Post aus Bayern

Diskutiere Post aus Bayern im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Wundervoll ♡
  • Post aus Bayern Beitrag #141
Wundervoll ♡
 
  • Post aus Bayern Beitrag #142
wieder ein sehr schöne Geschichte..vielen Dank dafür.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #143
*schnief* ach was schööön!!! Danke schön für die Geschichten :a098:
 
  • Post aus Bayern Beitrag #144
Wieder eine SEHR schöne Geschichte!
 
  • Post aus Bayern Beitrag #145
Weihnachtswunder

Es ist der 24 Dezember und ich sitze im Vorraum meines Büros. Hier hat der Mitarbeiter der des Nachts Dienst hat, seinen Raum wohin er sich zurückziehen kann. Diesmal mache ich den Nachtdienst, da viele der Mitarbeiter und Arbeiterinnen kleine Kinder zu Hause haben und diese den Heiligen Abend feiern können.
Es ist inzwischen 22.00 Uhr, draußen ist es sehr kalt und es schneit wie verrückt. Die Sichtweite ist vielleicht 20 m. Im Tierheim ist alles ruhig. Alle Tiere scheinen zu schlafen. Ich schalte den Fernseher aus und greife zu meiner Winterjacke, da ich einen Rundgang durch das Tierheim machen will. Ganz schwach höre ich einen Hund bellen. Doch ich denke mir nichts dabei, denn im Tierheim bellt immer mal ein Hund.
Als ich das Bürogebäude verlasse höre ich wieder den Hund bellen. Diesmal ist es lauter und es kommt aus Richtung Einfahrtstor des Tierheim. Ich gehe zurück ins Gebäude und hole eine Taschenlampe. Damit gehe ich in Richtung des Hundegebells. Hat da jemand einen Hund draußen angebunden? schießt es mir durch den Kopf. Kurz vor dem Tor schalte ich die Taschenlampe an und sehe vor dem Tor einen Schäferhund. Dieser ist nicht angebunden, jedoch als er mich sieht fängt er lauter an zu bellen und läuft immer zu einem in der Nähe stehendem Gebüsch. Ich leuchte dort hin und sehe noch zwei weitere Hunde unter dem Gebüsch. Diese beiden heben noch nicht mal den Kopf als ich sie anleuchte. Sofort öffne ich das Tor und gehe zu dem Gebüsch. Da sehe ich, dass zwischen den beiden Hunden noch zwei Katzen liegen. Der große Hund kommt neben mich und nimmt vorsichtig eine der Katzen in sein Maul. Damit läuft er durch das Tor ins Tierheim. Sofort nehme ich einen der Hunde auf meinen Arm und laufe durch das Tor in Richtung des Behandlungsraumes. Der Schäferhund, mit der Katze im Maul, folgt mir. Ich öffne die Tür und lege den Hund auf eine Decke die in einer Ecke liegt. Der Schäferhund legt die Katze daneben. Anschließend rennt er wieder nach draußen. Ich folge ihm um den zweiten Hund zu holen. Unterwegs kommt mir der Schäferhund wieder entgegen. Er hat die zweite Katze im Maul. Schnell nehme ich den zweiten Hund und schließe das Tor. Abschließen kann ich später! Als ich mit dem Hund im Behandlungsraum ankomme, liegt der Schäferhund neben dem anderen Hund und den zwei Katzen. Er wedelt mit seinem Schweif und macht einmal: “Wuff“ als wenn er sich bedanken wolle. Zunächst lege ich den Hund den ich auf dem Arm habe zu den anderen Tieren. Dann lege ich ein Tuch auf den Behandlungstisch, denn dieser ist aus Metall und daher etwas kalt. Kurz überlege ich, ob ich den Tierarzt anrufen soll. Doch ich entscheide mich erst mal dagegen, denn schließlich ist Weihnachten. Zunächst will ich erst mal schauen was die Tiere haben. Dann kann ich immer noch anrufen.
Ich nehme den ersten Hund und lege ihn auf den Behandlungstisch um das Tier zu untersuchen. Schnell stelle ich fest, das er (es ist ein Rüde) stark unterkühlt ist, eine Erkältung hat und sehr, sehr schwach ist. Ansonsten scheint ihm nichts zu fehlen. In einem Nebenraum sind drei Körbe die jeweils unter einer Wärmelampe sind. Dorthin bringe ich den Hund und schalte die Lampe an. Der Schäferhund will aufstehen, doch er jault nur kurz und gibt dann sein Vorhaben auf. Ich gehe zu ihm und streichle ihn über seinen Kopf. Dabei sage ich ihm, dass sein Kumpel nun unter einer Wärmelampe liegt. Dann will ich zu dem zweiten Hund greifen, jedoch stößt der Schäferhund mit seiner Schnauze eine der beiden Katzen an. Er sagt mir mit Sicherheit dass ich erst die Katze nehmen soll. Also nehme ich die Katze. Ich untersuche sie schnell und stelle fest, dass es ihr (sie ist eine Kätzin) schlechter geht als dem Hund. Darum gebe ich ihr eine Aufbauspritze. Danach bringe ich sie nach nebenan und lege sie zu dem ersten Hund. Dieser wedelt schwach mit seinem Schweif, hebt aber nicht seinen Kopf. Dann gehe ich zurück um die nächste Katze zu untersuchen. Ich nehme sie hoch und stelle fest, das ist ein Kater. Schnell Untersuche ich ihn. Genau dasselbe Ergebnis wie bei der Katze. Auch der Kater bekommt eine Spritze und ich bringe ihn anschließend nach neben an.
Als ich zurück komme ist der Schäferhund leise am jaulen. Offensichtlich hat er Schmerzen. Ich beuge mich zu ihm herunter, doch er stößt den zweiten Hund an. Also nehme ich diesen, untersuche ihn schnell und auch sie (es ist eine Hündin)bekommt eine Spritze. Dann bring ich sie nach nebenan und lege sie zu dem Kater. Auch diese Wärmelampe schalte ich an.

Als ich zurück komme liegt der Schäferhund schon auf dem Behandlungstisch. Jetzt jammert er lauter. Er muss Schmerzen haben. Schnell untersuche ich ihn und stelle zu meinem Entsetzen fest, das er eine Erfrierung am rechten Vorderlauf hat.
In dem Moment kommt der Tierarzt durch die Tür und sagt: „Frohe Weihnacht, mein Engel. Ich bin nur mal eben vorbei gekommen um zu sehen ob alles klar ist. Aber nun sehe ich, nichts ist klar. Was gibt es?“ Schnell berichte ich ihm. Er kümmert sich sofort um den Schäferhund und gibt ihm erst mal eine Schmerzstillende Spritze. Dann Untersucht er den Vorderlauf. Anschließend sagt er: „Wir brauchen ein Wunder wenn er diesen Vorderlauf behalten kann. Er hat Erfrierungen in der Pfote! Ich will aber noch nicht operieren. Warten wir diese Nacht ab, dann entscheide ich. Ich bleibe für den Rest hier!“

Nachdem auch der Schäferhund unter der Wärmelampe liegt erzähle ich dem Tierarzt was passiert ist. Er meint: „Wenn das kein Weihnachtswunder wird, weiß ich es nicht.“ Dabei streichelt er dem Schäferhund über den Kopf. Dieser wedelt mit seinem Schweif. Danach schaut der Tierarzt auch noch nach den anderen vier Tieren. Hier findet er alles in Ordnung. Anschließend setzen wir uns im Behandlungsraum auf ein paar Stühle und reden über Gott und die Welt. Irgendwann springt er auf und sagt, dass er noch bei sich anrufen muss, damit seine Frau Bescheid weiß, dass er diese Nacht hierbleibt. Er verlässt den Raum um zu Telefonieren und ich sehe noch mal nach den Tieren.
Anschließend gehe ich in den Aufenthaltsraum und setzte eine Kanne Kaffee an. Da kommt auch schon der Tierarzt zurück und wir setzen uns wieder. Als der Kaffee durchgelaufen ist, gieße ich Kaffee in Tassen und wir gehen wieder in den Behandlungsraum. Dort sagt mir der Tierarzt das morgen sein Sohn kommt und sich den ganzen Tag um die Tiere kümmern wird. So verbrachten wir die ganze Nacht. Um 5.00 Uhr stand der Tierarzt auf und meinte: „Jetzt werde ich erst mal Schnee schippen!“ Dann ging er hinaus zum Schuppen und holte den Schneeschieber heraus. Das ist ein kleiner Traktor mit einem Schneeräumschild davor. Damit räumte er die Fußwege frei, damit man überall hinkommen konnte.
Gegen 6.00 Uhr kam der Sohn des Tierarzt und beide untersuchten nochmals die Tiere. Nur die Pfote des Schäferhundes machte noch sorgen, aber beide meinten das sie mindestens noch bis morgen Früh warten wollten um dann zu entscheiden was weiter geschieht. Die anderen beiden Hunde und auch die zwei Katzen ging es soweit wieder gut, nur waren alle vier noch etwas schwach. Da inzwischen auch eine Mitarbeiterin gekommen war, verabschiedeten sich der Tierarzt und ich und wir fuhren nach Hause.
Am späten Nachmittag fuhr ich zusammen mit meinem Mann zum Tierheim um nach unseren 5 Patienten zu sehen. Auch der Tierarzt war anwesend. Den beiden Hunden, ein Münsterländer und ein Spitz, beide jeweils 1,5 Jahre alt, ging es gut und sie kamen beide freudig bellend um mich zu Begrüßen. Auch die beiden Katzen, beide jeweils 7 Monate alt, kamen und ließen sich streicheln. Nur der Schäferhund, etwa 3 Jahre alt, lag noch in seinem Korb. Auch er wedelte freudig mit seinem Schweif. Natürlich bekamen alle zunächst ein Leckerli von mir. Noch immer machten der Tierarzt und sein Sohn sich sorgen um die Pfote aber sie wollten abwarten. Also nochmals 12 Stunden. Wir berieten anschließend ob noch jemand die Nachtwache verstärken sollte. Jedoch befanden beide Ärzte dass jenes nicht nötig ist. Zu dem Mitarbeiter der über Nacht die Wache übernehmen sollte wurde gesagt, dass er sofort die TÄ anrufen könnte wenn etwas vorfällt. Dann verabschiedeten wir uns und fuhren wieder nach Hause.
Am anderen Tag kam meine Tochter um uns zu besuchen und somit konnte ich nicht ins Tierheim fahren. Abends bemerkte meine Tochter, dass ich immer nervöser wurde und fragte mich was los ist. Ich schilderte den Vorfall mit den Tieren und 10 Minuten später saßen wir im Auto und fuhren zum Tierheim.
Auch die beiden TÄ waren da. „Ein kleines Wunder ist geschehen.“ Sagte der Sohn (Doc) des Tierarzt. „Warum?“ wollte ich wissen. Doch beide sagten nichts, sondern gingen zum Raum in dem die drei Hunde und die zwei Katzen waren. Ich öffnete die Tür und sofort kam mir der Schäferhund freudig bellend entgegen. Seine Pfote war wieder komplett in Ordnung. Auch die anderen 4 kamen um uns zu begrüßen. Wieder verteilte ich Leckerli an die fünf, die sie sofort futterten. Wir klärten noch das morgen die Fünf einen eigenen Raum mit Auslauf nach draußen bekommen sollten, dann ging es wieder nach Hause.
Es ist mittlerweile Sommer und wir hielten unseren Tag der offenen Tür ab. Am Nachmittag sah ich zu meiner Verwunderung ein bekanntes Paar. Es war der Gärtner des Grafen mit seiner Frau (Filou). Freudig begrüßten wir uns. Wir hatten viel zu erzählen, denn es war schon ein Jahr her, das wir uns das letzte Mal gesehen hatte. Sie erzählten mir, dass sie immer noch in dem Haus lebten und dass der Graf inzwischen, da er einen Herzanfall hatte, sich nicht mehr so in seine Arbeit stürzen würde.
Sie wollten jetzt zwei ältere Katzen zu sich nehmen, da die beiden die sie vorher hatten inzwischen gestorben waren. Als wir zum Senioren Bereich gingen, kamen wir auch am Gehege der drei Hunde und der zwei Katzen vorbei. Der Gärtner blieb stehen und betrachtete die Fünf. Dann fragte er, ob er mal telefonieren könnte. Ich erklärte ihm von wo er das könnte und er ging davon. Nach ein paar Minuten kam er zurück und wir gingen weiter. Im Seniorenbereich suchten sie sich zwei Katzen aus (oder die Katzen suchten sich das Paar aus). Dann unterhielten wir uns noch. Auf einmal klopfte mir jemand auf die Schulter. Als ich mich umdrehte stand hinter mir der Graf. Freudig begrüßten wir uns und fingen erst mal an zu reden. Nach ca. 15 Minuten meinte der Graf dann, das sein Gärtner angerufen habe, weil ich hier was ganz besonderes habe. Ich wusste nicht was er meinte. Der Gärtner sagte nur, dass wir folgen sollten. Dann ging er wieder zu dem Gehege der 5 Tiere. Der Graf schaute kurz in das Gehege, dann ging er hinein. Wir folgten ihm. Sofort kamen die Hunde und begrüßten uns alle. Dann ging der Graf in die Hocke und fragte: „Hey, ihr schönen Katzen! Habt ihr keine Lust?“ Da kamen auch die beiden. Sie schnupperten an dem Grafen und dann fingen beide an zu schnurren. Der Graf kraulte die Katzen und nahm sie auf den Arm. Dann drehte er sich um und meinte, dass er alle 5 nimmt.
Wir verabredeten noch, dass die fünf zu dem Grafen gebracht würden, dann fuhr er wieder davon. Und das Gärtner Ehepaar verabschiedete sich und fuhr davon.
Am nächsten Tag fuhr ich zum Grafen und brachte ihm seine fünf neuen Mitbewohner.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #146
Sooooooooooooooo schön..zum heulen schön!!Hab vielen Dank für diese Geschichte lieber Helmut!
 
  • Post aus Bayern Beitrag #147
Ja, das ist ein Weihnachtswunder! Absolut schön zu lesen! Echt klasse!
 
  • Post aus Bayern Beitrag #148
Urlaub an der Nordsee
Teil 1

Ich fahre unwahrscheinlich gerne zusammen mit meinem Mann an die See. Dieses machen wir im Urlaub alle zwei Jahre. Da mein Mann aus Bayern kommt, geht es im Urlaub in dem einen Jahr nach Bayern und im nächsten Jahr ans Meer. Wir bleiben dann immer 2 Wochen an dem jeweiligen Ort. Da mein Mann Zahnarzt ist, mit eigener Praxis, können wir so ziemlich unseren Urlaub nehmen wann wir wollen. Nur muss ich mit unserem Tierheim immer die Termine absprechen. Meistens gibt mir die Tierheim-Leiterin aber in der Zeit frei wo mein Mann dann seine Praxis schließt. Mein Mann ist 7 Jahre älter, und ich habe ihn seinerzeit hier an der Nordsee kennen gelernt.
Inzwischen bin ich selbst Leiterin des Tierheim. Dieses Jahr geht es mal wieder an die Nordsee. Wir haben in einem Hotel ein Zimmer gemietet. Jeden Tag, sofern es nicht gerade wie aus Kübeln schüttet, gehen wir stundenlang spazieren oder liegen auch nur faul am Strand. So auch heute an unserem zweiten Urlaubstag. Zuerst sind wir ein bisschen gewandert um dann hier am Strand zu liegen. Eine Decke hatten wir bei, da von vornherein der Strand anvisiert wurde.
Es ist schon später Nachmittag und wir beide sind gerade aus dem Wasser gekommen wo wir ein bisschen geschwommen sind. Mein Mann liegt schon auf der Decke. Direkt hinter dem Strand befindet sich ein Grünstreifen der ca. 20 Meter breit ist. Er zieht sich Kilometer weit am Strand entlang.
Ich trockne mich gerade ab, als mein Blick zufällig auf den Strandbewuchs fällt. Dort sehe ich einen Schäferhund sitzen. Der Hund ist vielleicht 10 Meter von uns entfernt. Er schaut aber nur in eine Richtung. In unserer Nähe befindet sich ein Restaurant. Auch wir waren dort schon Essen. Dorthin blickt der Hund. Ich mache meinen Mann auf den Hund aufmerksam. Als der sich aufrichtet, blickt der Hund zu uns und fängt an zu knurren. Dann blickt er wieder in Richtung Restaurant, jedoch blickt er auch immer wieder zu uns. Auf einmal bemerke ich eine Bewegung neben dem Schäferhund. Jedoch kann ich nicht erkennen was dort ist. Sollte der Hund Familie haben? Vielleicht ein paar Welpen?
Hinter uns höre ich jemand ein Lied pfeifen. Dieser jemand kommt näher. Der Schäferhund steht auf und fängt mit seinem Schweif an zu wedeln. Nun kann ich auch erkennen was neben dem Hund ist. Es sind vier Katzen! Auch diese scheinen sich zu freuen, denn ihr Miauen kann man bis zu uns hören. Immer wieder blickt der Schäferhund zu uns hin, jedoch mein Mann und ich rühren uns nicht. Dann erscheint ein Mann in meinem Blickfeld. Es ist eine der Bedienungen, ich nenne ihn Jan, aus dem Restaurant. Er trägt einen Eimer in der rechten Hand und in der Linken hat er ein paar Pappteller. Er geht direkt zu dem Hund hin. Dieser weicht etwas zurück. Auch die Katzen bewegen sich rückwärts. Ich kann sehen wie Jan den Inhalt des Eimers auf die Teller verteilt, dann geht er wieder ein paar Schritte zurück. Indem der Hund immer wieder zu uns hinblickt geht er langsam auf die Teller zu. Auch die Katzen sind wieder zu sehen. Dann machen sich alle 5 über die Teller her. Jan dreht sich um und kommt auf uns zu. Ich spreche ihn an
„Was sind das für Tiere?“ frage ich. Er antwortet: „Das sind wilde Tiere. Von uns bekommen sie morgens und abends immer die Reste des Tages die übrig geblieben sind. Sonst kümmert sich keiner um die armen.“ Ich glaube nicht was ich da höre und frage nach dem Tierheim. (Bei der Anreise habe ich ein Hinweisschild gesehen) „Die interessieren sich nicht dafür. Sie meinen das die Tiere selber mit ihrem Leben klar kommen müssen.“
Nun reicht es mir und ich frage nach dem Tierschutzverein. Als Antwort höre ich, das die vom Tierheim sich darum kümmern wollten aber bisher ist niemand vom Tierschutz dagewesen. Danach ging er wieder zum Restaurant zurück. Ich schaute meinen Mann an und dann die Tiere die am fressen waren.
Mein Mann meinte: „ich weiß was du vorhast, aber nicht mehr heute! Das kannst du morgen machen. Jetzt versuchen wir erst mal einen Termin für morgen dort zu bekommen.“ Danach stand er auf. Sofort fing der Hund wieder an zu knurren und auch die Katzen schauten zu uns. Ich sagte zu den Tieren: „ Keine Angst! Wir tun euch nichts. Aber so kann es mit euch nicht weiter gehen. Wir werden mal schauen, was wir für euch machen können.“ Der Hund legte seinen Kopf auf die Seite und sah mich durchdringend an. Er hatte aufgehört zu knurren. Dann kam er näher. Ganz dicht vor mir blieb er stehen. Langsam streckte ich meine Hand aus und der Hund schnupperte an dieser. Er schaute mich aus traurigen Augen an. Dann drehte er sich wieder um und ging zu seinem Futter zurück. Während mein Mann die Decke zusammenlegte, schauten der Hund und auch die Katzen immer wieder zu uns. Sie schienen aber keine Angst mehr vor uns zu haben. Als wir gingen wedelte der Schäferhund sogar mit seinem Schweif. Im Hotel angekommen ging mein Mann sofort zu einem Telefon und rief in den hier Ortsansässigen Tierheim an. Dort machte er einen Termin für den nächsten Tag gegen 14.00 Uhr aus. Es hat schon Vorteile wenn ein Doktortitel vorhanden ist.

Ende Teil 1
weiter mit Teil 2
 
Zuletzt bearbeitet:
  • Post aus Bayern Beitrag #149
Teil 2

Am nächsten Tag waren wir um 14.00 Uhr im Tierheim. Wir wurden sofort zum Leiter des Tierheim gebracht. Ich hoffte das er deutsch kann, denn schließlich waren wir in Belgien. Zum Glück sprach er perfekt Deutsch. Er begrüßte uns herzlich und wir setzten uns an den Schreibtisch. Dann fragte er meinen Mann um was es denn geht. Mein Mann sagte: „Meine Frau ist Angestellte eines Tierheim in Deutschland und hat mal ein paar Fragen zu Tieren die anscheinend niemandem gehören und frei am Strand herum laufen.“
Der Tierheim-Leiter schaute mich interessiert an und fragte mich dann worum es genau geht. Ich erzählte ihm daraufhin von dem Schäferhund und den vier Katzen vom Strand. Ich wollte wissen warum sich niemand um die Tiere kümmert. Er sagte dann, das ihm die Tiere wohl bekannt sind, aber nicht genügend finanzielle Mittel da wären um zu helfen. Ich wollte wissen was das heißt und er sagte, das kaum Spendengelder zusammen kämen. Teilweise würden sie das Futter für die Tiere hier im Heim selber kaufen und aus eigener Tasche bezahlen, auch der Tierschutzverein könne nicht viel machen. Auch der lebe nur von Spendengeldern. Danach wollte ich erst das Tierheim besichtigen. Ich hatte schon eine Idee wie ich helfen konnte. Die Besichtigung war nicht sehr prickelnd. Die Hunde lebten in kleinen Boxen die nur halb so groß waren wie die in unserem Tierheim. Die Katzen waren alle in einem Raum eingesperrt und hatten keinerlei Möglichkeit nach draußen zu gehen. Außerdem stank es fürchterlich in dem Raum. Keines der Tiere freute sich darüber das Mal jemand zu Besuch kam.
Zurück im Büro fragte ich, ob es möglich wäre den Leiter des Tierschutzes zu diesem Gespräch dazu zu holen. Der Leiter meinte, das ist kein Problem, da es seine Frau wär und die auch hier im Tierheim arbeitet. Kurze Zeit später war die Frau da. Wir begrüßten uns und dann unterbreitete ich meine Vorschläge. Doch zunächst fragte ich ob sie in Supermärkten Spendenboxen stehen haben, was beide verneinten. Dann fragte ich ob Tierpatenschaften bestehen würden, welches sie auch verneinten.
Ich sagte ihnen wie man eine Spendenbox für Futterspenden herstellt. Daraufhin meinte der Leiter, das er eben jemand holen wolle, der diese Boxen herstellen könnte. Schnell verließ er den Raum, kam jedoch nach kurzer Zeit mit einem älteren Mann zurück. Ich schätze diesen Mann auf 75-80 Jahre. Er stellte mir den Mann vor und ich erklärte nochmals wie man eine Spendenbox herstellt. Der Mann war sofort Feuer und Flamme für diese Spendenboxen. Er hatte nur eine Frage dazu und die lautete ob diese Boxen aus Metall oder auch aus Holz bestehen könnten. Ich sagte ihm das beides möglich wäre. Er verabschiedete sich und sagte im hinaus gehen das er sofort eine bauen wolle und er auch schon wüsste, wo man diese aufbauen könne. Dann verließ er den Raum. Der Tierheim-Leiter meinte, so sind alle hier. Wenn eine gute Idee da ist, wird sofort alles Mögliche getan. Dann erklärte ich wie das mit den Patenschaften läuft. Davon hatten beide noch nichts gehört. Hierfür entwarfen wir ein Plakat, das sie auch möglichst schnell aufhängen wollten. Auch regte ich einen Tag der offenen Tür an. Auch von dieser Idee waren sie begeistert. Sie fragten nach Einzelheiten, die ich gerne erklärte. Auch bot ich an, das ich Infomaterial von unserem Tierheim besorgen würde. Wir redeten noch lange zusammen, auch mein Mann hatte noch ein paar gute Ideen. Auch die Frage nach einem Tierarzt wurde von mir angesprochen und ich erfuhr das der Tierheim-Leiter der Tierarzt ist. Danach trennten wir uns und mein Mann und ich fuhren noch zum Strand um zu sehen, ob der Schäferhund und die Katzen noch da waren. Jan kam uns entgegen und sagte uns, das es nur noch drei Katzen wären die zum Futtern gekommen sind.

Ich erschrak und lief schnell zu der Stelle wo die Tiere waren. Kurz bevor ich den Ort erreichte ging ich langsam. Ich sah den Schäferhund und die drei Katzen die am Futtern waren. Als der Hund mich sah fing er an mit seinem Schweif zu wedeln. Langsam ging ich auf den Hund zu und wieder streckte ich meine Hand aus. Der Hund schnüffelte an der Hand, dann futterte er weiter. Ich legte meine Hand auf seinen Rücken. Ein starkes Zittern lief durch den Hundekörper doch er ließ es geschehen. Der Hund musste sehr viel Angst vor Menschen haben, nur zu mir schien er Vertrauen gefasst zu haben. Ich drehte mich nach den Katzen um, doch diese wichen vor mir zurück. Also wandte ich mich wieder dem Hund zu und fing mit ihm an zu reden. Ich fragte ihn wo denn sein vierter Katzenfreund ist. Doch er sah mich nur mit schief geneigtem Kopf an. Er hatte mich nicht verstanden. Hilfesuchend sah ich meinen Mann an und erst da bemerkte ich, das Jan noch da war. Er übersetzte meine Worte. Sofort stand der Hund auf und lief in eine bestimmte Richtung. Dort blieb er stehen und bellte. Ich ging sofort hinter dem Hund her und auch mein Mann folgte mir. Jan sagte er müsse zurück und verabschiedete sich von uns. Ich sah, das uns auch die drei Katzen folgten. Immer lief der Hund ein paar Meter vor uns her, blieb dann stehen und bellte. Als er merkte das wir folgten lief er schneller, blieb jedoch immer wieder stehen und schaute nach uns. Wir waren vielleicht zwei hundert Meter gelaufen als er wieder stehen blieb und wieder anfing zu Bellen. Jedoch hörte sich dieses Bellen anderes an wie das vorherige.
Schnell lief ich zu ihm. Ich sah sofort die Katze. Sie lag unter einem Busch. Sie war von einem Auto angefahren worden. Sofort kümmerte ich mich um das arme Tier und Untersuchte es schnell. Noch lebte die Katze, aber es stand nicht sehr gut um sie. Das ihre beiden Hinterläufe gebrochen waren konnte ich sofort sehen. Auch blutete sie aus einer offenen Wunde. Der Unfall schien noch nicht lange zurück zu liegen. Schnell stoppte ich die Blutung, indem ich einfach mein Halstuch um diese Wunde band. Der Hund und die anderen drei Katzen beobachteten genau was ich machte. Ich bat meinen Mann nach einem Brett oder ähnlichem zu suchen. Nach etwa fünf Minuten kam er zurück und brachte ein altes Hinweisschild mit, welches er gefunden hatte. (Später erzählte er mir, das er das Schild von einem Baum abgerissen hatte) Vorsichtig legte ich die Katze auf das Schild und mein Mann hob dieses hoch, Dann gingen wir gefolgt von Hund und Katzen zu dem Restaurant um von dort im Tierheim anzurufen damit der Tierarzt kommt. Jan stand schon vor dem Restaurant und wartete auf uns. Er sagte er habe schon versucht im Tierheim anzurufen. Jedoch geht dort keiner mehr ans Telefon. Ich schaute auf meine Uhr. Es war gerade 19.00 Uhr und da war schon niemand mehr im Tierheim zu erreichen! Auch der Tierarzt war nicht zu erreichen! Ich fragte nach einer Tierklinik. Die gäbe es in der Nähe, jedoch werden dort nur große Tiere behandelt. Ich fragte wo die ist, weil ich dahin wollte. Jan erklärte mir den Weg, jedoch meinte er auf einmal das er mit fährt, falls es Sprachschwierigkeiten geben sollte. Mein Mann lief schnell zum Hotel das etwa einen Kilometer entfernt ist um unseren Wagen zu holen. In der ganzen Zeit stand der Hund und die 3 Katzen in der Nähe und sahen uns an. Nun kam der Hund näher und schnupperte an der verletzten Katze. Dann schaute er mich an. Ich streckte meine Hand aus und streichelte ihn. Dabei sagte ich zu ihm: „ Keine Sorge mein kleiner! Ich kriege es schon hin, das dein Kumpel wieder gesund wird.“ Der Hund schien mich verstanden zu haben, denn er wedelte mit seinem Schweif. Dann leckte er an meiner Hand. Auch die Katzen kamen näher. Auch diese schnupperten an meiner ausgestreckten Hand, jedoch ließen sie sich nicht anfassen. Da kam auch schon mein Mann mit unserem Auto angefahren. Er stieg aus und öffnete die Beifahrertür und ich stieg ein. Dann gab er mir die Katze, die noch immer auf dem Schild lag. Der Hund und die drei Katzen kamen näher. Da öffnete mein Mann die Heckklappe. Sofort sprangen der Hund und auch die Katzen in den Wagen. Jan stieg hinten ein und schon ging die Fahrt los. Während der Fahrt hatte Jan versucht den Hund zu streicheln, doch der fing sofort an zu knurren. Woraufhin Jan seine Hand zurück zog und auch nicht wieder versuchte den Hund zu streicheln. Nach etwa einer halben Stunde Fahrt kamen wir bei der TK an. Jan öffnete meine Tür und nahm mir die Katze ab. Ich stieg aus und sah, das gerade von innen in der TK jemand die Tür zuschließen wollte. Schnell lief ich zu der Tür und klopfte gegen diese. Der Mann öffnete die Tür wieder und ich stürmte, gefolgt von Jan mit der Katze und meinem Mann in das Gebäude. Auch Hund und die drei Katzen kamen mit herein. Der Mann Protestierte und fragte was wir wollen, woraufhin Jan ihm die Katze zeigte und ihm sagte, das diese von einem Auto angefahren worden war, wobei sie Verletzungen davongetragen hatte, die behandelt werden müssten. Der Mann aus der TK sagte, das sie hier keine Katzen behandeln, aber sie könnten die Katze von ihren Schmerzen erlösen. Da ich beim Betreten der TK auf Deutsch einen guten Abend gewünscht hatte, wurde die Unterhaltung auf Deutsch geführt. Doch nun glaubte ich mich verhört zu haben. Die Katze ohne Untersuchung einschläfern? Das ging gar nicht. Ich fing an laut zu werden, woraufhin mich der Mann fragte, wer ich eigentlich bin. Ich sagte meinen Namen und er schaute mich entgeistert an. Dann fragte er: „Die Leiterin des Tierheim in??????? “ Ich bestätigte dieses. Woraufhin der Mann anfing mehrere Namen zu rufen. Aus einem Raum kamen zwei Frauen und zwei Männer heraus. Der Mann gab ein paar Kommandos, wovon ich nur das Wort „Notfall“ verstand. Eine der Frauen öffnete eine Tür und sagte auf Deutsch: „Hier herein!“ Es war der Röntgenraum den ich betrat. Dort stand ein Röntgengerät das für große Tiere (Pferde, Rinder) gedacht war. Aber auch damit kann man Aufnahmen von Katzen machen. Jan legte die Katze auf den Tisch und verließ den Raum. Zusammen mit der einen Frau bereitete ich die Aufnahmen vor, die dann auch gemacht wurden. Insgesamt machten wir 8 Aufnahmen von der Katze. Die Frau entwickelte die Aufnahmen und ich ging in den anderen Raum, während die zweite Frau die Katze holte. Während der ganzen Zeit liefen der Hund und die anderen 3 Katzen immer hinter uns her. Sie beobachteten alles ganz genau. Einer der Männer wollte die Tiere aus dem Raum entfernen, doch ich sagte zu ihm, das die Tiere zusammen gehörten und nicht raus sollten. Er sah seinen Chef an und dieser nickte.

Langsam fing ich mich an zu wundern. Denn seit ich meinen Namen gesagt hatte, kam es mir so vor als wenn ich hier das sagen hätte.
Die eine Frau brachte die Aufnahmen und ich betrachtete diese genau. Auch der Mann der die Tür schließen (Dieses ist der Chef der Klinik) wollte, sah sich die Aufnahmen an. Ich hatte Recht, beide Hinterläufe waren gebrochen, zusätzlich drei Rippen, wobei eine Rippe durch die Haut nach draußen getreten war. Womit auch die Blutung zu erklären war. Da meinte der Chef zu mir: „Nun wird es kompliziert! Wir haben zwar alle möglichen Geräte, Schienen und Verbände. Auch Medikamente. Aber alles ist für große Tiere ausgelegt und nicht für Katzen!“ Ich sah ihn an. Dann sagte ich zu meinem Mann: „Herbert, holst du bitte die Tasche aus dem Wagen?“ Wie immer wenn ich unterwegs bin, habe ich auch jetzt im Urlaub meine Notfalltasche für Tiere dabei und die sollte mein Mann nun holen. Auch hatte ich mir seinerzeit, als ich die Prüfung vor der Tierarzt-Kommission gemacht habe, mir einen Ausweis ausstellen lassen, der mir die Mitnahme von Medikamenten innerhalb Europas erlaubte. Schnell ging mein Mann hinaus und kam nach kurzer Zeit mit meiner Tasche wieder. Zunächst holte ich eine Narkosespritze heraus und gab diese der Katze. Der Chef meinte noch, das er nicht viel Ahnung von Katzen habe, er mir aber helfen werde. Dann begannen wir zusammen mit der OP. Zunächst wurden die Rippen gerichtet, dann kamen die Hinterläufe dran. Um die Brüche zu schienen, wurden aus kleinen Spritzen die Schienen gebastelt. Das klappte hervorragend. Auch die zusammen Arbeit mit dem TK-Team klappte vorzüglich. Nach 1,5 Stunden waren wir mit der OP fertig. Während dieser Zeit waren alle anderen Personen, die nicht zur TK-Team und zu mir gehörten, aus dem Raum gegangen. Auch Hund und die drei Katzen waren draußen.
Als wir mit der OP fertig waren, verließ ich als erster den Raum. In der Tür blieb ich erstaunt stehen.
Hund und die Katzen hatten sich zu Jan gesetzt bzw. gelegt und ließen sich von diesem streicheln.
Als der Hund mich sah. Sprang er sofort auf und kam auf uns zu. Auch die Katzen folgten. Einer der Männer hatte die operierte Katze in einem stabilen Korb auf seinem Arm. Er stellte den Korb auf die Erde und der Hund schnupperte an der Katze. Danach ging er zu jedem hin und bedankte sich auf seine Art. Auch die Katzen bedankten sich. Endlich fragte ich den Chef warum auf einmal alles möglich war, nachdem ich meinen Namen gesagt hatte. Der Chef erklärte: „Ich kenne ihren Namen. Ich habe schon so viel von Ihnen gehört. Auch alle Mitarbeiter hier in der TK kennen ihren Namen. Es ist uns schon so viel zu Ohren gekommen das wir immer gehofft haben Sie mal kennen zu lernen. Morgen wäre ich zu ihrem Hotel gefahren um Sie zu Treffen. Aber das hat sich ja nun erledigt.“
Ich war erstaunt und wollte wissen woher er meinen Namen kennt. Er sagte, das unser Tierarzt und er Studienkollegen seien und unser Tierarzt schon öfters hier war. Immer hat er dann von der besten Tierärztin geschwärmt die er kennen würde, obwohl diese TÄ keine Ausbildung zur TÄ hätte und natürlich keinen Doktortitel. Wir redeten wohl noch eine Stunde zusammen. Dann wurde die Katze in einen Nebenraum gebracht, wo sie die Nacht über bleiben sollte. Auch Hund und Katzen durften in dem Raum bleiben. Einer der Mitarbeiter holte von sich zu Hause Futter für die vier Tiere und gab es denen.
Am nächsten Morgen holten wir Jan ab um zur TK zu fahren. Unterwegs sah ich mehrere Aushänge von dem Tierheim. Jan erklärte, das auf den Aushängen ein Tag des offenen Tierheim geworben wurde. Alle wurden Eingeladen das Tierheim zu besichtigen.
Als wir in der TK ankamen, lief uns der Hund schon entgegen. Auch die drei Katzen folgten. Wir betraten die Tk und ich schaute nach der Katze. Ihr ging es sehr gut. Der Chef sagte, das die Katze bis zur ihrer vollständigen Genesung in der TK bleiben könnte. Auch die vier anderen könnten da bleiben. Ich sagte das aber jemand nach unserer Abreise, schließlich geht jeder Urlaub mal zu ende, sich um die Katze kümmern müsse. Da erfuhr ich, das der uns bekannte Leiter des Tierheim, der ja auch Tierarzt ist, dieses machen werde. Jan meinte dann, das wenn die Katze wieder gesund ist, er alle 5 zu sich nehmen werde. In seiner Wohnung, die über dem Restaurant ist, wäre genug Platz und sie könnten trotzdem immer raus. Als der Hund das hörte, er hatte die ganze Zeit unserem Gespräch mit geneigtem Kopf zugehört, bellte er freudig und auch die Katzen schienen sich zu freuen.

Etwa 2 Monate nach unserem Urlaub erhielt ich einen Brief aus der TK. Darin stand, das im Tierheim eine Außenstelle der TK eingerichtet worden ist. Auch hatten sie in der TK einen Bereich für kleinere Tiere eingerichtet. Dafür wurde extra ein Kleintier Tierarzt eingestellt. Auch habe der Tag der offenen Tür eine große Resonanz gehabt, so das das Tierheim nun keine Geldsorgen mehr habe. Inzwischen hätten sich 750 Tierpatenschaften ergeben.

Ende
 
  • Post aus Bayern Beitrag #150
Vielen Dank für diese tolle Geschichte....
 
  • Post aus Bayern Beitrag #151
Wieder mal eine schöne Gesichte.
Ich fragte mich zuerst, warum Jan die Tiere nicht schon vorher bei sich aufgenommen hat. Dann wurde mir klar, dass der Hund ihn ja zuvor immer angeknurrt hat :lol:
 
  • Post aus Bayern Beitrag #152
Wollte mal fragen ob es noch geschichten gibt. hab etwas entzugserscheinungen.

wäre wirklich lieb. Die geschichten sind so toll.:oops:
 
  • Post aus Bayern Beitrag #153
Ich bin am 26.12. unterwegs zum Tierheim. Es ist kurz vor 20 Uhr. Da das Wetter nicht gerade gut ist, hab ich meinen alten Kadett geschnappt und bin losgefahren. Heute habe ich Dienst bis morgen früh. Ich biege also in die Straße zum Tierheim ein und halte vor dem Tor an. Vor dem Tor liegt ein Schäferhund der langsam seinen Kopf hebt und in meine Richtung schaut. Als ich aus dem Wagen aussteige erhebt sich der Hund mühsam. Ich kann ein jaulen hören. Ich denke so bei mir: „Jetzt kommen die Tiere schon von alleine. Anscheinend hat es sich unter den Tieren herumgesprochen, das hier im Tierheim niemand abgewiesen wird.“

Langsam gehe ich auf den Hund zu, der auf drei Beinen vor mir steht. Den hinteren Linken Lauf hat er angehoben. Als ich das sehe öffne ich das Tor und sofort humpelt der Hund in das Tierheim-Gelände. Ich gehe hinter dem Hund her, nachdem ich meinen Wagen verschlossen habe. Den kann ich später holen. Der Hund sieht mich an, da er nicht weiß wo er hingehen soll. Ich gehe voraus, weil, in der Dunkelheit kann ich den Hund sowieso nicht untersuchen. Nach kurzer Zeit habe ich die Krankenstation erreicht. Der Hund ist neben mir, als ich die Tür aufschließe. In dem Moment wo die Tür aufschwingt, bricht der Hund zusammen. Mich durch fährt ein heißer Schreck. Sofort rufe ich nach dem Mitarbeiter der bisher hier war und dieser kommt auch nach einem kurzen Moment angelaufen. Schnell holt er eine Trage auf den wir gemeinsam den Hund legen. Er atmet noch sehr schwach. Dann gehen wir schnell in den Behandlungsraum und legen den Hund auf den Behandlungstisch. Ich beginne den Hund zu untersuchen, jedoch finde ich nichts. Also hole ich das Ultraschall gerät und untersuche ihn damit. Dann sehe ich es. Der Hund hat eine Kugel in der Hüfte. Irgendjemand hat auf ihn geschossen.

Aus den Augenwinkel sehe ich, das der Mitarbeiter immer wieder auf seine Uhr blickt. Also sage ich zu ihm, das er gehen kann. Jedoch soll er noch mein Auto ins Tierheim fahren. Der Mitarbeiter verabschiedet sich und kurz darauf höre ich wie mein Auto auf den Parkplatz gefahren wird.

Erst nachdem der Mitarbeiter weg ist, fällt mir ein, das ich ja nun allein im Tierheim bin. Jetzt habe ich ein Problem, denn wenn ich die Kugel entfernen will, brauche ich Hilfe. Nachdem ich dem Hund gesagt habe, das ich gleich wiederkomme, gehe ich ins Büro um beim Tierarzt anzurufen. Doch am anderen Ende nimmt keiner ab. Ich überlege ob ich meinen Mann anrufe. Warum nicht? Schließlich ist er Zahnarzt und der kann mir mit Sicherheit helfen. Ich greife wieder zum Telefon als ich durch das Fenster vor dem Tor Blaulicht aufleuchten sehe. Schnell lege ich den Hörer wieder auf und laufe zum Tor. Dort treffe ich auf zwei Beamte die eine Katze bringen. Der eine sagt: „In der Stadt läuft ein Wahnsinniger herum der auf unschuldige Tiere schießt. Zwei Hunde und drei Katzen sind schon gestorben. Diese Katze hat überlebt.“ Schnell bringen sie die Katze in den Behandlungsraum wo auch noch der Hund liegt. Der eine Beamte fragt mich, ob ich alleine bin, was ich bejahe. Ich sage ihm: „Ich wollte gerade meinen Mann anrufen damit er mir hilft. Schließlich ist er Zahnarzt. Und ein Zahnarzt ist besser als kein Arzt.“ Er gibt mir recht und fragt mich, ob sie meinen Mann holen sollen. Sofort sage ich zu. Der Beamte zieht ein Hand Funkgerät aus seiner Tasche und ruft seine Zentrale. Als diese sich meldet gibt er den Auftrag meinen Mann durch einen Streifenwagen abzuholen und sofort hier hin zu bringen.

Inzwischen Untersuche ich die Katze. Ich stelle fest, das sie einen Streifschuss am Kopf hat und dazu einen Bauchschuss. Das arme Tier. In diesem Moment meldet sich die Zentrale wieder und teilt mit, das mein Mann unterwegs ist und der Schütze, nachdem er noch eine Katze verletzt hat, festgenommen worden ist. Die Katze ist auch zu uns unterwegs. Ich bitte den Beamten zum Tor zu gehen und dieses zu öffnen, damit sowohl mein Mann als auch der Wagen mit der Katze sofort hier zum Katzenhaus fahren kann. Kurz darauf hält ein Streifenwagen mit rotierendem Blaulicht vor dem Katzenhaus und mein Mann stürmt in den Raum. Sofort fragt er mich wo er helfen kann und ich sage ihm, das er sich um den Hund kümmern soll, während ich die Katze operiere. Er fragt noch was der Hund hat, dann macht er sich an die Arbeit. Draußen hält wiederum ein Streifenwagen und die andere Katze wird hereingebracht. Schnell untersuche ich diese, doch sie hat nur einen Durchschuss am Ohr. Also nicht sehr Schlimm. Ich sage einem Beamten was er tun soll, dann kümmere ich mich wieder um die Katze mit dem Bauchschuss. Zunächst suche ich die Kugel, doch ertasten kann ich sie nicht. Also röntgen. Gleich auf dem ersten Foto ist sie zu sehen. Schnell mache ich einen kleinen Schnitt und finde auch sofort die Kugel. Ich werfe sie in eine Schale dann Untersuche ich den Schusskanal ob noch weitere Lebenswichtige Organe betroffen sind, aber das ist nicht so. Ich atme auf. Schnell reinige ich die Wunde und vernähe diese. Dann schaue ich zu meinem Mann hin und frage wie es läuft. Er sagt mir, das es ein Steckschuss in der Hüfte ist und er gerade die Wunde vernäht. Jetzt bleib nur noch die dritte Katze. Ich schaue was der Beamte gemacht hat und bin mit seiner Arbeit zufrieden. Das sage ich ihm auch. Dann frage ich was das für ein Mann war, der auf Tiere schießt. Er sagt mir: „Das ist ein 16 jähriger Bengel, der von seinem Vater zu Weihnachten ein Klein Kaliber Gewehr geschenkt bekommen hat. Damit ist er losgezogen um die Waffe zu testen. Jetzt ist er das Gewehr los, eine Anzeige wird er bekommen und auch gegen den Vater wird ermittelt werden. Momentan sitzt er in einer Zelle und wartet darauf das ihn sein Vater abholt. Den haben wir aber noch nicht erreicht. Der junge wird solange bei uns bleiben bis er geholt wird.“

Das höre ich gern und ich bedanke mich bei den Beamten. Noch immer sind alle hier. Keiner ist gegangen. Sie alle wollen wissen, warum eine Tierarzt Helferin solch ein Wissen hat, um Tiere zu Operieren. Ich erkläre es ihnen und zeige ihnen auch meinen Ausweis, der mich berechtigt Eingriffe bei Tieren durch zuführen. Auch mein Mann wird gefragt, woher er sein Wissen über Tiere hat. Er sagt: „Für die Prüfung, die meine Frau abgelegt hat, musste sie sehr viel büffeln. Ich habe ihr dabei geholfen, Daher weiß ich auch so viel.“ Daraufhin verabschieden sich die Beamten und fahren wieder davon.

Zusammen mit meinem Mann bringen wir die drei auf die Krankenstation. Dort werden sie in Körbe gelegt damit sie erst mal wieder zu sich kommen können. Denn noch sind alle drei in Narkose. Wir setzen uns an den Schreibtisch wo ich erst mal den Bericht schreibe. Auch mein Mann schreibt seinen Bericht, da er den Hund operiert hat. Er bleibt die ganze Nacht im Tierheim und unterstützt mich bei den Kontrollen. Am Morgen fahren wir dann gemeinsam nach Hause.

Alle drei wurden wieder gesund. Die beiden Katzen wurden nach der Genesung den Besitzern wieder gegeben. Der Hund wurde, da sich kein Eigentümer meldete nach einer gewissen Zeit vermittelt. Was aus dem Jungen, der die Tiere verletzt hat, geworden ist, weiß ich nicht. Ich hoffe er hat seine gerechte Strafe bekommen.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #154
Eine traurige und doch schöne Geschichte. Vielen lieben Dank. Wäre schön wenn du weitermachen würdest
 
  • Post aus Bayern Beitrag #155
Unsere Hochzeitsreise

Als wir geheiratet haben, machten wir unsere 3 wöchige Hochzeitsreise in die USA. Es war unser Wunsch mit einem Wohnmobil durch den Westen der USA zu fahren. Als Route war geplant das wir von Dallas aus zunächst nach Las Vegas fahren und von dort weiter nach San Francisco und Los Angeles. Gleich am nächsten Tag nach der Hochzeit ging es los. Eine Hochzeitsreise vergisst man nicht, aber diese Reise werde ich nie vergessen. Denn der Verlauf war nicht ganz so wie geplant denn wir kamen noch nicht mal bis Las Vegas.

Zuerst ging es mit dem Flieger nach LA, anschließend mit einem anderen Flieger nach Dallas. Als wir dort endlich ankamen gingen wir sofort zur Autovermietung. Von Deutschland aus hatten wir ein Wohnmobil bestellt. Dieses war auch beim Vermieter da und nach einer Einweisung fuhren wir los, um uns das Land anzusehen. Heute fuhren wir nur bis Fort Worth um über Nacht hier zu bleiben und uns ein wenig umzusehen. Da mein Englisch nicht gerade perfekt war, führte mein Mann fast alle Gespräche. Anschließend erklärte er mir dann, wenn ich es wissen wollte, worum es ging.
Wir waren schon drei Tage unterwegs, es war in der Nähe von Flagstaff, als mein Mann mich auf ein anderes Wohnmobil aufmerksam machte. Ein Mann stand daneben und war am Winken. Man hatte uns zwar gewarnt vor Überfällen, trotzdem bremste mein Mann den Wagen ab, und blieb stehen. Aufgeregt kam der Mann zu unserem Wohnmobil und redete sofort auf meinen Mann ein. Ich verstand nur das Wort „Dog“ also Hund, sonst nichts. Mein Mann stieg aus, sagte aber zu mir ich solle im Wagen bleiben, dann ging er mit dem Mann ungefähr 20 Meter neben die Straße. Augenblicklich kam er zurück gelaufen. Schon im Laufen war er am Winken, ich solle aus dem Wagen Aussteigen. Schnell stieg ich aus dem Wagen und ging ihm entgegen. Als er bei mir war, sagte er:
„Da ist ein Loch und in diesem liegt ein Hund. Außerdem liegt dort auch Stacheldraht und darin hat sich der Hund verfangen. Er scheint verletzt zu sein.“
Schnell lief ich zu dem Loch. Der Mann stand noch an dem Loch. Auch seine Frau stand neben ihm. Beide redeten auf mich ein, doch ich verstand nichts. Ich schaute sie nur verständnislos an. Da kam auch mein Mann. Er hatte nach Werkzeug in dem Wohnmobil gesucht aber nichts gefunden, womit der Hund befreit werden konnte.

Der Hund, ein Schäferhund, lag in einem Etwa zwei Meter tiefen Loch und hatte sich bei seinen Befreiungsversuchen in den Stacheldraht gewickelt. Er war an mehreren Stellen am Bluten. Ganz leise hörte man sein Jaulen.
Vorsichtig kletterte ich in das Loch um nicht auf den Draht zu treten. Der Hund fing an zu Knurren und fletschte seine Zähne. Ich ließ mich nicht beirren und fing an ihn vorsichtig zu untersuchen. Dabei wollte der Hund mehrmals nach meiner Hand schnappen, was ihm aber Schmerzen zu bereiten schien. Denn jedes Mal wenn der Hund sich bewegte, stach der Draht ihm in die Haut. Ich fing an mit dem Hund zu reden. Ich nahm nicht an, das er mich versteht aber ich setzte auf den Klang meiner Stimme. So war es auch. Der Hund stellte sein knurren ein und versuchte auch nicht mehr mich zu beißen. Ich rief hoch das ich eine Decke brauchte und mein Mann übersetzte die Worte. Sofort lief die Frau los und kam nach kurzer Zeit zurück mit einer Decke die sie mir in das Loch warf. Gleichzeitig war ein Mann dabei von der Highway Patrol. Er schien zu fragen was los ist, denn der Mann und auch die Frau sprachen mit ihm. Da meinte mein Mann: „Du sollst hoch kommen. Er wird den Hund erschießen.“ Sofort kramte ich mein Englisch zusammen und sagte zu dem Polizisten: „ No shot! No shot!“
Ob das richtig war, weiß ich nicht, aber er schaute mich erstaunt an. Dann redete er auf mich ein. Es hat auch gewisse Vorteile wenn man kaum Englisch sprechen kann. Daraufhin wandte sich mein Mann an den Polizisten und redete mit ihm. Nach einer gefühlten kleinen Ewigkeit hörte ich ein „o.k.“ und der Polizist ging zur Straße. Mein Mann meinte dann, das der Schuss erledigt sei. Der Polizist wolle jetzt einen LKW anhalten. Die haben meistens eine Drahtschere dabei. Kurz darauf hörte ich die Bremsen eines LKW quietschen.

Mein Mann wollte wissen wie es Daisy geht. Aha, der Hund war ein Mädchen! Ich antwortete das es Daisy gut gehen würde.

Kurz darauf tauchte der Polizist wieder auf. Auch war ein Mann dabei, der wohl LKW-Fahrer war. Dieser warf mir eine Drahtschere runter in das Loch. Sofort fing ich an vorsichtig den Draht durchzuschneiden. Jedes mal wen ich ein Stück abgeschnitten hatte, reichte ich es nach oben. Dabei fiel mir auf, das erheblich mehr Leute um das Loch standen als zu Beginn. Auch war ein Mann dabei, der die ganze Zeit in ein Funkgerät sprach. Ein anderer war die ganze Zeit am Fotos machen. Wenn die keine anderen Sorgen haben, dachte ich mir und kümmerte mich weiter um den Draht. Es war schon ein kleiner Kraftakt den Draht durch zu schneiden. Aber es klappte. Immer wieder jaulte Daisy kurz auf, wenn der Draht den ich durch schnitt ihm wehtat. Doch meine Stimme beruhigte Daisy. Ich hatte schon einige der Drähte durchschnitten und so begann ich, die Decke vorsichtig unter Daisy zu schieben. Nun war es noch eine Drahtschlinge die sich um Daisys Bauch gewickelt hatte, doch ohne dem Tier Schmerzen zu zu fügen konnte ich diese nicht durch schneiden. Also trennte ich den Draht einige Zentimeter von dem Hundekörper durch. Dadurch war der Hund frei, jedoch war der Draht noch immer um den Bauch von Daisy gewickelt. Nun konnte ich die Decke ganz unter Daisy schieben. Auch hierbei jaulte sie ein paar Mal auf. Als ich damit fertig war, kam mir in den Sinn, das Daisy nach oben musste. Selbst springen konnte sie mit dem Draht um den Bauch nicht. Ich schaute hoch und war erstaunt. Dort waren inzwischen wohl 50 Personen anwesend. Noch immer sprach der eine Mann in sein Funkgerät und der andere war am Fotografieren. Mein Mann sagte ein paar Worte und schon liefen einige der Leute weg um nach kurzer Zeit wieder da zu sein. Sie warfen mir einige Seile zu und ich befestigte an jeder Ecke der Decke ein Seil. So konnte der Hund nach oben gezogen werden. Ich sagte noch, das der Hund auf keinen Fall auf die Erde gelegt werden soll. Mein Mann übersetzte, dann half er mir und auch andere Leute aus dem Loch. Ich schaute mich um und sah, das viele Fahrzeuge auf der nahen Straße standen. Darunter mehrere LKW, Wohnmobile aber auch PKW. Irgendetwas musste auf der Straße passiert sein. Es kam mir gar nicht in den Sinn, das es wegen der Aktion die hier ablief, war. Plötzlich brandete Beifall auf. Ich wusste gar nicht warum. War mir auch egal.
Ich sagte zu meinem Mann, das der Hund dort wo der Draht noch um seinen Bauch gewickelt war, hohl liegen musste, so das ich von allen Seiten darankam. Sofort setzte mein Mann sich auf den Boden und ließ sich den Hund auf seine Beine legen. So lag Daisy genauso wie ich es brauchte.
Ich kniete mich neben ihr und untersuchte zu nächst erst ihre Wunden, die sie von dem Stacheldraht hatte. Leider hatte Daisy zu lange Haare als das ich etwas sehen konnte. Die Haare mussten zunächst ab. Also rief ich nach einer Schere und mein Mann übersetzte. Sofort liefen mehrere Frauen und Männer los um Scheren zu holen. Nach kurzer Zeit kam eine junge Frau und drückte mir eine Schere in die Hand. Dabei sagte sie etwas zu mir. Mein Mann sagte, das sie Krankenschwester ist und mir helfen will. Ich nickte nur, dann fing ich an die Haare an der Stelle zu entfernen um die sich der Draht gewickelt hatte. Die junge Frau nahm von jemand anderes eine Schere und fing ebenfalls an die Haare ab zu schneiden. Von weitem hörte ich Sirenengeheul was kurz darauf erstarb. Aus den Augenwinkeln sah ich eine Bewegung in den Leuten die um mich standen. Dann wurde ein Koffer neben mir abgestellt. Ich schaute hoch und erkannte einen Rettung Sanitäter nebst einer Frau als Begleitung. Mein Mann erklärte schnell die Situation während ich weiter die Haare abschnitt. Bisher brannte die Sonne herab, jetzt kam auf einmal Schatten. Ich schaute hoch und sah, das 4 Männer eine Decke hoch hielten so das ich im Schatten arbeiten konnte. Ich murmelte: „Thanks“ und mein Mann sagte es noch mal.

Dann sah ich die Bescherung. Durch die Befreiungsversuche von Daisy hatte sich der Stacheldraht tief in die Haut eingegraben. Einfach durchschneiden war nicht möglich ohne den Hund noch weiter zu verletzen. Ich brauchte eine Zange! Das sagte ich laut. Sofort liefen einige Männer zu ihren Fahrzeugen um eine Zange zu holen. Mir wurden wohl 10 entgegen gestreckt. Ich griff irgendeine und versuchte den Draht, der sich verwirbelt hatte, zu entwirren. Nur langsam gelang dieses. Mir lief der Schweiß in Strömen. Ich konnte fast nichts mehr sehen. Ich rief nach einem Handtuch, welches mir, nachdem mein Mann übersetzt hatte sofort gereicht wurde. Schnell wischte ich damit meine Stirn und meine Augen ab. Dabei sah ich, das der Mann, der bisher Fotografiert hatte, einen Film wechselte. Aber es kümmerte mich nicht, sondern der Draht war wichtig. Dieses blöde Teil musste doch endlich abgehen. Kaum hatte ich das gedacht, löste sich der Draht, natürlich musste er auch noch eine blutige Schramme auf meinem Handrücken hinterlassen. Nun konnte ich ihn vorsichtig aus der Haut des Hundes entfernen. Kaum war der Draht ganz ab, bemerkte ich eine stark blutende Stelle an der Unterseite des Hundes. Schnell drehte ich ihn um. Der Stacheldraht hatte eine Ader durchbohrt und aus dieser lief nun das Blut. Schnell drückte die Stelle ab. Dann rief ich nach einem Skalpell und nach Adern Klammern. Ein weiterer Koffer wurde neben dem Hund abgestellt. Als ich hinschaute war es die Tierrettung. Jetzt konnte nichts mehr schiefgehen, dachte ich doch ich irrte gewaltig. Denn kaum hatte ich zu Ende gedacht, seufzte Daisy laut auf. Dann hörte sie auf zu atmen. Laut rief ich: „Komm Daisy, das darfst du mir nicht antuen.“ Gleichzeitig fing ich mit der Herzmassage an. Auch verlangte ich nach einem bestimmten Medikament, das das Herz stärkt. Der Mann von der Tier Rettung sagte: „The Dog is death!“ Ich rief nur „No, No“ daraufhin gab er mir eine Spritze die ich sofort setzte. Ich war am Verzweifeln, als mir die Rettungssanitäterin ein Wiederbelebungsgerät in die Hand drückte. Mit diesem Gerät wird beim Menschendurch Stromstöße das Herz wieder zum Schlagen gebracht. Aber bei einem Hund? Das hatte ich noch nie gehört. Mein Mann meinte es ist auf kleinste Stufe eingestellt und ich soll es versuchen. Das machte ich, doch kein Erfolg. Also noch mal und dann fing das Herz wieder an zu schlagen. Seit dem Herzstillstand waren vielleicht 15 Sekunden vergangen. Ich atmete auf und der Mann von der Tierrettung sagte irgendetwas. Da brandete Beifall auf. Auf der Straße hörte ich viele Fahrzeuge die vorbei fuhren, das sie am Hupen waren. Ich schaute meinen Mann an und der meinte: „ Der mit dem Funkgerät, das ist ein tragbares Telefon, hat die ganze Zeit direkt an eine Radiostation gesendet. Alle haben es im Radio live mit gehört. Und der mit dem Fotoapparat ist Reporter.“ Nun musste ich nur noch die Blutung stillen. Der Mann von der Tierrettung half mir dabei. Dann gab mir der Rettungssanitäter ein tragbares Schweißgerät mit dem man Adern verschweißen kann. Dieses machte ich und die Blutung stand. Ich atmete auf. Ich hatte es wieder mal geschafft. Schnell verband ich Daisy und stand auf. Der Besitzer des Hundes stand vor mir. Er sagte kein Wort, doch er legte mir seine Hand auf die Schulter und er schaute mich dankbar an. Auch seine Ehefrau bedankte sich auf die gleiche Art. Wieder brandete Beifall auf und ich dachte mir, das die Amerikaner doch schnell zu beeindrucken waren. Alle die hier waren hatten so was mit Sicherheit noch nicht gesehen, auch nicht der Mann von der Tierrettung. Er sprach gerade mit meinem Mann. Ich schaute an mir hinunter und sah, das ich meine Hose und auch meine Bluse wegschmeißen konnte. Alles war voller Blut. Aber das war mir egal. Da kam auch der Mann von der Tierrettung zu mir und gab mir die Hand. Dann sagte er auf Deutsch: „So was habe ich noch nie gesehen. Jeder hätte Daisy aufgegeben als ihr Herz stehen blieb. Daisy kann froh sein, das sie an eine deutsche Tierärztin gekommen ist. Wir hätten das nicht gemacht. Meinen aller herzlichsten Glückwunsch!“ Bevor ich ihm sagen konnte, das ich keine TÄ bin, ging er zu seinem Auto und holte eine Trage herbei wo Daisy drauf gelegt wurde und brachte sie in eine Tierrettungs Station.

Langsam wurden es immer weniger Leute die hier rumstanden. Viele schüttelten mir die Hand oder klopften mir auf die Schulter. Langsam ging ich zu unserem Wohnmobil um mich umzuziehen. Auch mein Mann musste sich Umziehen. Als wir fertig waren und endlich weiterfahren wollten setzte sich eine ganze Fahrzeugkarawane zusammen mit uns in Bewegung. Ganz vorn fuhr der Polizist mit eingeschaltetem Rotlicht (in Deutschland: Blaulicht) dann folgte der Besitzer des Hundes mit seinem Wohnmobil, daran wir und noch jede Menge Fahrzeuge hinter uns. Als wir uns der Stadt näherten, hörte ich die Sirene des Polizeifahrzeuges aufheulte. Dann fuhren wir in die Stadt ein. Überall standen Leute und winkten uns zu. Man verstehe die Begeisterung der Amerikaner, ich nicht! An jeder Kreuzung stand ein Polizist und hielt den Verkehr an, so das wir ohne anzuhalten bis zum Rathaus kamen. Dort wurden mein Mann und ich vom Town Major (Bürgermeister) empfangen. Wieder musste mein Mann alles übersetzen und so erfuhr ich, das der Hundebesitzer der Vater des Bürgermeisters ist und das die ganze Aktion Live im Radio gesendet worden ist. Das ganze Land konnte zu hören. Irgendwie war mir der Rummel Peinlich. Eigentlich wollten wir auch nach Vegas, doch dort bin ich nie gewesen. Wir wurden von einer Stelle zur anderen weitergeleitet. Wir mussten Interviews im Radio geben und wurden wohl tausendmal Fotografiert. Trotzdem war es eine schöne Zeit, die leider viel zu schnell vorbei ging. Am letzten Tag unseres Urlaubs traf ich noch mal Daisy. Sie war Vollkommen gesund und freute sich riesig mich zu sehen. Er sprang mich an, schleckte über mein Gesicht und rannte immer wieder zu seinem Frauchen und Herrchen, dann wieder zu mir. Ich blieb noch lange mit dem Hundebesitzer in brieflichem Kontakt.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #156
Was für eine unglaubliche und schöne Geschichte. Muss mir mal die Tränen abwischen, kann ja kaum die Tasten sehen ...
 
  • Post aus Bayern Beitrag #157
Vegas kann warten, der Hund konnte es nicht.
Ich hoffe, dass Gerda doch noch irgendwann in Vegas war und eine zweite Hochzeitsreise gemacht hat.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #158
Ja stimmt Vegas kann warten aber der Hund nicht. Ich find es klasse.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #159
Hallo ihr Fans von Gerdas Geschichten die Helmut, dieser Jungspunt, so wunderbar Umsetzt, damit sie auch lesbar werden. Ich melde mich hier mal selbst (natürlich wieder über Helmut, da ich nicht mich selbst hier anmelden möchte) zu Wort. Ich habe Helmut gebeten zu erzählen warum ich vorzeitig meinen Job in meinem Tierheim aufgeben musste. Viele werden sich das schon gefragt haben. Warum und welche Krankheit es war das ich meinen Job aufgehört habe (musste) zu leben. Hier nun die Geschichte dazu, natürlich wieder von dem jungen Mann (Immerhin ist er 13 Jahre jünger) Helmut. Ich möchte nur anfügen, das diese Geschichte 7-mal zwischen ihm und mir hin und her gegangen ist bevor alles Korrekt so war wie es damals passiert ist. Immer wieder wenn ich seinen Artikel gelesen habe fielen mir wieder einiges ein, so das Helmut viel ändern musste. Bei den anderen Geschichten brauchen wir höchstens ein bis zwei Mal bis es passt.
Hier nun die Geschichte:
Mein letzter Tag im Tierheim
oder
Kämpf Gerda Kämpf! Kämpfe dich ins Leben zurück!
Heute ist der 26.10.1997. Es ist ein Sonntag. Trotzdem bin ich ins Tierheim gefahren um nach dem Rechten zu sehen. Das mache ich schon immer so. Ich bin wie so oft um 8.00 Uhr im Tierheim angekommen und hab zunächst erst mal meine Tiere begrüßt. Das mache ich jeden Morgen. Mein erster gang führt ins Katzenhaus danach gehe ich zu dem Hundebereich. Auch in die Krankenstation werfe ich einen Blick. Momentan ist hier kein schwieriger Fall der behandelt werden muss. Dann hab ich mich einige Minuten mit dem Personal vom Sonntagsdienst unterhalten. Anschließend bin ich in mein Büro gegangen um noch einmal den Dienstplan für den nächsten Monat durch zu sehen. Ich schaue auf den Dienstplan als auf einmal die Buchstaben verschwimmen. Auch wird mir schlecht und ich hab einen stechenden Schmerz in der Brust. Alles dreht sich um mich, dann wird es dunkel.
Später erfahre ich wie es weiter ging: Ein Mitarbeiter, der zufällig im Bürogebäude war, hörte ein poltern aus meinem Büro. Sofort ging er hin und öffnete die Tür nachdem er geklopft hatte. Dort fand er mich auf dem Boden liegend vor. Sofort rief er den Rettungsdienst an. Anschließend rief er meinen Mann an und auch der Tierarzt wurde informiert. Alle trafen fast gleichzeitig ein. Als erster kam der Tierarzt der mich sofort untersuchte. Dann kam schon mein Mann und keine Minute später war der Notarzt da. Dieser stellte, was auch schon der Tierarzt festgestellt hatte, bei mir einen Herzinfarkt fest. Zusätzlich hatte ich auch noch einen schweren Schlaganfall. Der Notarzt gab mir sofort die rettenden Spritzen die in solch einem Fall notwendig sind, dann wurde ich schnellstens in das Krankenhaus gebracht. Dort lag ich drei Monate im Koma.
Als ich wieder wach wurde, musste ich alles von vorn lernen. Sprechen, sitzen, stehen und laufen. Jedoch bin ich auf der linken Seite gelähmt, so das ich sehr schlecht laufen kann. Darum bekam ich einen Rollstuhl und die behandelnden Ärzte sagten mir das ich diesen für den Rest meines Lebens benötigen werde. Fast 15 Monate war ich in diversen Kliniken und Reha-Krankenhäusern. Wie oft hatte ich zu den kranken oder Verletzten Tieren gesagt: „Kämpf, mein kleiner! Kämpf dich ins Leben zurück!“ Jetzt sagte ich dieses auch zu mir. Ich wollte wieder aus dem Rollstuhl raus. Zu mindestens wollte ich bei uns im Haus ohne diesen auskommen. Also trainierte ich so viel wie ich konnte. Mein Mann half mir in dieser schweren Zeit. Auch der Tierarzt war oft da um mir zu helfen. Jedoch starb er noch bevor ich aus dem Rollstuhl kam. Sein Sohn, der mir auch schon geholfen hatte, übernahm daraufhin die Praxis seines Vaters. Auch half er mir weiterhin. Er kam auf die Idee ein Bewegungsprogramm zu entwerfen, welches bei Tieren eingesetzt wurde. Dieses wandelte er extra für mich um.

Nachdem ich aus den Krankenhäusern entlassen worden war, hatte ich immer den Wunsch mein Tierheim zu besuchen. Mein Mann sagte immer, das es noch nicht so weit mit mir wäre, aber sobald die Zeit gekommen ist, würde er mit mir dahin fahren. Drei Monate später, also 18 Monate nach meinem Zusammenbruch sagte er zu mir: „Gerda, in drei Wochen ist ein Tag des Tieres im Tierheim. Dann fahren wir dahin!“ Ich war glücklich. Endlich wieder in mein Tierheim zu kommen. Ich konnte es kaum erwarten dort hin zu kommen. Zu langsam ging die Zeit um.

Endlich war es soweit. Mein Mann holte seinen Wagen, ich setzte mich in meinen Rollstuhl und er brachte mich nach draußen. Dort half er mir in das Auto und packte den Rollstuhl in den Kofferraum. Danach fuhr er los. Als wir auf dem Parkplatz des Tierheim ankamen war kein Parkplatz davor frei. Langsam fuhr mein Mann sein Auto zum Bürogebäude. Auch dort sind Parkplätze. Dort stellte er den Motor ab und stieg aus. Ich wunderte mich, denn trotz vollem Parkplatz waren kaum Leute zu sehen. Mein Mann erklärte das damit, das in dem großen Zelt, das mitten auf dem großen Platz neben Katzenhaus und Hundefreigehege aufgebaut war, ein Vortrag über Tierkrankheiten gehalten würde. Ich setzte mich in den Rollstuhl und mein Mann ging auf das Zelt zu. Dabei meinte er: „Laß uns erst da mal schauen. Zu deinen Tieren gehen wir anschließend. Außerdem brauche ich erst mal eine Tasse Kaffee.“ Ich stimmte zu, denn einen Kaffee konnte ich auch gebrauchen. Vor dem Eingang des Zeltes waren ein paar Stufen, jedoch wies ein Hinweisschild auf einen Eingang für Rollstuhlfahrer hin. Dorthin ging mein Mann und schob mich die Rampe hoch. Vor dem Eingang stand ein mir unbekannter Mann der den Vorhang vom Zelt zur Seite schlug. Die ganze Zeit wunderte ich mich, das kein Geräusch aus dem Zelt kam. Keine Stimme, kein gar nichts. Absolute Stille herrschte im Zelt. Mein Mann schob mich durch den Eingang und vor uns wurde ein zweiter Vorhang zur Seite geschlagen. Dann meinte mein Mann: „Roll mal eben kurz alleine weiter. Ich habe mir an der Hand wehgetan.“ Das machte ich dann auch.

Sobald ich in das Zelt rollte brandete ein riesiger Beifall auf. Alle die im Zelt waren, erhoben sich von ihren Plätzen. Auch mein Mann der inzwischen neben mir war, spendete Beifall. Ich war gerührt. Das hatte ich nicht erwartet. In dem Zelt waren wohl zweihundert Menschen. Alle waren am Klatschen. Auch wurden Bravo Rufe laut. Es ist einfach unbeschreiblich wie ich mich fühlte. Dann kam der Doc auf mich zu und reichte mir die Hand. Anschließend brachte er mich in die Mitte der Bühne auf die der Seiteneingang führte. Dort ergriff er ein Mikrofon und sagte: „Liebe Gerda, wie du siehst sind hier ein paar Leute versammelt die sich freuen dich wieder zu sehen. Durch deine schwere Krankheit hat sich natürlich einiges hier Verändert. Die größte Veränderung war, die Überlegung wie wir dich gebührend empfangen können wenn du dein Tierheim wieder besuchen würdest. Wir haben nie die Hoffnung aufgegeben das du eines Tages zurück kommen würdest. Zwar nicht mehr als Leiterin des Tierheim, aber zumindest als Gast. Über ein Jahr haben wir auf diesen Tag hingearbeitet. Die Planung wurde von allen die du kennst durchgeführt. Auch dein Mann hat tatkräftig mitgeholfen das diese Feier für dich möglich wurde. Alle die du hier im Zelt siehst, sind Leute die du glücklich gemacht hast indem diese von dir ein Tier bekommen haben oder sonst irgendwie geholfen hast. Der Tag des offenen Tierheim war nur eine Täuschung für dich, denn alle wussten wir, das du solch eine Feier zu deinen Ehren nie hättest haben wollen. Willkommen zurück, Gerda!“

Erneut brandete Beifall auf der lange anhielt. Dann hielt mir der Doc das Mikrofon hin. Ich ergriff es und sagte: „Leute ihr seid verrückt. Nie hätte ich das erwartet. Ich dachte fahr einfach mal hin und schau dich um. Vielleicht erinnert sich noch jemand an mich und wenn nicht ist es auch nicht schlimm. Damit kann ich leben. So dachte ich und jetzt das! Das ich anscheinend so beliebt bin wusste ich bisher nicht. Auch das ich so viele Leute glücklich gemacht habe wusste ich nicht. Woher auch. Ich habe nur meine Arbeit gemacht, dachte ich bisher aber anscheinend war es mehr. Ich danke euch allen!“

Damit gab ich das Mikrofon an den Doc zurück und wollte die Bühne verlassen. Der Doc meinte dazu nur, das ich noch etwas warten müsse bis ich von hier wegkomme. Schließlich habe die Feier gerade erst begonnen. Es wurden noch viele Dankesreden gehalten. Unter anderem vom Grafen aber auch von Menschen denen ich ein Tier vermittelt hatte. Auch der Bürgermeister unserer Stadt hielt eine Rede. Auch der ein oder andere seiner Vorgänger. Dann nahm ein mir bisher unbekannter Mann das Mikrofon. In einigermaßen gutem Deutsch sagte er: „Mein Name ist Jack. Ich komme aus einer kleinen Stadt in den Staaten. Mein Vater erzählte oft von einer verrückten deutschen Ärztin. Er sagte immer „crazy German doc“. Oft hat er mir, als ich noch ein kleiner Junge war, die Geschichte erzählt. Er zeigte mir auch ein Foto dieser Frau und die Zeitungsberichte. Diese finden Sie in Kurzform in der Begleitschrift für diese Feier. Als ich größer wurde reifte der Wunsch in mir heran, auch Tieren die in Not sind zu helfen. Also fing ich an zu Studieren. Am ersten Tag des Studiums wurde uns ein Satz, nein, vier Worte, beigebracht. Es waren die Worte: „Don`t shot, Don`t shot“ Das waren die Worte die diese deutsche Frau damals auf Englisch gesagt hatte. Das einzige was wir von der Frau wussten, war ihr Vorname und das sie aus dem deutschsprachigem Raum kommt. Das Ganze ist schon Jahrzehnte her. Seit damals sind auf unseren Tierrettungswagen ein Bild dieser Frau und des Hundes geklebt. Vor fünf Jahren fuhr ich mit einem dieser Wagen nach einem Einsatz auf einen Truckstop. Hinter mir fuhr ein Wohnmobil. Ich stellte mein Auto auf einen Parkplatz als mich der Fahrer des Wohnmobils ansprach. Er fragte mich woher ich das Foto habe. Dann erzählte er mir, das er diese Frau kennt. Sie sei in einem Tierheim die Leiterin. Sofort lud ich diesen Mann und seine Frau ein zu unserer Station zu kommen. Wir fuhren sofort los. Als wir ankamen wartete schon mein Vater, den ich per Funk informiert hatte, in meinem Büro. Er fragte den Fremden sofort aus. Endlich erfuhren wir mehr über diese Frau. Wir hatten den Namen und die Adresse. Mein Vater wollte so schnell wie möglich nach hier. Doch leider verstarb er eine Woche später. Aber auch ich wollte nach hier. Es dauerte noch lange bis ich losfliegen konnte. Als ich in Deutschland ankam, erfuhr ich welchen Schicksalsschlag Gerda ein paar Tage vorher erlitten hatte. Also war es das mit meinem Besuch. Trotzdem schaute ich mir dieses Tierheim an. Ich besuchte es mehrmals und war erstaunt, das ein Tierheim in diesem schönen Land so eingerichtet ist. Ich erfuhr das das Gerdas Werk war. Vor zwei Monaten bekam ich die Nachricht das heute diese Veranstaltung stattfindet. Sofort setzte ich alle Hebel in Bewegung um heute hier hin zu kommen. Liebe Gerda ich möchte dir folgendes sagen: Durch deinen Einsatz vor 33 Jahren hast du ohne es zu wissen tausenden von Tieren das Leben gerettet. Noch heute werden, an unserer High-School die Worte benutzt wenn man ein Tierarztstudium beginnt. Das ist unser Leitsatz geworden. "Nicht schießen, nicht schießen." Ich habe hier eine Urkunde von unserem Tierschutzverein sowie eine Urkunde des Tierarzt Verbandes. In beiden wirst du zum Ehrenmitglied ernannt. Auch habe ich ein Schreiben des Bürgermeisters unseres schönen Ortes. Auch er ernennt dich zum Ehrenbürger. Gleichzeitig laden wir dich und deinen Mann zu uns in die USA ein.“
Er reichte mir die Hand und gleichzeitig die Urkunden. (Diese hängen bei mir im Wohnzimmer über dem Kamin) Beifall brandete erneut auf, und der Doc und der Bürgermeister meinten, das ich die Geschichte ihnen demnächst mal erzählen sollte.
Ich ergriff wieder das Mikro und bedankte mich bei Jack. Auch nahm ich die Einladung zu einem Besuch an unter der Voraussetzung das ich wieder gesund werde. (Bis heute (Ende August 2013) bin ich nie wieder in die USA gekommen) Auch bat ich ihn darum sich in meinem Namen beim Bürgermeister zu bedanken.
Anschließend ergriff unser Regierungspräsident des Landes das Wort: „ Liebe Gerda, auch wir waren geschockt als wir von deiner Krankheit hörten. Wir konnten es nicht glauben das du so Krank warst. Aber jetzt bist du wieder einiger Maßen hergestellt, denn sonst wäre diese Feier nicht möglich und ich hätte weiter warten müssen. Auch das Land möchte sich bei dir Bedanken. Durch deinen Einsatz ist vieles in den Tierheimen unseres Landes verändert worden. In jedem Tierheim arbeitet inzwischen mindestens eine ausgebildete Tierpflegerin, aber auch Tierarzthelferinen. Meistens nur Ehrenamtlich. Denn in unserem Land gibt es nicht viele stätische Tierheime. Als ich vor nicht mal 2 Stunden hier hin fuhr, war mir nicht bekannt was du in den Staaten gemacht hast. Ich erfuhr erst durch Jake davon. Dort wird seit damals erst alles versucht um die Tiere zu retten. Wenn es gar nicht mehr geht, passiert das Unvermeidliche. Aber erst dann! Ich bin stolz auf dich. Das ich dich duzen darf weiß ich von deinem Mann. Du hast immer darauf bestanden geduzt zu werden. Egal wer es war. Auch hast du immer alle geduzt. Es ist mir eine Ehre. Auch ich bin nicht mit leeren Händen gekommen. Hiermit verleiht das Land den Verdienstorden an Frau Gerda XXXXXXX. Herzlichen Glückwunsch. Es ist mir eine besondere Ehre diesen Orden persönlich zu überreichen.“
Während des letzten Satzes des Regierungspräsidenten hatte ich die Bremse meines Rollstuhls arretiert. Ich wollte den Orden nicht im Sitzen in Empfang nehmen. Ich stemmte mich aus meinen Rollstuhl hoch und stand dann vor dem Präsidenten. Alle im Zelt erhoben sich und ein Unglaublicher Beifallsturm brandete auf. Der Präsident übergab mir den Orden und drückte meine Hand. Anschließend fuhr er fort in seiner Rede. Er hob meine Verdienste hervor und legte auch da, warum der Orden verliehen wurde. Dann war der offizielle Teil der Veranstaltung vorbei. Ich musste noch unzählige Hände schütteln und viele Fragen beantworten.
Ein Jahr später war ich nicht mehr auf den Rollstuhl angewiesen. Jedoch brauche ich einen Stock. Auch will mein linker Arm nicht so wie ich gerne will. Jeden Samstag gehe ich in „mein“ Tierheim und kümmere mich um die Tiere die dort sind. Auch stehe ich mit Rat zur Verfügung. Die neue Tierheim-Leiterin hat die Ausbildung zur TÄ nicht, sondern nur die beiden anderen Ausbildungen. Auch sie stammt aus dem alten Personal des Tierheim. Die Genehmigung das ein nicht Tierarzt Tiere operieren durfte, wurde bis heute (2002) nur 3-mal vergeben.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #160
Liebe Gerda,
vielen Dank, dass Du dich persönlich hier zu Wort meldest.
Was Du erreicht hast ist unglaublich. Wieviele Menschen Du zum umdenken bewegt hast, einfach fantastisch.

Es ist wundervoll, dass du nicht nur Helmut an dem, was du alles erlebt hast, teilhaben lässt, sondern auch andere Menschen.
Deine Geschichten sollten wirklich in einem Buch gedruckt werden. Einfach schon aus dem Grund, weil man sich beim lesen viele Gedanken macht. Z.B. wenn man am Straßenrand ein Tier sieht das womöglich verletzt ist. Anhalten oder weiterfahren? 98% (schätze ich mal) fahren weiter weil sie nicht wissen was sie tun sollen.
Ich habe sogar mit einer Freundin mal angehalten, weil wir dachten, wir hätten eine Maus mit dem Auto überfahren :e025: Klingt verrückt, war aber so.
Mitten in der Nacht haben wir mit einer Taschenlampe nach der Maus gesucht. Wir fanden sie dann auch, aber sie war tot :-(

Du hast Dich ins Leben zurück gekämpft, und ich wünsche Dir weiterhin gute Genesung.
 
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