Wie wurde denn die Epilepsie bei deiner Katze festgestellt, habt ihr das ganze dann auch mit MRT, CT usw. untersucht? Umso mehr ich im Internet lese, umso sicherer bin ich mir, dass ich den ganzen Stress für Balu überhaupt nicht will. Ich bin mir jetzt nur nicht ganz sicher, ob meine TÄ auch ohne diese Untersuchungen die Diagnose Epilepsie stellen kann und, falls doch irgendwann nötig, Medikamente verschreiben kann. Da werde ich auch noch mal nachfragen.
Guten Morgen Ramona,
ui, das schaut gewaltig nach Epilepsie aus, sowas wie komplex fokale Anfälle. Dabei ist nicht das ganze Gehirn von „Gewitter“ betroffen, sondern nur einzelne Regionen.
Bei unserer Saranka (sie zog im Alter von 5 Jahren bei uns ein) zeigte sich merkwürdiges Verhalten nach und nach. Von explodierender und ernsthafter massiver Aggression ohne Grund gegenüber über unserem jüngsten Kater (ging zum Glück mit Hilfe vorüber, war aber eine äußerst beängstigende Zeit), später Angst vor Lichtreflexen, Schatten (auch der Eigene), Licht, Beine extrem hochziehen und stacksig gehen, Futternäpfe nicht mehr erkennen und wie ein gefährliches Objekt umkreisen, Schreiattaken (wie, wenn man die lebendig häuten würde, ein ganz furchtbares Schreien), dabei stets nicht ansprechbar und große Pupillen. So - Kurzfassung - äußerte sich das bei Saranka, mit steigender Intensität. Wir sind auf Empfehlung unserer Tierärztin zu der Zeit zum Neurologen- Spezi Dr. Schenk in der Tierklinik Lüneburg gefahren und - ja - haben nach dem Gespräch mit ihm sämtliche Untersuchungen machen lassen. Auch für Saranka war das immenser Stress, ABER: Epilepsie hat 1.000 Gesichter! Bei Saranka ergaben die physischen Untersuchungen nichts, diagnostiziert wurde aber treffsicher und zutreffend „komplex fokale Anfälle“ mittlerweile auch zusätzlich das „feline hyperästhesie Syndrom“ dass sich bei ihr in eigentlich nicht physisch realen Schmerzen in der Hüfte/hinterher Rücken äußert.
Epilepsie kann auch als Ursache fehlentwickelte Organe, Tumore - die z. B. falsche Botenstoffe freisetzen o.ä. haben, was man mittels operativen Eingriff beheben kann. Ja, Epilepsie bei jungen Katzen kann sich wieder verflüchtigen, es kommt halt immer drauf an, WAS als Diagnose am Ende feststeht. Deshalb ist es ratsam, wenigstens sich mit dem Tiger beim richtigen Spezi vorzustellen und zumindest alles dort zu besprechen. Vielleicht ist all das auch nichtgänzlich nötig, vielleicht doch. Das kann man aber viel besser entscheiden, wenn man in guten Händen kompetent beraten wird.
Fakt ist, dass Epilepsie ohne jegliche Behandlung im Regelfall schlimmer wird und das ist kein Zuckerschlecken. Epilepsie ist auch mit Behandlung ein Eingriff in das persönliche Leben, da die medikamentöse Behandlung alle 12 Stunden stattfinden MUSS (!), alles über maximal 1 Stunde zu früh oder zu spät kann Anfälle erst auslösen, oder verschlimmern. Kommt aber halt auch wieder auf das Medikament an und den Behandlungsplan. Ich schlafe seit 2 Jahren nicht mehr aus, weil um 06:30 Uhr Medi-Zeit ist. Auch um 18:30 Uhr - Überstunden, nach der Arbeit noch was im Anschluss machen, später heimkommen? Ne, das geht - zumindest bei uns - nicht mehr so einfach. Urlaub - gestrichen. Hier findet sich niemand, der kompetent ist und sich die Betreuung einer Epileptikerin zutraut. Aber je nach persönlichem Umfeld kann das bei dir auch anders aussehen. Ich möchte nur die Ernsthaftigkeit der Krankheit betonen, keine Angst machen
Liebe Grüße,
Mareike