Der Nachtwächter
Ich habe meine Prüfung zur Ärztin, mit beschränktem Einsatzgebiet, vor einen Jahr gemacht und sitze nun am Weihnachtsabend im Tierheim und werde hier die nächsten 12 Stunden verbringen. Ich habe mich wie so oft freiwillig gemeldet Nicht um Pluspunkte zu sammeln, sondern weil es viele Mitarbeiter im Tierheim gibt, die auch kleine Kinder haben. Nur aus diesem Grund habe ich mich freiwillig zu dem Dienst gemeldet.
Bei uns im Tierheim kann man aber auch keine Pluspunkte sammeln. Jeder hat seine bestimmte Anzahl an Stunden und wenn er mal mehrere macht, hat er sie Zeitnahe ab zu feiern. So ist es auch mit meinen Überstunden. In absehbarer Zeit werde ich diese Stunden abfeiern.
Ich sitze nun seit sechs Stunden hier und gehe stündlich meine Runde. Inzwischen ist es 0,00 Uhr als mein Telefon klingelt. Ich wollte gerade zu meiner Runde aufbrechen, aber der Telefonanruf hindert mich daran. Schnell nehme ich den Hörer ab und melde mich unter dem Namen des Tierheim.
Auf der anderen Seite wird nur „Entschuldigung“ gemurmelt dann legt mein Gegenüber wieder auf. Bei nächsten mal,so nehme ich mir vor, melde ich mich anders.
Als mein Telefon nur etwa 2 Minuten später klingelt, nehme ich ab und meldet mich „ Hier ist das Tierheim in Xxxxx! Am Apparat ist Frau Gerda Xxxxx. Was haben sie für ein Anliegen?“
Am anderen Ende des Telefon meldete sich wieder der Mann von vorhin. Er fragte ob ich wirklich Frau Gerda Xxxxx bin und wie ich das beweisen kann. Ich sagte ihm, das er mich fragen kann was er will und ich werde versuchen es zu beantworten.
Dann stellte er eine Stunde eine Frage nach der anderen. Die meisten konnte ich beantworten, nur bei einigen musste ich passen. Aber ich versprach die wenigen Fragen die ich nicht wusste, sofort nach unserem Gespräch nach zu schlagen um die Lösung zu finden.
Er versprach morgen wieder anzurufen und die Antwort der restlichen Fragen ab zu warten.
Schließlich sind diese Fragen Lebenswichtig für die Hunde bei ihm. Bevor ich antworten konnte legte er auf.
Ich saß wie versteinert einige Minuten lang auf meinem Stuhl dann suchte ich die Bücher zusammen. Für die drei Fragen hatte ich anschließend 10 Bücher vor mir liegen. Doch ich entschied mich erst meine Runde zu gehen, Das würde mich etwas von meinen Gedanken ablenken.
Am nächsten Abend sitze ich in der Nähe des Telefons als es um kurz nach Mitternacht klingelt. Doch es ist nur der Tierarzt der mir zum neuen Jahr alles gute wünscht. Ich bedanke mich bei ihm und wünsche ihm ebenfalls ein gutes neues Jahr. Doch gleichzeitig kläre ich ihn auf, das ich auf ein wichtiges Gespräch warte.
Er versteht sofort und legt auf. Als mein Telefon einige Augenblicke später klingelt, ist es Herbert der mir zum neuen Jahr Glückwünsche schickt. Auch ihm erkläre ich die Lage, doch danach bleibt mein Telefon stumm. Auch in den nächsten Tagen ruft der Mann nicht mehr an.
Etwa 2 Wochen später klingelte das Telefon in unserem Bereich. Die Leiterin des Tierheim nahm sofort ab und reichte mir mit erstaunten Gesicht den Hörer. Es war eine Frau am Telefon und sie stellte mir genau die Fragen, die ich noch beantworten musste. Ich tat dieses ohne Umschweife und die Frau sagte am anderen Ende: „Dieses ist ein Telefonanruf aus Polen! Der Mann mir dem sie vor einiger Zeit gesprochen haben, ist leider schon gestorben. Er starb nachdem er ihre Nummer gewählt hatte.“
Ich war sehr erstaunt doch ich sendete zunächst meine aller herzlichen Grüße zu ihnen. Denn ich war wohl der letzte der mit ihm telefonieren wollte. Dann erzählte mir die Frau am anderen Ende der Leitung, warum der gestorbene Mann mich angerufen hat.
In ihrem Tierheim grassierte eine Seuche und sie könnten einfach nicht Herr der Seuche werden. Aber es betrifft nur die Hunde. Darum hat der Nachtwächter auch des Öfteren bei mir angerufen. Die Fragen dienten nur zu seiner Sicherheit.
Ich ließ mir die Ergebnisse der Hunde durchgeben, aber mein Endschluss stand schon fest. Ich musste nach Polen. Darum fragte ich nach der Adresse und bekam die erstaunte Auskunft.
Anschließend bat ich noch darum das an den jeweiligen Grenzen jemand wusste, das ich unterwegs bin. Was auch in den meisten Fällen klappte. Nur an der Grenze zur DDR hatte ich Schwierigkeiten, bis ein höherer Offizier eingriff.
Schon bald war ich in Polen und begab mich nach etlichen Kilometer Fahrt in das Tierheim. Doch zunächst wollte ich es als Besucher Gesuchen. Doch das klappe nicht. Schon nach wenigen Metern wurde ich Enttarnt und zur Tierheim-Leiterin geführt.
Sie fragte mich etwas auf Polnisch und ich zuckte nur mit den Schultern. Da meldete sich eine Polin die perfekt deutsch sprach. Sie übersetzte due Frage und ich konnte auf deutsch antworten. „Ich bin Frau Gxxxx aus dem Tierheim in XXXXX und ich möchte mich um ihre Hunde kümmern. Es gibt in ihrem Tierheim anscheinend eine Seuche und diese möchte ich bekämpfen.“
Noch einmal fragte mich die Leiterin nach meinem Namen. Dann gab sie auf Polnisch eine Befehle und anschließend konnte ich machen was ich wollte,
Bei der Seuche handelt es sich um Parovirose die nur durch eine Impfung durch bestimmte Medikamente ist eine Hilfe nötig. Aber dafür ist eine Komplette Infusion nötig Schnell beginne ich mit de Infusion doch schon
Bald merke ich, das mein Medikament nicht reicht.
Ich spreche darum mit der Tierheim-Leiterin und bekomme zur Antwort das es ca. 2 Wochen dauern wird, bis ich das Medikament erhalte. Ich lasse mir den zuständigen Bearbeiter ans Telefon geben und schon am nächsten Tag haben wir das benötigte Medikament.
Noch drei Tage bleibe ich bei den Hunden, dann sind alle auf dem richtigen Weg. Ich besuche noch das Grab von dem Mann der mich zunächst angerufen hat und lege einen Strauß Blumen nieder, dann fahre ich zurück.
An keiner Grenze habe ich Schwierigkeiten.