Danke, Ihr Lieben, für Euer Zwuck-Interesse!
Und schon geht es weiter:
Schwarz auf weiß im Impfpass von Quincy: 22. August 2014, Schnupfen und Seuche.
Also hatte ich in der letzten Woche einen Termin gemacht, aber Quincel roch den Braten und wollte partout nicht in die Box. In seine Schlaftasche auch nicht. Und ein dritter Kennel wurde ebenfalls verschmäht. Schön ist’s unter der Couch!!!!
Da muss man dann natürlich beherzt und ohne Zögern oder Verhandeln tätig werden, ich weiß, aber in diesem Falle hatte ich eine emotional bedingte „Verhaltung“. Schließlich lag die Schur noch nicht weit zurück, und ach, ich war einfach unfähig zu Konsequenz. Also Termin kurzfristig abgesagt.
Mein Plan: Die offene Sprechstunde an einem anderen Tag „spontan“ zu nutzen. Aber immer wenn ich mich zu geeigneter Zeit der Transport- und Schlaftasche in eindeutiger Absicht näherte, war der Quinco weg. Bis auf heute morgen, da gab es – wie schön öfter – Cosma-Snacks in der Tasche, und ich hatte eigentlich nicht vor, zum Tierarzt aufzubrechen. Das hat Quinco wohl gemerkt, jumpte in die Tasche (Reddi-Piepsi – das Zwucklein kann nicht miauen! – endlich mal nicht hinterher!) und mümmelte gefriergetrocknetes Hühnchen.
Schwanz rein, Reißverschluss zu und los. Ich finde den Quinco ja gertenschlank, aber er ist zweifelsfrei schwer. Und diese Tasche samt Kater ließ sich alles andere als gut tragen. Egal.
Die Tierarzt-Praxis war so voll, wie ich es selten erlebt habe – und wir waren die letzten "Patienten". Für Quinco in seiner Großtasche konnte ich aber einen guten Parkplatz auf einem Stuhl organisieren, mit maximalem Tierabstand. Drei Hunde wollten schnüffeln, da habe ich mich vor die mit einem Handtuch bedeckte Box gestellt, streng geguckt, aber nix gesagt, um diesen „der-tut-nix“-Müll nicht zu provozieren. Die Hundebesitzer fanden mein Agieren wohl total übertrieben, holten die Hunde aber kommentarlos zurück zu ihrem Platz. Fein! Brav gemacht!
Neben mir packte eine äußerst redselige Dame ihr Kaninchen-Baby, das geimpft werden sollte, aus und setzte es sich demonstrativ auf den Schoß. Voller Stolz. Das wiederum alarmierte die Hunde ebenso wie ihre Besitzer. Rollende Augen. Ein Knurren. Die Dame ließ sich nicht stören und erzählte zum dritten Mal die „Rettungsgeschichte“ des Kaninchens, das bei ihr mit Hund alleine lebte. Da sich niemand angesprochen fühlte, habe ich einfach mal in die Runde geworfen, dass Kaninchen meines Wissens nicht alleine ohne Artgenossen leben sollten. Zwei Katzenbesitzer nickten mir stumm zu, die Dame murmelte etwas von „vielleicht später“ und packte das Kaninchen, zu dem niemand „oh wie süß“ gesagt hatte, wieder ein. Erleichterung bei den Hundebesitzern.
Eine gute Stunde durfte ich das muntere Treiben beobachten und das Geplauder anhören („Also meiner hat noch nie das Wohnzimmer zerlegt“, „Aber ich kenne jemanden, dem der Hund die ganze Küche demontiert hat“, …): Nie wieder gehe ich in die offene Sprechstunde!!
Quinco war die ganze Zeit über vergleichsweise ruhig und entspannt, und als wir endlich drankamen, lief alles glatt. Zähne gut, Ohren gut, Augen gut, Ergebnis des Abhorchens gut, Spritze rein, alles gut. Den Schur-Schönheitspreis hat er auch bekommen!
Dann stand zum Schluss die Frage der Fragen im Raum, und ich habe sie mal so formuliert: Der Quincelmann ist doch nicht zu dick, nicht wahr? Der Herr Doktor griff vorsichtig und zunächst wortlos in den Samt-Muskel, sah mich dann an und meinte mit mich überraschender Präzision: Also ein paar 100 Gramm weniger wären auch OK.
Aha. Message verstanden. Wiegen wollte ich Quincelchen auf der von X Hunden zuvor benutzten Großwaage im Wartezimmer allerdings nicht. Das machen wir mal später, wenn die Futterumstellung zu entsprechenden Resultaten geführt hat… Ein paar 100 Gramm weniger, das wäre doch gelacht, wenn wir das nicht schafften!