Liebe Bine,
OT kann hier nichts sein, denn das ist ja mein Thread, wo wir alles schreiben dürfen.
Wir dürfen ja froh sein, wenn wir zwei gesunde Hände haben und gerne eine davon hilfreich abgeben können, wo es nötig ist. Tscha, das mit dem Helfen und Geben ist ein sehr interessantes Thema und tiefgründiger als es scheint. Vor allem habe ich mühsam gelernt, keine Hoffnung, Erwartung oder Bedingung daran zu knüpfen. Ich gebe, weil ich das will, und das ist meine Entscheidung, für die ich dann Verantwortung tragen muß. Auch für ein Nein bin ich selber verantwortlich. Man muß sich lösen aus der Verknüpfung von Geben und (geheimer) Bedingung, Selbstaufwertung z.B. Vllt. wird dann weniger gegeben, und das kann u.U. gerechter sein, als wegen eines eigenen Defizits zu viel zu tun.
Der nächste falsche Schritt wäre dann hin zum Opfer. Ob das grundsätzlich "gut" ist? Wird ja in unserer Kultur gerne hochgehalten: heiligmäßig ist das Selbstopfer. Grübele ich weiter komme ich auf die Religion. War es wirklich gut, sinnvoll und erlösend, sich am Kreuz zu opfern, wie uns gelehrt wird? Ich bin da zu ganz anderen Schlüssen gekommen.
Wie gesagt, mit der harmlos helfenden Hand fängt's an, und dann wird es richtig interessant!
Ja liebe Claxx,
ein sehr interessantes Thema.
Ich bin auch eine derer, welche früher schon nahezu ein "Helfersyndrom" hatten.
Glücklicherweise habe ich nach Jahrzehnten gelernt,
ein gesundes Maß zu finden und dabei auch mich nicht zu vergessen.
Ich kann mittlerweile helfende Hände, offene Herzen und aufmerksame Ohren annehmen,
ohne mich im "Zugzwang" zu empfinden.
Ebenso gebe ich von Herzen, (besonders: nicht materielle Dinge wie, Arbeitszeit, Umarmungen, Offenheit, Aufmerksamkeit, "Zuhörzeit" und Liebe, denn davon besitze ich viel),
weil es mir wichtig ist und ich erwarte nichts dafür.
Auch das "Neinsagen" musste ich irgendwann lernen und trainieren,
ohne ein schlechtes Gewissen dabei zu haben.
Heute kann ich sagen, dass ich viel dazu gelernt habe und dass auch die schweren Phasen lehrreich und wichtig für mich waren.
Mit der Religion kann ich nicht wirklich sehr viel anfangen, akzeptiere jedermanns/fraus Glauben,
egal welcher Glaubensrichtung entspringend...
habe aber da für mich bisher keinen Zugang finden können.
Die Institution Kirche, ärgert mich meist... aber das führt zu weit.
Viele Gedanken kreisen im Kopf, schön hier manche davon anreißen zu können.
Wünsche allen ein schönes Wochenende.
Liebe Grüße Bine