen Frau zurück. Die Frau stellt sich vor und sagt dann: „Wir können leider für den Welpen nichts tun. Aber wir rufen gerne im Tierheim an, damit die sich um den Hund kümmern. Ich kann das Tierheim nur empfehlen. Die dortige Tierheim-Leiterin kämpft um jedes Tier. Mit Sicherheit auch um diesen kleinen. Der ist doch höchstens 7 Tage alt. Also bei Frau XXXXX ist das Tier in guten Händen:“ Ich muss lächeln. Da sagt der Busfahrer: „Darf ich vorstellen: Frau YYYYY, Sekretärin des Zoodirektors und meine Tochter und Frau Gerda XXXXXX.“ Als er das sagt muss er lachen. Die junge Frau schaut mich erstaunt an und meint nur: „Entschuldigung, aber das wusste ich nicht. Mein Vater hat nur gesagt, das ein Welpe unter seinem Bus lag und eine der Eltern nun diesen Hund auf dem Arm hat. Vater, du hättest mir gleich sagen können das das Frau XXXXXX ist!“ Sie wendet sich wieder an mich um sich noch mal zu entschuldigen, aber ich unterbreche sie und sage: „Schon gut. Es kann nicht jeder wissen wer ich bin. Also wir nehmen den Hund mit und ich werde mich persönlich, wie immer, um den Hund kümmern. Ich frage mich nur die ganze Zeit, wo das Tier herkommt. Weggelaufen kann er nicht sein, dafür ist er zu klein. Wie sie schon sagten, der ist höchstens eine Woche alt. Ich glaube wir müssen den ganzen Parkplatz absuchen ob nicht noch irgendwo Hunde sind. Nur ohne Absperrung des Parkplatzes geht das nicht. Kann ich bei Ihnen Telefonieren, ich muss die Polizei anrufen, damit die die Einfahrten absperren. Schließlich haben sie heute bis 24.00 Uhr auf und es kommen immer mehr Autos. Da kann man keine Suchaktion starten. Helfer hätte ich ja. Was glauben sie, wenn ich die Kinder mit einspanne, was die für einen Spaß hätten. Sehen Sie selbst, die drücken sich die Nasen platt an den Scheiben.“ Sie gibt mir recht und sagt, das sie sofort die Polizei anrufen wird und da zum Parkplatz nur zwei Einfahrten da sind, diese mit Sicherheit schnell abgesperrt werden können. Schon läuft sie los.

Keine 5 Minuten später höre ich die Martinshörner von mehreren Einsatzwagen. Ein Wagen hält bei uns und ein Beamter steigt aus. Er grüßt kurz und sagt dann: „Hallo Gerda! Ich habe es mir gleich gedacht das du es bist. Du kannst anfangen mit deinem Suchtrupp. Die Zufahrten sind gesperrt. Am besten fängst du hier, in diesem Bereich des Parkplatzes an, dann können wir diesen Bereich schnell wieder freigeben.“ Ich stimme ihm zu und steige wieder in den Bus. Noch immer habe ich den Welpen auf dem Arm. Schnell unterrichte ich die Kinder was nun geschehen soll. Die sind Feuer und Flamme. Zusammen mit den Eltern machen sie sich auf die Suche. Auch einige Beamte beteiligen sich. Vom Zoo kommen mehrere Mitarbeiter und beteiligen sich an der Suche. Einer kommt auf mich zu und er sagt: „Ich habe hier eine Flasche mit Milch. Stammt zwar vom Wolf, aber es ist wenigstens etwas für den kleinen. Außerdem wird er dadurch mit Sicherheit nicht zum Wolf!“ Beide müssen wir Lachen und er nimmt mir den Welpen vom Arm. Dann gibt er ihm die Flasche und der Welpe fängt an zu trinken. Ich schaue nach den Kindern und sehe das sie schon bald mit dem Bereich des Parkplatzes auf dem unser Bus steht, fertig sind. Kaum ist das geschehen als auch schon dieser Bereich durch die Polizei frei gegeben wird. Mehrere Autos fahren auf den Parkplatz und die Insassen fragen natürlich was los ist. Es wird ihnen gesagt und schon machen sich fast alle mit auf die Suche.

15 Minuten sind vergangen als eines der Kinder ganz Aufgeregt nach mir ruft. Sofort eile ich zu dem Mädchen. Dort angekommen sehe ich ein Dackelweibchen und fünf Welpen liegen. Das Weibchen wedelt mit dem Schweif als ich ankomme. Sofort sehe ich, das an ihrem Hinterlauf eingetrocknetes Blut klebt. Auch ein weiterer Welpe hat Blut am Fell kleben. Das kann aber auch von der Mutter stammen. Schnell schaue ich nach und atme auf. Das Blut an dem Welpen stammt tatsächlich von der Mutter. Da inzwischen alle Kinder und die Eltern da sind, entschließe ich mich dazu, das die Kinder die Welpen tragen und ich werde die Mutter zum Bus bringen. In diesem Moment hält der Bus neben uns und die Tür geht auf. Fünf Kinder, darunter die Finderin, nehmen jeweils einen Welpen auf den Arm und ich nehme die Mutter auf den Arm. Dann steigen wir alle in den Bus, der sich kurz darauf in Bewegung setzt.
Auf dem Weg zur Schule, wo die anderen Eltern auf ihre Kinder warten, kommen wir auch am Tierheim vorbei. Ohne zu fragen biegt der Busfahrer in Richtung Tierheim ab um mich und die Hunde dort ab zusetzten. Einige Eltern helfen mir die Tiere in den Behandlungsraum zu bringen. Dann fährt der Bus weiter. Ich kümmere mich um die Tiere. Auch ein Mitarbeiter hilft mir. Zunächst holt er einen großen Korb worin wir die Tiere legen. Dann fange ich mit der Untersuchung an. Zunächst nehme ich mir die Welpen vor. Alle sind gesund und in der Tat höchstens eine Woche alt. Dann untersuche ich die Mutter. Vertrauensvoll schaut sie mich an und als ich sie streichele, fängt sie an, an meiner Hand zu schlecken. Sie hat nur eine Fleischwunde die ich schnell behandelt habe. Zur Sicherheit mache ich aber noch eine Röntgenaufnahme. Auch darauf ist keine weitere Verletzung zu erkennen. Dann lasse ich sie wieder zu ihren kleinen.

Am nächsten Tag, ich sitze gerade wieder in meinem Büro und erledige einige wichtige Telefon Anrufe, klopft es an der Tür und herein kommt das Mädchen welches die Hundemutti mit ihren Welpen gefunden hat. Auch die Eltern sind dabei. Nachdem wir uns begrüßt haben und am Schreibtisch sitzen, fängt der Vater des Mädchens an zu reden: „Als unsere Tochter Lisa gestern vom Zoobesuch zurückkam und uns die Geschichte erzählte haben wir es erst nicht geglaubt. Eine Freundin unserer Tochter wohnt direkt neben uns und als die Eltern von der die Geschichte bestätigten konnten wir es trotzdem nicht glauben. Darum habe ich die Lehrerin angerufen und auch sie bestätigte die Geschichte. Heute wollte meine Tochter unbedingt hier hin um nach den Hunden zu sehen. Ich hoffe doch, das sie das darf?“ Natürlich darf sie und zusammen gehen wir zur Krankenstation, wo die Dackeldame mit ihren 6 Welpen in einem Zimmer untergebracht ist.

Als die Mutti uns sieht fängt sie an mit dem Schweif zu wedeln. Auch ist sie freudig am Bellen. Sofort geht Lisa zu dem Hundekorb und fängt an die Mutti zu streicheln. Dann sagt sie zu ihren Eltern: „Papi, Mami, das ist der Hund von dem ich erzählt habe. Ich habe ihn so lieb! Darf ich den haben? Vielleicht auch noch eines der Kinder, damit sie nicht so alleine ist wenn ich in der Schule bin?“ Fragend schaut sie ihre Eltern an und diese mich. Ich zucke mit der Schulter. Schließlich liegt die Entscheidung bei den Eltern und nicht bei mir. Hinter uns entsteht eine Bewegung und als ich mich umdrehe, stehen an der Tür mehrere Erwachsene mit ihren Kindern. Alle wollen zur Dackelfamilie. Schnell entnehme ich den Gesprächen, das es sich bei den Kindern um die Kinder handelt, die die Hunde in den Bus getragen haben und diese während der Fahrt auf ihrem Schoß hatten. Alle wollen einen der kleinen.

Nach ein paar Minuten, so scheint es, haben sich die Eltern mit ihren Kindern geeinigt. Damit wären alle sieben Hunde vermittelt. Die Kinder wollen natürlich die Hunde sofort mitnehmen, doch das geht natürlich nicht. Ich versuche das den Kinder zu erklären: „ Wie ich höre haben eure Eltern nichts dagegen das ihr einen Hund haben könnt. Jedoch geht das zunächst nicht. Der Grund ist, das die kleinen noch Babys sind. Ihr müsst noch ein paar Wochen warten. Dann könnt ihr sie haben. Doch zunächst muss die Mama ihren Kindern etliches beibringen was wir Menschen ihnen niemals beibringen könnten. Ihr wisst ja, das sich auch Tiere unterhalten Auch müssen sie erzogen werden. Und das kann nur die Mama machen. Aber sobald das erledigt ist, könnt ihr euren Hund haben. Wir werden gleich Fotos machen mit den Hunden die ihr haben wollt. Dann bekommt ihr auch den richtigen in ein paar Wochen.“ Die Kinder sind begeistert. Jedes nimmt das Tier auf den Arm welches es haben möchte, als die Fotos gemacht werden.

Vierzehn Wochen später ist es soweit. Jedes der Kinder holt seinen Hund ab. Lisa bekommt die Dackel Mama und auch eines der Welpen. Während der ganzen 14 Wochen an dem die Kinder auf die Abholung warteten waren diese öfters im Tierheim. Immer habe ich ihnen etwas über Hunde erzählt. Über das Leben von Hunden, über ihre Wesensarten und vor allem, wie der Mensch sich gegenüber Tieren verhalten soll. Immer hörten die Kinder aufmerksam zu und viele Fragen wurden gestellt, die ich alle beantwortete. Als die 14 Wochen um waren, hatte ich kleine Hundeexperten vor mir sitzen.
2 der Kinder von damals sind inzwischen Tierärzte geworden. Darunter Lisa! Die anderen wurden Tierarzthelferin oder Tierpflegerinnen.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #180
huhu tschikitta die geschichte ist wunderschön nur hab ich langsam entzugserscheinungen.

lg sina
 
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