Bärli
Heute will der Tierarzt einen Hund bringen, der in den letzten vier Monaten bei ihm gelebt hat. Der Hund ist zu dem Tierarzt verletzt gebracht worden. Der Hund ist von dem Tierarzt und mir wieder aufgepäppelt worden, aber leider hat er mehrere Behinderung über behalten. Als das da sind das ihm eine Pfote fehlt und das er sehr kurzatmig ist.
Außerdem kann er nur noch etwa 30% auf einem Auge sehen. Auf dem anderen ist er ganz Blind und auch sein Gehör ist schwer geschädigt. Trotzdem wollen wir versuchen den Hund zu vermitteln. Dazu habe ich mir selber eine Frist gesetzt von 12 Monaten. Sollte er in der Zeit nicht vermittelbar sein, darf der Hund bis zu seinem Lebensende im Tierheim bleiben.
Aber ich habe den Hund seit 1,5 Monaten nicht gesehen. Ich bin richtig gespannt auf ihn und warte gespannt auf ihn. Aber ich muss mich auch um die tägliche Arbeit im Tierheim kümmern. Darum sitze ich in meinem neuen Büro und mache die Abrechnung des Monats fertig.
Ich sitze etwa drei Stunden über den Abrechnungen als ich einen mir vollkommen unbekannten Wagen auf den Parkplatz vor meinem Büro fahren sehe. Heraus steigt aber der Tierarzt und ich frage mich, was er mit dem fremden Wagen hier will. Als er auch noch einen Hund der anscheinend Behindert ist, kommt mir ein Verdacht.
Aber ich bleibe in meinem Büro und arbeite einfach weiter. Kurz bevor der Tierarzt die Tür aufmacht, er klopft niemals an, fällt bei mir der Groschen. Der Tierarzt ist mit dem Behinderten Hund da und kommt nun zu meinem Büro. Warum er mit einem anderen Auto kommt, wird er mir bald erzählen.
Als es an meiner Tür klopft, bin ich doch erstaunt und rufe „Herein!“ Der Tierarzt öffnet die Tür und er kommt mit dem Hund herein. Dieser legt sich sofort als er den Raum betreten hat in eine schattige Ecke des Raumes.
Dann erklärt er mir, nachdem er mich begrüßt, warum er geklopft hat. Der Hund soll lernen wie sich das klopfen an fremden Türen anhört. Außerdem soll er auch fremde Stimmen hören, denn bisher kennt er nur sehr wenige Stimmen. Das sind er selber, seine Frau und die Helferinnen des Tierarzt.
Dann nimmt er Platz und sofort legt sich der Hund neben ihn. Aber man merkt dem Hund an, wie er sich anstrengt um mit zu bekommen wie sich der Tierarzt verhält. Ich rede noch etwa 30 Minuten mit dem Tierarzt, dann geht er wieder. Den Hund lässt er bei mir.
Nun setze ich mich zu dem Hund und rede mit ihm. Ich erkläre ihm genau wie ich ihn trainieren werde, das man ihm seine Behinderungen, wenn er liegt nicht anmerkt. In der ganzen Zeit schaut mich der Hund an, doch ich weiß das er mich nicht versteht. Aber er soll sich auch nur in dieser ersten Lektion an mich gewöhnen. Mehr beabsichtige ich nicht mit meinem tun.
Kurz bevor ich Feierabend mache, bringe ich den Hund zum Hundehaus und gebe ihm einen Raum, wo er ganz allein ist. Denn bisher ist er nie mit anderen Hunden zusammen gekommen. Das will ich erst am zweiten Tag machen. Doch nun braucht er erst einmal Ruhe. Ich stelle noch Futter und Wasser in seinen Raum, dann gehe ich wieder.
Zu Hause rede ich mit Herbert über Bärli. So habe ich den Hund inzwischen für mich genannt. Herbert hat viele Ideen wie man dem Hund sein leben erleichtern kann. Ich merke mir viele Ideen von ihm, doch ich habe schon bei einigen von Herberts Ideen, Verbesserungen. Diese werde ich im laufe der Zeit alle bei Bärli ausprobieren. Vielleicht helfen sie Bärli ja.
Am nächsten Tag rufe ich zunächst Bernd zu mir. Er ist schon einige Jahre im Tierheim und vertritt mich, wenn ich nicht da bin. Ihm übergebe ich die Leitung des Tierheim und sage ihm aber auch, das er die Abrechnungen des Tierheim machen muss. Über zwei Stunden dauert unser Gespräch dann weiß er alles über das Tierheim. Zum Abschluss gebe ich ihm die Hand und sage ihm dann, das es bis zu einem halben Jahr dauern kann, bis ich die Leitung wieder übernehme. Denn solange vermute ich, wird das Training dauern.
Doch ich habe nicht mit Bärli gerechnet. Doch der Reihe nach!
Als ich den Raum betrete in dem sich Bärli befindet, steht dieser sofort auf und kommt zu mir. Ich streichel ihn und fange sofort an mit ihm zu reden. Nach 10 Minuten lasse ich durch einen Mitarbeiter, der vorher informiert wurde, die Tür zum Hundehaus öffnen.
Bärli bekommt trotz seiner Hörschwäche mit, das eine Tür geöffnet wurde. Mühsam erhebt er sich und humpelt zu der Tür. Bevor er sie erreicht hat, schaut Laika, eine Hündin von etwa der gleichen Größe wie Bärli, durch die Tür. Sie sieht sofort Bärli und kommt freudig mit dem Rest ihres Schwanzes, auch sie ist behindert und hat fast die selben Anzeichen wie Bärli, auf diesen zu.
Kurz bevor sie Bärli erreicht, setzt sie sich hin und fängt leise an zu kläffen. Bärli bleibt stehen und schaut nun zu Laika hin. Diese ist noch immer am kläffen und Barli setzt sich ebenfalls hin. Darum lasse ich die Hunde machen was sie wollen.
Über eine Stunde scheint Laika mit Bärli zu kommunizieren. Dann steht Bärli auf und schmust mit Laika. Da weiß ich, das sich zwei Hunde gefunden haben und sie gemeinsam alles lernen wollen was ich ihnen bei zu bringen versuche.
Nun kommen immer mehr Hunde in den Raum und Bärli bleibt nach einem kurzen Bellen von Laika ruhig und lässt sich von allen Hunden beschnuppern. Mein Plan ist aufgegangen denn ich wollte Bärli mit anderen Hunden zusammen bringen. Darum lasse ich die Hunde zusammen und fahre nach ein paar Stunden beruhigt nach Hause.
Bärli lernt dank Laika und den anderen Hunden sehr schnell, sich zurecht zu finden. Immer wieder an den Tagen der offenen Tür habe ich versucht Laika und Bärli zu vermitteln. Doch immer wieder verloren die Besucher das Interesse, wenn sie hörten welche Behinderungen Laika und Bärli hatten. Denn ich wollte die beiden zusammen vermitteln, denn die beiden gehören einfach zusammen.
Ich hatte die Hoffnung schon aufgegeben als ein Mann zu uns kam. Er steuerte sofort auf mein Büro zu und als er klopfte rief ich „Herein1“ Jedoch tat sich nichts und nach einem kurzen Augenblick klopfte es wieder. Daher stand ich von meinem Stuhl auf und ging zur Tür.
Als ich die Tür öffnete stand eben jener Mann vor mir und ich schaute ihn fragend an. Er aber sagte. :Entschuldigen sie bitte, gnädige Frau! Aber ich bin Taub und hätten sie jetzt nicht geöffnet, wäre ich weiter gegangen und hätte jemand von Tierheim gesucht. Ich muss sie immer von vorn sehen, denn ich kann sehr gut von den Lippen ablesen.“
Ich bat ihn herein und er nahm auf den von mir angebotenen Sessel Platz, Dann hörte ich mir seine Geschichte an. Er ist seit etwa 20 Jahren Taub und kümmert sich seit der Zeit un ältere Mitbürger. Jetzt hat er einen Ausflug geplant und da der Zoo für seine Rentner zu teuer ist hat er sich gedacht das er in unser Tierheim kommt um dieses zu besichtigen. Falls wir auch einige Tiere haben die sich streicheln lassen, sind alle glücklich.
Ich bin von seiner Idee begeistert und wir reden noch einen Moment über die Sache. Ich schlage vor, das es auch noch Kaffee und Kuchen für die alten Leute gibt und das sie natürlich die Tiere streicheln dürfen, wenn es die Tiere zulassen. Dann machen wir einen Termin aus. Der ist 2 Wochen später. Ich hatte um diesen Termin gebeten, weil wir auch noch etwas vorbereiten müssen. Sofort stimmt Adolf, so heißt der Mann, zu. Dann geht er wieder.
Zwei Tage vorher ruft mich Adolf an. Wir hatten es so ausgemacht, weil ich noch den Kuchen bestellen muss. Adolf sagte mir wie viel Personen an dem Ausflug teilnehmen, dann legte er wieder auf.
Ich aber fing nun erst richtig an zu Telefonieren. Bei drei Bäckern, mit denen ich im voraus alles abgemacht habe, sagten mir zu, das sie rechtzeitig liefern da der Kuchen schon fast fertig ist. Nur über den Preis haben wir nicht gesprochen, denn den hatten wir schon vorher festgelegt. Ich brauchte nur das Material bezahlen und darum war der Kuchen und auch der Kaffee für die Senioren kostenlos. Was bei 100 Mark kosten, auch verständlich war.
Am besagten Tag hält ein Bus auf unserem Parkplatz. Sofort gehe ich zu dem Bus und begebe mich in diesen. Dort begrüße ich alle Senioren auf das herzlichste und verkünde zunächst den Ablauf während der Besichtigung. Als erstes ist geplant, das die Senioren zunächst das Tierheim besichtigen. Für Leute mit Behinderung habe ich extra 15 Rollstühle bestellt. Natürlich mit den entsprechenden Helfern. Ein Anruf bei dem entsprechenden Hilfsdienst hat mir dabei geholfen.
Dann ist ein kleiner Vortrag von unserem Tierarzt geplant, der aber nur etwa dreißig Minuten dauern wird. Anschließend gibt es Kaffee und Kuchen und was ich besonders betone: „Vollkommen Kostenlos! Sie können also so viel Essen und Trinken wie sie wollen. Ich hoffe es ist genug für alle da!“
Dann beginnt der Tag für die Senioren. Ich erkenne bald, das sie für unser Tierheim Feuer und Flamme sind. Besonders tritt das hervor, als der Tierarzt spricht. Denn aus den 30 Minuten werden über eine Stunde. Bei Kaffee und Kuchen erfahre ich, das viele Senioren gerne ein Tier bei sich hätten aber die Leitung des Seniorenheimes lässt das nicht zu.
Darum hänge ich mich ans Telefon und spreche fast 30 Minuten mit der Leitung des Seniorenheimes. Dann habe ich eine Einigung mit der Leitung des Seniorenheimes erzielt. Es sollen nicht mehr wie 20 Tiere bei den Senioren leben. Dazu richtet unser Tierheim einen Außenstützpunkt ein und wir werden 20 Tiere dorthin bringen. Auch dazu fällt mir schon etwas ein, jedoch werde ich erst bei einem Gespräch mit den Senioren darüber berichten.
Bei den Begegnungen mit den Tieren sind Bärli und Laika die Stars der Vorstellung. Zwar werden viele Tiere gestreichelt doch die beiden sind einfach die Stars. Dann treffen wir uns alle wieder im Aufenthaltsraum des Tierheim.
Ich ergreife das Wort und sage zu den Senioren: „Ich habe mit eurem Seniorenheim telefoniert. Ich weiß, das ihr bisher keine Tiere halten dürft. Darum habe ich folgende Vereinbarung mit eurem Seniorenheim Getroffen. Ihr dürft bis zu 15 Tierpaare bei euch halten. Das heißt, das dreißig Tiere in eurem Heim Genehmigt sind., Ihr werdet ab sofort ein Außenbereich des Tierheim. Ihr bekommt alle Tiere die nicht vermittelt werden können.
Zunächst bekommt ihr nur einige wenige Tiere in eurer Heim. Schließlich müssen wir etwas umbauen. Aber sobald dieses fertig ist, bekommt ihr die volle Tierhaltung die mit eurem Heim Ausgemacht ist. Welche Tiere wollt ihr noch heute mitnehmen? Denn das hat euer Heim genehmigt! Aber es dürfen heute nur 4 Tiere sein.“
Nur kurz schauen sich die Senioren an, dann ist ihre Wahl gefallen. Es sind Bärli und Laika die ab sofort bei den Senioren leben dürfen. Ich freue mich für die beiden und lasse sie sofort holen. Als sie da sind, rede ich mit ihnen und sie scheinen mich zu verstehen. Denn sie fangen heftig mit ihrem Schweif an zu wedeln.
Das die beiden noch am gleichen Tag mit den Senioren mitfahren ist eigentlich klar. Zwar wurden nur vier Katzen in den nächsten Tagen zum Seniorenheim gebracht aber immerhin wurden 20 weitere Tiere zu dem Heim gebracht und die Senioren lebten wieder richtig auf.
Auch Bärli und Laika lebten richtig auf. Nur waren sie sehr traurig wenn ihre jeweiligen Pfleger nicht mehr da waren. Aber sofort kümmerten sich andere Senioren im sie und so wurden die beiden sehr alt. Danach holten die Senioren, es kamen alle, zwei neue Hunde mir Behinderung.