Kleines Wunder
Ich bin spät dran! Denn zum ersten mal habe ich verschlafen. Ich sollte einfach nicht so lange mit Herbert, meinem Verlobten, so lange durch die Musikwirtschaften ziehen. Diesmal war es bis ein Uhr und das scheint mir doch etwas lange zu sein, weil ich um 6.00 Uhr wieder aufstehen muss. Mein Dienst beginnt schließlich um 8.00 Uhr
Während ich unterwegs zum Tierheim bin, überlege ich mir schon eine Ausrede wegen meines zu Spät Kommens. Doch ich finde einfach keine Ausrede, darum werde ich wohl nur die Wahrheit sagen.
Doch zur Wahrheit, nach meiner Ankunft im Tierheim, komme ich nicht. Denn bevor ich etwas sagen kann, sagt die Leiterin des Tierheim zu mir: „Herbert hat schon angerufen. Es ist alles klar! Beginn sofort mit der Arbeit, Claudia weiß schon was Du machen musst!“
Dankbar gehe ich zu Claudia und lasse mir von ihr sagen, was ich machen soll. Ich mache mich sofort an die Arbeit. Etwa drei Stunden arbeite ich, bis die Leiterin des Tierheim bei uns auftaucht. In der Hand hat sie einen Brief den sie mir reicht. Auf einer Seite steht in Deutsch: „Du wirst es verstehen!“ Mehr nicht. Aber es sind noch viele Zettel dabei, die in einer fremden Sprache und mit Kyrillischer Schrift, geschrieben sind.
Natürlich kann ich diese nicht lesen und ich schaue hilflos erst zu Claudia und dann zur Leiterin. Doch auch die beiden können mir nicht helfen. Ich frage die Leiterin ob ich mal Herbert anrufen darf und sie gibt sofort ihre Zustimmung. Zusammen gehen wir zum Ausgang des Gebäudes und als ich die Tür öffne. Fallen mir einige Zettel des Briefes aus der Hand. Da es etwas windig ist, fliegen die Zettel sofort weg und werden von einer mir unbekannten Frau wieder eingesammelt.
Als sie mir die Zettel wieder zurück gibt sagt sie etwas auf Russisch. Ich verstehe nicht was sie sagt, aber weil ich vor zwei Monaten in Leningrad war, weiß ich das es Russisch ist. Auf deutsch sage ich der Frau das ich nichts verstanden habe und nun redet sie auf deutsch mit uns.
Sie sagt das sie vor etlichen Jahren aus Russland gekommen ist und als sie die Zettel auf sich zukommen sah hat sie einfach zu gegriffen. Dabei warf sie einen Blick auf die Zettel und sah sofort die Russische Schrift. Sie vermutete aber, das ich russisch kann, da ich die Zettel kurz zuvor in der Hand hatte.
Die Leiterin fragte ob die Frau wohl uns den Brief vorlesen kann und sie stimmte zu. Wir drei gingen zum Büro der Leiterin und zunächst wurde Kaffee angesetzt. In dieser Zeit las die Frau den Brief durch und schüttelte mehrmals mit dem Kopf. Dann griff sie zu einem Zettel und einem Schreibtisch und fing noch einmal an den Brief zu lesen. Dabei schrieb sie immer wieder einige Buchstaben auf den Zettel.
Als sie fertig war, schaute sie wieder auf und meinte dann: „Sie wollen doch mit Sicherheit nicht über das Leben des letzten Zaren reden. Denn daraus bestehen die Zeilen. Aber mir ist aufgefallen das sehr viele Fehler in der Abschrift ist Diese Buchstaben habe ich aufgeschrieben und sie ergeben eine komplette Bitte an eine von euch beiden. Wer ist den Gerda?“ fragte sie noch zum Schluss und ich sagte ihr, das ich das bin..
Darauf gab sie mir ihren Zettel auf dem sie die ganze Zeit geschrieben hat. Ich fing an zu lesen: „Hallo Gerda! Ich hatte keine andere Möglichkeit um einen Hilferuf an dich zu senden. In unserem Tierheim, du kennst es ja, sind viele Tiere erkrankt. Verschiedene Rassen, aber alle zeigen die selben Symptome. Ich hoffe du kannst uns helfen. Ruf mich an, die findest die Nummer auf dem Umschlag.“
Da ich schon nach den ersten Worten in dem Brief angefangen bin, laut zu lesen holte unsere Leiterin sofort den Umschlag heran. Im Absender, eine mir unbekannte Adresse, stand auch eine Telefonnummer. Sofort wählte ich die Nummer, jedoch hörte ich nach einiger Zeit nur eine Stimme die etwas sagte. Darum gab ich der Frau den Hörer und sie lauschte nur kurz in den Hörer. Dann legte sie auf und sagte dabei: „Die Nummer gibt es nicht in Leningrad! Sie muss anders lauten.“
Nur kurz bin ich am Überlegen, dann greife ich wieder zum Hörer und rufe die Auslandsauskunft an. Dort lasse ich mir alle Vorwahlen von Leningrad geben. Jeder Stadtteil Leningrads hat eine eigene Vorwahl. Nun schaue ich mir noch einmal die Telefonnummer auf dem Brief an und stelle fest, das bei einer einzigen Telefon Nummer die letzte Zahl der Vorwahl überein stimmt mit der ersten Zahl einer Vorwahl.
Nun wähle ich die Nummer wieder und stelle die Ländervorwahl von Russland voran. Dann gebe ich den Hörer weiter an Anouschka, so heißt die Frau die uns beim Übersetzen hilft. Sie kennt schließlich die Angewohnheiten bei den Russen. Sie hört gespannt in den Hörer, dann sagt sie leise zu mir: „Wir werden abgehört!“ Mehr nicht, denn in diesem Moment meldet sich die Gegenstation.
Anouschka fängt an zu reden, sagt aber zwischen ihren Worten auch, das wir abgehört werden. Die Gegenstation scheint zu verstehen, denn es folgt ein Gespräch welches über die Familie erfolgt. Das scheint wohl keinen zu interessieren denn nach nur fünf Minuten hebt sie ihren Daumen und gibt mir den Hörer. Dabei sagt sie: „Die Leitung ist nun sauber. Achte aber auf ein Knacken, dann sind sie wieder am zu hören.“
Sofort nehme ich den Hörer und fange an meine Fragen zu stellen. Besonders interessiert mich der Zustand der erkrankten Tiere. Doch auf einmal höre ich ein verdächtiges Geräusch und gebe sofort den Hörer an Anouschka zurück. Über 5 Minuten führt sie ein zwangloses Gespräch. Dann zeige ich ihr einen Zettel. Auf dem habe ich geschrieben: „Ich komme sofort!“
In ihrem russischen Redefluss streut Anouschka immer wieder meine Nachricht ein und nach weiteren zwei Minuten legt sie auf. Sie sagt zu mir: „Ihre Botschaft ist angekommen. Nur seien sie sehr vorsichtig, weil die Familie unter Beobachtung steht.“ Nur kurz nicke ich, dann wähle ich schon die Nummer von Herbert und bitte ihn, sofort einen Flug nach Leningrad zu buchen. Aber Anouschka ist heftig mit den Händen am wedeln und sie sagt mir das sie mitkommt.
Also sage ich zu Herbert, das er zwei Tickets für den Flug buchen soll. Ohne ein Wort zu fragen, sagt Herbert zu mir, das er zwei Tickets buchen wird. Dann legt er auf und ich fahre sofort nach Hause. Dort packe ich einen Koffer und warte auf Herberts Antwort. Diese erfolgt schon 5 Minuten später und so setzte ich mich in ein Taxi das mich zum Flughafen bringt. Diesmal habe ich meine Tasche, auf Anraten von Anouschka, nicht dabei. Unterwegs rufe ich Anouschka an und teile ihr den Abflugtermin mit.
Sie meint, das sie das nicht schafft und ich sage nur zur ihr, das es gleich klingeln wird. Dann hat sie Abfahrt bereit zu sein. Dann lege ich auf und rufe einen Beamten der Polizei an. Dem schildere ich nur kurz den Notfall und schon höre ich, wie er über Funk mehrere Wagen ruft. Dann legt er auf.ohne mir eine Bestätigung meines Anrufes zu geben. Aber ich weiß, das alles gemacht wird, um Anouschka pünktlich zum Flughafen zu bringen.
Kurz vor dem Abflug treffe ich sie und wir unterhalten uns während des Fluges. Sie erfährt viel über mich und sie gibt mir den Rat, in Leningrad während der Zollbearbeitung, nur eine stumme Person zu spielen. Ich rage sie warum und erhalte zur Antwort, das ich auf Anraten meines Arztes nicht sprechen soll. Aber sie macht das schon.
Kurz nach der Landung geht es zur Zollabfertigung. Hier spricht nur Anouschka. Ich halte mich an ihre Vorgabe und sage kein Wort, zudem verstehe ich auch nicht was ich gefragt werde. Nur eine Frage verstehe ich. Es ist die Frage wo wir hinwollen. Anouschka schaut mich an und ich zeige den Zöllner die Adresse, die auf dem Briefumschlag gestanden hat. Diese habe ich Sicherheitshalber auf einem neutralen Zettel aufgeschrieben. Anouschka hat den dann ins Russische übersetzt.
Der Zöllner ist zufrieden und wir dürfen Den Zoll verlassen. Schnell suchen wir ein Taxi und Anouschka gibt dem Fahrer eine Adresse in der Innenstadt von Leningrad. Sofort fährt der Fahrer los und ich bemerke wie Anouschka sich umdreht. Dann gibt sie mir per Handzeichen zu verstehen das uns ein Wagen folgt. Dem Fahrer erklärt sie anschließend, warum wir beide uns nicht unterhalten während der Fahrt. Der Fahrer nickt nur mit dem Kopf und lässt uns anschließend in Ruhe.
Als wir bei der angegebenen Adresse ankommen, steigen wir aus und nehmen unser Gepäck aus dem Kofferraum. Wir bezahlen die Fahrt und der Wagen fährt davon. Nun wendet sich Anouschja an mich und sagt zu mir: „Du sagst auch weiterhin kein Wort. Wir gehen jetzt zu einem Freund von mir und dort werden wir übernachten. Er bringt uns auch anschlie0end zu der richtigen Adresse.
Ich frage sie, ob unsere Verfolger schon vergessen sind und sie verneint die Frage. Aber morgen wird uns keiner Erkennen wenn wir das Haus verlassen. Auch brauchen wir keine Angst zu haben vor einer Durchsuchung. Denn in dem Haus, was wir gleich Betreten, wohnen 500 Parteien. „Viel Spaß beim Suchen.“ sagt sie noch unter lachen.
Nur kurz gehen wir in eine bestimmte Richtung, dann biegt sie rechts ab, klingelt in dem Haus und geht sofort wieder zur Einfahrt zurück. Dort stellt sie sich mitten auf den Gehweg, so ist sie von allen zu sehen. Im gleichen Moment ertönt der Summer der die Tür öffnet und ich drücke dagegen. Anouschka fordert mich auf das Haus zu betreten und alle Koffer mitzunehmen. Als alles im Haus ist, läuft Anouschka schnell auf die offene Tür zu und sobald sie im Flur des Hauses steht, schließt sie die Tür.Dann sagt sie das ich mich sofort verstecken soll und ich laufe schnell zur Kellertreppe. Dort gehe ich einige Stufen hinab und erkenne gerade noch, das jemand durch das Fenster in der Tür schaut. Da in dem Häusern aber fünf Eingänge sind. Verstehe ich Anouschkas Aussage.
Kaum sind die suchenden Augen wieder aus dem Fenster in der Tür verschwunden, sagt Anouschka zu mir:!Lasse alles hier stehen. Es wird gleich abgeholt. Folge mir bitte bis in den dritten Stock, erst von da ab nehmen wir den Lift.“ Ich folge ihr wie ein Schatten und im dritten Stock ruft wir sie einen Lift und wir fahren anschließend in den 13 Stock des Hauses.
Dort öffnet Anouschka eine Tür u7nd ich bin doch erstaunt, das unsere Koffer schon im Flur stehen. Anouschka sagt dazu nur.“ Mache dir darüber keine Gedanken. Aber während wir in den dritten Stock sind, wurden die Koffer schon nach oben gebracht.
In der Wohnung ist niemand, doch nachdem wir die Wohnung betreten haben, schaut Anouschka in eine bestimmte Richtung und nur 5 Minuten später klopft es an der Tür. Es sind drei Männer die das Wohnzimmer betreten. Einer spricht mich direkt auf Deutsch an und ich schaue erst zu Anouschka, ob ich antworten darf,
Dann Antworte ich dem Frager und werde in den nächste Minuten genau geprüft, ob ich auch wirklich aus Deutschland komme. Dann stellt der Frager die letzte Frage: „Wie viele Titel hat Frau Gerda Xxxxx?“ Ich antworte ihm nur, das es keiner ist. Denn bisher habe ich keinen Titel!
Dann sagt der selbe Mann zu uns: „Morgen werdet ihr zu eurer Zieladresse gefahren. Es wird euch keiner wieder Erkennen! Doch nun lasst uns in eine andere Wohnung ziehen!“
Nur zwei Stockwerke tiefer ist die Wohnung die wir betreten. Nach einem Gespräch, wegen der Geheimnistuerei, verlassen uns die Männer wieder. Versprechen aber, das sie um 5.30 Uhr wieder da sind.
Noch lange frage ich Anouschka, warum diese Geheimniskrämerei Überhaupt sein muss. Sie erklärt es mir sehr genau. Auch sprechen wir über weiteres Vorgehen. Doch eine Farge brennt mir auf der Seele. Natürlich stelle ich diese und zur Antwort bekomme ich: „Schon einige Tage vorher bekam ich diesen Hilferuf aus der UdSSR. Ich habe mich sofort auf den Weg gemacht. Die Nachricht stand natürlich nicht in dem Brief, aber so ähnlich war er geschrieben,,´“
Nun war mir alles klar und ich fragte sie nach dem weiteren Verlauf. Sie klärte mich auf und nach 2 Stunden gehen wir schlafen. Da mein Bett schon benutzt aussieht und Anouschkas nicht, wechseln wir die Betten und schlafen bald ein.
Pünktlich um 5.30 Uhr erscheint ein Mann und sagt zu uns, das er der Maskenbildner ist. Über eine Stunde ist er zugange, um uns ein neues Aussehen zu geben. Als ich in den Spiegel schaue, erkenne ich mich selber nicht wieder. Der Mann hat ganze Arbeit geleistet
Wir frühstücken und eine Stunde später verlassen wir das Haus. In dem von uns beobachteten Wagen erfolgt keine Reaktion. Auch zwei Stunden später, wie uns am Telefon bestätigt wird, stehen die Beobachter noch an der selben Stelle. Nur da sind wir schon etwa 60 Kilometer von ihnen entfernt.
Nun geht es zur richtigen Adresse und als wir dort ankommen, sorgen wir erst einmal für Verwirrung.
Seid ihr Neugierig?
Weiter geht es im nächsten Teil!
Freut euch also drauf!