Post aus Bayern

Diskutiere Post aus Bayern im Katzen Forum im Bereich Katzenfreunde; Tolle Geschichten, zum heulen! Aber wunderschön :-) Danke an "Gerda" !
  • Post aus Bayern Beitrag #61
Tolle Geschichten, zum heulen! Aber wunderschön :)
Danke an "Gerda" !
 
  • Post aus Bayern Beitrag #62
Traumhaft schöne Geschichte, die einen in ein Wechselbad der Gefühle stürzt.

Lache, Weinen, Gänsehaut alles ist dabei.

LG
 
  • Post aus Bayern Beitrag #63
Ja, die Geschichte mit Schneewittchen und Boris ist wirklich sehr, sehr schön und hat uns zu Tränen gerührt. Wir haben diese gestern vor dem Zubettgehen noch durchgelesen und konnten dann wunderbar einschlafen :-D. Danke :a010:.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #64
Eine weitere Geschichte:


Prinzessin und der alte Mann
Ich saß mal wie so oft in meinem Büro als das Telefon klingelte. Ich meldete mich und ich hörte die Stimme eines Mannes.
Er erzählte mir, das er nun ins Altersheim kommen würde und sich nicht mehr um seine geliebte Prinzessin kümmern könne. Ich fragte ihn wer Prinzessin ist und er antwortete, das wäre seine 6 Jahre alte Katze. Sein Sohn und auch seine Enkelin können die Katze nicht aufnehmen, da sie alle Berufstätig wären. Somit müsse er sie leider ins Tierheim einliefern, Er nannte mir noch seine Adresse, wo wir die Katze abholen könnten. Ich versprach ihm sofort zu kommen. Danach legte er auf.
Ich fuhr sofort zu ihm hin. Eine Pflegerin eines Sozialdienstes öffnete auf mein Klingeln und lies mich hinein.
Im Wohnzimmer lag ein älterer Mann auf der Couch und hatte eine Katze im Arm. Er sagte das wär seine Prinzessin aber er sei zu krank um sich weiterhin um sie zu kümmern. Ich redete noch eine Zeit lang mit dem Mann, dann schob ich Prinzessin in die mitgebrachte Transportbox. Der alte Mann verabschiedete sich mit Tränen in den Augen von seiner geliebten Prinzessin und ich verließ ihn. Prinzessin lebte sich langsam in das Tierheim-Leben ein, aber immer wieder trauerte sie um ihren alten Mann. Sie saß Stundenlang auf der Fensterbank und schaute hinaus. Doch ihr alter Mann kam nicht um sie zu holen!
Zwei Wochen später saß ich in meinem Büro als ein älteres Paar dieses betrat. Sie stellten sich vor und erzählten mir dann, das sie in einem Altenheim leben würden, wo auch Kleintiere gehalten werden dürfen. Damit waren kleine Hunde und auch Katzen gemeint. Sie hätten bisher 2 Katzen gehabt aber nun sei eine vor ein paar Wochen verstorben. Aus diesem Grunde, weil ihre andere Katze einen Spielgefährten brauche, wollten sie eine Katze im ungefähren Alter von 6 Jahren haben.
Leider musste einer der Mitbewohner in dem Heim seine Katze abgeben die sie gerne genommen hätten, wenn sie es rechtzeitig erfahren hätten. So bliebe ihnen nichts anderes übrig, als hier im Tierheim zu fragen.
Ich wurde Hellhörig als ich das hörte mit dem Mitbewohner. Darum fragte ich sie in welchen Heim sie denn nun wohnen würden. Es war dasselbe Heim in dem der alte Mann lebte. Ich fragte sie auch noch nach dem Namen des Nachbarn. Als sie mir diesen nannten stand ich auf und ging zu einem Büroschrank in dem wir die Karteikarten hatten, auf denen sämtliche Tiere vermerkt waren, die hier im Heim lebten. Natürlich waren auch die Namen und die Adressen vermerkt der Vorbesitzer, sofern bekannt. Schnell hatte ich die Karteikarte mit dementsprechendem Eintrag gefunden. Die Katze war noch hier und ihr Name war Prinzessin. Ich sagte dem Paar das. Gleichzeitig fragte ich sie ob sie nicht eine Patenschaft für diese Katze übernehmen wollen.
Natürlich fragten sie nach der Bedeutung einer Patenschaft und ich erklärte es ihnen. Dabei verpflichten sich die Paten dazu, sich um die Katze zu kümmern. Sprich: Reinigung des Kaklo wenn immer es nötig wäre, dafür sorgen das Tierarzt-Besuche eingehalten werden, sowie das Tier zu Füttern. Das war nur das wichtigste was diese Patenschaft bedeutete. Auch die anderen Sachen der Patenschaft nannte ich ihnen. Das Paar war Begeistert von dieser Idee. Sie sagten noch, das der alte Mann direkt neben ihnen wohnen würde und nur durch eine kleine Mauer auf dem Balkon getrennt wäre. Ihr Balkon ist schon mit einem Katzennetz ausgestattet. Mit Sicherheit könne man dieses erweitern. Als der Mann dieses sagte kam ihm eine Idee, die er mir sofort erzählte. Am Sonntag hat sein Nachbar Geburtstag. Zu diesem Zweck trafen sich alle Heimbewohner im großen Saal um eine kleine Geburtstagsfeier zu veranstalten. Dabei wurden auch immer durch die Heimleitung kleine Geschenke an die Bewohner vergeben. Erfragte dann noch ob er mal Telefonieren könne. Er wollte die Heimleitung anrufen und dieses mit denen absprechen. Dies tat er dann auch. Er vereinbarte einen Gesprächstermin für den nächsten Tag. Auch ich sollte dabei sein.
So geschah es und es wurde als Überraschung vereinbart, das ich persönlich Prinzessin an ihren früheren Halter übergeben solle. Ich fand die Idee gut. Dann fragte ich nach dem Katzennetz. Sie sagten das wäre kein Problem, die Kosten übernehme das Heim. Ich sagte das wir vom Heim schon viele Netze Eingebaut haben und das gerne Übernehmen. Nur die reinen Materialkosten müssten übernommen werden. Die Leiterin des Heimes war damit einverstanden und meinte das es schön wäre, wenn während der Geburtstagsfeier dieses gemacht werden könnte. Ich überlegte und rief dann im Tierheim an. Ich sprach mit dem Mitarbeiter der diese Netze immer einbaute und erklärte ihm die Situation. Er war sofort einverstanden das Netz am Sonntag einzubauen. Mit Sicherheit finde er auch noch jemanden der ihm helfen würde. Ich sagte dieses der Heimleiterin und sie war einverstanden

Ich fieberte dem Sonntag entgegen1

Endlich war es soweit. Ich stand hinter einer Tür und hatte Prinzessin auf dem Arm. Zunächst wurden noch zwei andere Herrschaften zu ihrem Geburtstag gratuliert. Dann war der alte Mann dran. Die Heimleiterin wünschte ihm zunächst alles Gute zum Geburtstag. Dann sagte sie: „Lieber A….., wir wissen wie du deine Prinzessin vermisst! Lange haben wir überlegt was wir dir schenken können. Dann kam ein Zufall dazwischen. Du weißt ja, das deine Nachbarn, die Familie …….. sich eine neue Katze holen wollten. Da kam es zu einem seltsamen Zufall. Wir alle haben zugestimmt das du wieder glücklich wirst. Aus diesem Grunde wird gerade dein Balkon umgebaut! Außerdem hat die Frau …….. eine besondere Überraschung für dich!“ Und dann bat sie mich hinter der Tür hervor zu kommen.
Als der alte Mann mich und seine Prinzessin sah, rief er nach der Katze. Diese hörte den Ruf. Sofort sprang sie von meinem Arm auf den nächsten Tisch. Noch drei weitere Tische und sie war bei dem alten Mann. Die Katze war so glücklich wieder bei ihrem Halter zu sein. Sie köpfelte nur noch und schnurrte wie verrückt. Auch der alte Mann weinte vor Freude. Das alte Paar holte trotzdem noch eine Katze aus dem Tierheim und erzählte dabei, das ihr Nachbar und Prinzessin so überglücklich waren wie sie noch nie gesehen haben. Der alte Mann Blüte richtig wieder auf.


NACHTRAG:

Ich bin nun schon einige Jahre im Unruhe zustand. Helfe aber trotzdem noch immer im Tierheim aus. Besonders bei den Tagen der offenen Tür! So auch diesmal!
Eine Mitarbeiterin kam in Begleitung eines Paares und eines kleinen vielleicht 8 jährigem Mädchen zu mir. Sie sagte, das das Mädchen mich suchen würde. Ich war erstaunt.
Das Mädchen fragte mich ob ich den Herrn ……. Kennen würde. Der Name sagte mir nichts. Das sagte ich auch. Dann fragte das Mädchen ob ich denn Prinzessin kennen würde. Ich überlegte kurz, dann wusste ich wieder alles was damals vorgefallen war. Ich sagte dem kleinen Mädchen das ich Prinzessin kennen würde und jetzt mir auch die Geschichte von damals eingefallen wäre.
Daraufhin gab mir das kleine Mädchen einen Briefumschlag und meinte dazu: „Vor einem halben Jahr ist mein Uropa gestorben. Er gab mir den Auftrag diesen Brief zu übergeben. Wir mussten nur erst herausfinden welches Tierheim gemeint war. Denn mir war nur Ihr Name bekannt!“
Ich öffnete den Briefumschlag. Neben Hundert Euro war auch noch ein Handschriftlich verfasster Brief darin enthalten. In dem Stand:
"Liebe Frau ……, wenn Sie diesen Brief lesen, bin ich schon bei meiner geliebten Prinzessin! Nie habe ich den Tag vergessen an dem Sie mir meine Prinzessin wieder gebracht haben. Ich bin Ihnen so Dankbar dafür. Das werde ich ihnen niemals vergessen! Der kleine Geldbetrag ist mein persönliches Danke an Ihr Tierheim. Ich werde auf der anderen Seite ein gutes Wort für sie einlegen und hoffe das wir uns dort wiedersehen. Vergelst Ihnen Gott!
Mit in aller Ewigkeit Dankbaren Grüßen! Ihr
]A……. ………“
Ich faltete den Brief zusammen und steckte ihn in meine Handtasche. Das Geld gab ich natürlich der Mitarbeiterin. Dann erzählten mir die Eltern des Kindes das ihr Opa, nachdem ich Prinzessin wieder zurück gebracht hatte, richtig aufgelebt ist. Er konnte sogar Prinzessin wieder selbst versorgen. Es war, als wenn er wieder 20 Jahre jünger geworden wäre. Die letzten 12 Jahre habe er sehr glücklich mit seiner Katze im Heim gelebt. Doch vor etwa 7 Monaten sei ihr Opa dann gestorben. Vorher habe er den Brief noch an seine Urenkelin übergeben. Prinzessin lebte nur 2 Monate länger. Sie haben die Katze heimlich bei ihrem Opa mit ins Grab gelegt, so das die beiden wieder vereint sind.
Dann haben sie mich gesucht. Da sie nur meinen Namen kannten, war die Suche sehr Schwierig. Zudem der Opa zwischenzeitlich auch in die Nähe seiner Enkelin gezogen war. Irgendwann hörten sie dann von diesem Tierheim und riefen hier an. Sie fragten nach mir und erfuhren das ich schon im Ruhestand bin, aber öfters im Tierheim helfe. So auch am heutigen Tag. Sie sind dann heute spontan ins Auto gestiegen und hier her gefahren und haben mich endlich gefunden.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #65
*heulheulhheulheulheul:-D
 
  • Post aus Bayern Beitrag #66
wie immer ... schön...
 
  • Post aus Bayern Beitrag #67
hallo.
lese schon seit anfang mit.
die geschichten sind alle zum heulen schön und ganz große klasse.

hier im forum wäre es toll wenn du in deinem eingangsposting die direktlinks zu den geschichten mit hinein schreibst. nummer des postings kopieren. falls du nicht editieren kannst, mod fragen wegen rechten.

geht die sache mit dem e-book eigentlich voran?
finde schon, daß die geschichten einem größeren publikum zugänglich sein sollten.
wäre ja auch gut wenn ein bischen geld zum Tierschutz kommt.

darüberhinaus blogt man sowas, glaube ich, heutzutage.
auch eine facebookseite, also nicht die seite mit dem persöhnliche account, sondern eine eigene seite die von dort aus eröffnet wird, könnte ein breiteres puplikum ansprechen.

außerdem solltest du, auch hier im forum, das copyright klarstellen,
momentan kann man sich, glaube ich, einfach bedienen.

grüße an "gerda",
und danke für die tollen geschichten.
werner
 
  • Post aus Bayern Beitrag #68
Hallo Jennifer, mit dem Buch hast du recht. Ich habe schon mit der Bekannten darüber gesprochen dieses zu tun. Aber sie traut sich nicht.
Vielleicht mach ich das mal. Schließlich habe ich inzwischen 34 Geschichten hier vorliegen.
Nur leider ist das herausgeben eines Buches sehr teuer, weil man erst in Vorleistung treten muss.
Gruß Helmut
Wenn du mit Vorleistung meinst, dass der Autor Geld dafür bezahlen musst, stimmt das so nicht.
Klar gibt es die Möglichkeit, ein Buch selbst zu "finanzieren".
Ein gescheiter und seriöser Verlag jedoch verlangt kein Geld fürs verlegen. Ihr müsst einfach nur schauen welche Verlage sich auf welche Themenbereiche spezialisieren, und entsprechend an die richtigen Verlage das Manuskript schicken.
Ggf. wird da halt ein wenig an den Geschichten von einem Lektor nochmal rumgedoktert und die Geschichte ist nicht mehr 100% mit dem eingeschickten Manuskript identisch. Da müsst ihr halt vorher Vertraglich regeln, in weit ihr einverstanden seid mit Änderungen.

Sorry, wollte jetzt nicht vom Thema abkommen und eigentlich nur sagen, dass ich hier absoluter mit Begeisterung mitlesen. Ich fände es schade, wenn diese tollen Geschichten nicht auf den Markt gebracht werden würden.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #69
Hallo Werner,
du hast recht! Momentan kann jeder sich hier bedienen.
Aber z.B. als E-Book herausbringen ist seit letzter Woche nicht mehr möglich, weil ich 30 Geschichten an einen Verlag gesendet habe. (also die Manuskripte) Außerdem habe ich die Geschichten auch noch anders vor geistigem Diebstahl gesichert. Dazu möchte ich mich aber nicht äußern.
Momentan werden die im Lektorat bearbeitet.
Danach wird entschieden ob richtiges Buch (gedruckt) oder E-Book. Vielleicht auch beides.
Warten wir also ab. In spätestens 3 Wochen erfahre ich mehr.
Gruß Helmut

P.S. Natürlich sind auch die von mir bisher veröffentlichen Geschichten dabei.

Hallo My Lady,
das war ein Verlag, der für Werbung, Vorstellung auf diversen Buchmessen usw. 699-,€ haben wollte.
Ich habe aber einen gefunden der sich nur vom Verkauf einen einstelligen Prozentsatz (3%) abzwackt. (Werbung, siehe oben)
Das heißt aber nicht, das ich nun97% an Tantiemen bekomme. Ist ein bisschen weniger, denn Druckkosten, Lagerkosten, Versand durch den Verlag, Autorenexemplare fallen auch an.
Warten wir es ab, was die sagen!
Gruß Helmut
 
  • Post aus Bayern Beitrag #70
Der Verlag hört sich doch seriös an.
Wenn es hinhaut, könnt ihr ja z.B. auch in Büchereien versuchen das Buch an dem Mann zu bringen. Somit haut ihr da auch noch ein paar Tantieme raus und macht nicht nur Profit vom Verkauf alleine.
Ach, ich spinne da schon wieder viel zu viele Gedanken :lol:

Aber wir fans hier bekommen doch dann bestimmt zu einem Sonderpreis ein Exemplar. Oder? ;-)
<--- Scherz!!! ;-)
 
  • Post aus Bayern Beitrag #71
Hallo My Lady,
ohne Scherz!
es gibt ja auch sogenannte Autorenexemplare. Über diese kann ich frei verfügen. Schaun mer mal!
Gruß Helmut
 
  • Post aus Bayern Beitrag #72
...ich sage auch mal "DANKE" für die wunderbaren Geschichten!!! Bisher hab ich immer mindestens ein Tränchen vergossen :roll: hach...herrlich
 
  • Post aus Bayern Beitrag #73
Der Vater der Entenküken

Neulich bekamen wir seltsamen Besuch in unser Tierheim. Die Polizei brachte uns drei Entenküken.
Das Muttertier und noch zwei weitere Küken waren beim Überqueren einer Straße überfahren worden. Nur die drei hatten überlebt. Entenküken hatten wir noch nie bei uns. Also erst mal die Küken in einen Korb und dann bei mir ins Büro damit. Dann Anruf beim nächsten Zoo. Die konnten uns nicht helfen, da sie momentan selber genug mit Entenküken zu tun hatten. Aber ein paar nützliche Ratschläge gaben sie uns. Also wurde jemand losgeschickt der Futter für die Küken besorgt.
In der Zwischenzeit machte ich mir Gedanken wohin erst mal mit den Küken. Also wurde für die erste Nacht erst mal der Raum neben der Krankenstation hergerichtet.
Dann zogen die Küken erst mal dort ein.
Gegen 23.00 Uhr fiel mir auf einmal Albert ein! (Im Fernsehen kam gerade etwas über Prinz Albert von Monaco)
Oh Gott! Albert war doch in dem Nebenraum einquartiert. Albert verstand sich nicht mit anderen Katzen. Außerdem war er krank. Daher die Trennung.
Ich raste durch die Wohnung und mein Mann fragte was los ist. Ich schilderte schnell die Lage.
Er meinte daraufhin: „Guten Appetit!“ Da ich wusste wie er das meinte war ich ihm nicht böse.
Ich versuchte den Mitarbeiter, der diese Nacht dort war, Telefonisch zu erreichen. Doch ich hatte kein Glück. Mit Sicherheit war er gerade Unterwegs.
Auch mein Mann zog schnell seine Schuhe an und zusammen fuhren wir zum Tierheim. Dort angekommen kam mir der Mitarbeiter entgegen. Ich fragte schnell, was Albert mache. Woraufhin der Mitarbeiter sagte, dem gehe es inzwischen sehr gut. Er habe gefuttert und nichts übergelassen.
Ich ahnte Fürchterliches!
So schnell wie ich konnte rannte ich zu dem Zimmer in dem die Küken zusammen mit Albert untergebracht waren. Ich riss die Tür auf, mein erster Blick viel auf den Korb in dem sich die Küken befinden sollten. Doch der war leer!!
Schnell schaute ich in den Korb von Albert und musste lachen.
Dort lag Albert und schaute mich total müde an. Dabei machte er ein Gesicht als wenn er sagen wollte: „Pst! Nicht so laut! Die kleinen schlafen!“
Ganz dicht an Albert lagen die drei Küken. Albert wärmte sie mit seiner Körperwärme. Offensichtlich hatte Albert die Küken vorsichtig aus ihrem Korb geholt und sie zu sich in seinen Korb geholt. Keines der Küken war dabei zu Schaden gekommen.
Ich streichelte Albert über den Kopf, dann verlies ich wieder den Raum. Ich war sicher, dass die Küken auch am nächsten Morgen noch leben würden. Und so war es auch!
Am nächsten Morgen schaute ich zunächst nach Albert und seinen Küken. Alle waren wohlauf. Auch Albert war auf einmal wieder gesund. War es Einsamkeit die ihn Krank gemacht hatte? Vermutlich !
Jedenfalls trennten wir die vier nicht. Wenn die Küken zu einem nahen Weiher, der sich auf dem Tierheim Gelände befand, watschelten, ging immer ein Mitarbeiter mit, der Albert auf seinem Arm trug. Dort angekommen setzte er dann immer Albert auf den Boden. Die drei Küken kamen dann immer zu dem Kater und dieser ging zusammen mit den Küken zum Wasser. Während die Küken auf dem Weiher ihre Runden drehten, stand Albert immer am Ufer und passte auf alles auf. Manchmal knurrte er, manchmal Miaute er. Immer schienen die Küken zu wissen, was Albert wollte. Nach einer gewissen Zeit kamen die Enten wieder an Land und watschelten hinter Albert her zum Mitarbeiter. Der nahm Albert wieder auf den Arm und zurück ging es zur Katzenstation wo sie wieder in ihren Raum gingen.
Eines Tages kam ein Paar im mittleren Alter zu uns. Sie wollten einen Kater haben. Einen zweiten hatten sie noch.
Ich fragte nach ihren Wohnverhältnissen, wie es inzwischen üblich war, um zu erfahren ob es ein Freigänger oder eine Wohnungskatze sein sollte.
Sie erzählten, dass sie einen kleinen Kotten bewohnten. Dort lebten neben ihnen beiden noch ein Kater, einige Hühner und mehrere Enten. Sollte unser Problem mit dem Paar gelöst sein?
Ich ließ Albert von einem der Mitarbeiter holen und stellte ihn dem Paar vor. Diese waren von Albert begeistert und auch Albert fand das Paar wohl in Ordnung. Jedenfalls sprang er sofort auf den Schoß des Mannes und ließ sich ausgiebig von diesem kraulen. Auch die Frau bekam ihr Fett weg.
Nach einigen Minuten ausgiebigen kennen Lernens sagte ich dann:
„Es gibt nur ein kleines Problem mit Albert! Er hat Anhang! Wir möchten Albert nur mit dem Anhang vermitteln!“
Das Paar schaute mich an und fragte natürlich was ich meine. Ich forderte sie nun auf mir zu folgen.
Langsam gingen wir Richtung Weiher, während der Mann Albert auf dem Arm hatte.
Als wir am Weiher ankamen wurde Albert nervös und wollte vom Arm des Mannes. Dieser hielt Albert jedoch fest, weil dort ja Enten herum liefen und auf uns zu kamen. Ich forderte den Mann auf Albert abzusetzen, was dieser auch tat. Sofort ging Albert zu seinen drei jungen Enten und stieß jede mit seinem Kopf an. Dann gingen die vier Richtung Wasser, wo Albert wie immer am Ufer stehenblieb und alles beobachtete.
Das Paar war platt. Dann fragte die Frau lachend ob das das Problem sei, welches mit Albert bestehe.
Ich erzählte ihnen die Geschichte von Albert und seinen Küken. Die beiden waren Begeistert und sagten wir nehmen alle vier. Nur müssten wir die Enten bringen. Das wäre kein Problem für uns, auch würden wir Albert dann mitbringen.
Und so geschah es, das ich zusammen mit einem Mitarbeiter zu dem Kotten des Paares fuhr um Albert und seinen Anhang ab zu liefern. Dort angekommen holten wir den Korb mit den drei jungen Enten und Albert, der in einer Transportbox war, aus dem Auto. Wir stellten beides auf die Erde und öffneten Alberts Box. Sofort gingen die drei Enten zu Albert und gemeinsam gingen die vier, schön hinter einander, zu dem in der Nähe liegendem Teich.

Nachdem die drei Enten auf dem Teich schwammen, kam Albert zurück und musterte erwartungsvoll das Paar. Dieses ging zusammen mit Albert zum Haus. Ich folgte ihnen. Dort angekommen erkundete Albert das Haus. Dabei lief ihm auch der andere Kater, der sich bei dem Paar befand, über den Weg. Beide blieben stehen, musterten sich und dann steckten sie die Köpfe zusammen. Beide liefen anschließend zum Teich, wo Albert dem anderen Kater seine Familie vorstellte. Beide Kater beobachteten dann die Enten und als diese dann wieder an Land kamen begrüßte auch der andere Kater die Enten. Dann gingen alle fünf zum Haus zurück.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #74
Die Geschichte ist echt was für Hollywood!! Toll!
 
  • Post aus Bayern Beitrag #75
Total niedlich.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #76
Das ist eine geniale geschichte mich freut es immer wenn man wieder was zum lesen hat.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #77
Was neues von Gerda:

Pflegestelle für Katzen

Ich saß wie so oft in meinem Büro, als eine ca. 65 jährige Frau mein Zimmer betrat.
Sie stellte sich vor und erzählte mir, das sie im nahen Wald am Pilze suchen war als sie die Entdeckung machte, das hier ganz in der Nähe wohl eine ganze Menge an Katzen im Wald leben. Dabei ist ihr eine weiße Katze aufgefallen, die ganz abgemagert war und von den anderen immer wieder verjagt wurde.
Ich sagte ihr, dass uns diese Stelle bekannt ist, und wir die dort lebenden Katzen betreuen würden. Nur von einer weißen Katze wussten wir nichts.
Ich rief einen Mitarbeiter herbei und sagte ihm dass er doch mal zu der Katzenanlage (so nannten wir das Lager der Katzen) fahren soll um dort nach einer weißen Katze Ausschau zu halten. Kurz darauf sah ich ihn mit dem Rad losfahren. (das Katzenlager ist nur wenige Minuten entfernt)
Da meinte die Frau, dass ihr die ganzen Katzen leidtun würden. Wenn sie es sich leisten könne würde sie gern ein paar Katzen halten.
Ich fragte sie warum? Und sie erzählte, dass sie Rentnerin sei aber eine geringe Rente beziehen würde. Auch ihr Mann der schwer behindert ist bekomme wenig Rente. Sie lebten zwar Mietfrei in einer Wohnung die der Tochter gehöre, aber das Geld reicht vorn und hinten nicht.
Da fragte ich sie, wie es denn wäre, wenn sie Katzen zur Pflege nehmen würde. Das wäre immer nur so lange bis die Katzen vermittelt würden. Außerdem hätten sie keine großen Unkosten. Nur das Futter müsse teilweise übernommen werden. Die Frau fand diese Idee nicht schlecht und bat mich dieses ihr genauer zu erklären. Was ich dann auch tat. Nachdem ich ihr alles erklärt hatte, meinte sie das müsse sie noch mit ihrem Mann besprechen dann melde sie sich wieder. Ich gab ihr unsere Visitenkarte und wir verabschiedeten uns voneinander. Ich wusste die Frau hat angebissen!
Kurz darauf kam der Mitarbeiter zurück. Er berichtete, dass dort wirklich eine stark Abgemagerte weiße Katze war. Diese wurde immer von den anderen Verjagt wenn sie sich näherte. Der Große Kater (der war uns bekannt, er ist bei uns Kastriert worden) habe sie auch fürchterlich verprügelt. Ich fragte den Mitarbeiter wann er wieder hinfahre um die Katzen zu versorgen? Er antwortete in ungefähr 2 Stunden. Ich fahre dann mit, sagte ich darauf.
Nach 2 Stunden kam der Mitarbeiter und wir fuhren mit unserem Bulli zu der Stelle. Wir ließen den Wagen ca. 100 m vor dem Katzenlager stehen und gingen den Rest zu Fuß. Als ich den Platz betrat wo die Katzen lebten, sah ich sofort die weiße Katze. Oh was ein Elend. Nicht nur, das die Katze stark abgemagert war, nein, auch ihre Augen waren stark verklebt. Ein Auge war sogar stark geschwollen. Außerdem hob sie, obwohl sie saß, eine Vorderpfote hoch. Auch dort schien sie verletzt zu sein. Der Mitarbeiter kümmerte sich um die anderen Katzen und gab ihnen zu fressen.
Langsam ging ich auf die Katze zu und redete leise mit ihr. Sie schien Menschen zu kennen, denn sie lief nicht weg. Als ich einen Meter vor ihr war, kniete ich mich auf die Erde und holte ein Leckerli (die ich vorher eingesteckt hatte) aus der Tasche und hielt dieses der Katze hin. Ganz langsam kam diese dann auf mich zu gehumpelt. Ich hatte Recht, denn mit der linken Vorderpfote trat sie nicht auf. Also war sie dort verletzt. Was es war konnte ich nicht sehen. Vorsichtig nahm sie das Leckerli aus meiner Hand und fraß es sofort auf. Ich gab ihr noch eins. Das bemerkte der große Kater und er kam laut fauchen angelaufen. Ich reagierte sofort und scheuchte den Kater weg. Der Mitarbeiter stellte sich daraufhin zwischen Kater und mir, so dass der nicht mehr angreifen konnte. Jedoch war er immer noch laut am Fauchen und Knurren.
Jetzt fing es auch noch an zu regnen! Der Mitarbeiter fragte ob er für mich einen Schirm holen solle, welches ich verneinte. Denn jedes Mal wenn der Mitarbeiter etwas sagte oder sich bewegte, zuckte die Katze zusammen und schaute ängstlich zu dem Mitarbeiter.
Die anderen Katzen verzogen sich in den von uns gebauten unterstand und legte sich dort hin. Nur der große Kater lief unruhig hin und her. Aber er blieb auf Abstand. Innerhalb von Minuten war ich auf dem Rücken durchnässt. Da die Katze sich immer sehr lang machte, wenn sie ein Leckerli nahm, traute ich mich nicht dies zu streicheln. Ich wollte die Katze hier und heute weg holen.
Ich hatte schon fast kein Leckerli mehr, da kam die Katze näher. Sie suchte Schutz unter meinem gebeugten Oberkörper vor dem Regen. Da traute ich mich sie zu streicheln. Sofort fing sie an zu schnurren. Das Eis war gebrochen. Ganz vorsichtig, ohne ihren verletzten Vorderlauf zu berühren, hob ich die Katze in meine Arme. Sie ließ das geschehen und ich konnte endlich meinen Oberkörper aus der unbequemen Lage aufrichten. Dann schob ich die Katze unter meine Jacke die vorne Trocken war. Auch das ließ die Katze zu. Ich stand auf, immer bereit die Katze sofort loszulassen wenn sie weg springen wollte. Sie machte aber keine Anstalten dazu, so ging ich langsam auf unseren Bulli zu. Als sie das merkte, fing sie stark an zu zittern. Also war das keine gute Idee mit dem Bulli zu fahren. Ich sagte dem Mitarbeiter, das er einen Regenschirm aufgespannt in einen Busch hängen solle und dann könne er schon zum Tierheim fahren. Ich käme zu Fuß nach. Der Mitarbeiter hängte einen Schirm an den Busch und fuhr davon. Ich ging zu dem Busch, nahm den Schirm und machte mich auf den weg. Den ganzen weg über schnurrte die Katze.
Als ich das Tierheim betrat schaute die Katze neugierig unter der Jacke hervor. Ich ging auf das Katzenhaus zu. Ich hoffte das sie nicht von meinem Arm springen würde. Das tat sie auch nicht. Nur neugierig schaute sie sich alles an. Ich betrat den Behandlungsraum in dem der Doc schon wartete. Langsam legte ich die Katze auf den Behandlungstisch und der Doc trat näher. Sofort duckte sich die Katze. Doch der Doc redete beruhigend auf die Katze ein und fing an diese zu streicheln. Dadurch beruhigte sich die Katze und der Doc konnte sie untersuchen. Er stellte fest, das das zugeschwollene Auge durch einen Tatzen hieb entstanden ist. Auch an der Vorderpfote hatte die Katze auf der Lauffläche der Pfote starke Kratzspuren. Dadurch konnte sie nicht auftreten.
Wir waren froh dass es nichts Schlimmeres war. Ich holte schnell etwas zu futtern für die Katze, welches sie auch mit Genuss fraß. Danach brachten wir die Katze, die der Tierarzt auf 13-15 Jahre schätzte, in den Seniorenraum. Dort waren noch 5 andere Katzen. Alle älter wie 10 Jahre. Ich hoffte, dass sie dort gut aufgenommen werde. Einer der dort befindlichen Kater kam, schnupperte an der Katze und leckte ihr vorsichtig über das Auge. Dann ging er zu seinem Liegeplatz und die Katze folgte ihm. Beide kuschelten sich eng zusammen und leckten sich gegenseitig. Der Kater hieß Baltasar und lebte schon seit 3 Jahren bei uns im Heim. Wir nannten die Katze Claudia. Beide waren seit dem ersten Zusammen treffen nicht mehr zu trennen.
Bei einer weiteren Untersuchung der Katze fand der Doc eine Tätowierung in einem Ohr. Nachforschungen ergaben, dass die Besitzerin leider verstorben war und die Katze eine Woche neben dem Frauchen ausgehalten hatte, bevor die Tote gefunden wurde. Dabei ist die Katze auch entwischt.
Ich habe mir durch meinen Einsatz eine starke Erkältung zugezogen und wurde 2 Wochen Krankgeschrieben.
Inzwischen waren zwei Monaten vergangen. Es war der 20. Dezember und ich saß mal wieder in meinem Büro als es an der Tür klopfte. Herein kam die alte Dame die uns damals auf die weiße Katze aufmerksam gemacht hatte.
Sie bat mich, ihr nochmals das mit der Pflegestelle zu erklären. Was ich natürlich gern machte.
Sie sagte dann, das sie und ihr Mann gerne einem Kätzchen ein zu Hause geben würden, aber andauernd eine neue Katze? Schließlich würde man sich doch schnell an die Katze gewöhnen.
Ich musste ihr Recht geben, wies aber auch auf ältere Katzen hin. Schließlich würden diese nicht so schnell vermittelt. Sie fragte dann, ob wir denn auch so alte Katzen haben. Natürlich bejahte ich dieses, wies aber darauf hin, dass es dann natürlich vorkommen würde, zwei Katzen zu nehmen. Schließlich freundeten sich so alte Katzen schnell mit gleichaltrigen an und diese Freundschaften zu trennen wäre unmenschlich. Was sie auch einsah.
Daraufhin gingen wir gemeinsam zum Katzenhaus. Dort angekommen fragte sie mich, was denn eigentlich aus der weißen Katze geworden ist, die sie damals im Wald gesehen hatte. Ich sagte nur: “Schauen sie mal da hin!“
Dort lagen Claudia und Baltasar schlafend in dem Korb. Die Frau freute sich ungemein, dass alles so gut ausgegangen war mit der Katze. Sie fragte ob sie denn die Katze haben dürfte. Klar sagte ich, aber nur mit dem Kater. Sie schaute mich an und sagte: „Dann nehme ich sie beide!“
Ich erklärte ihr, das ein Mitarbeiter noch ihre Wohnung auf Katzentauglichkeit prüfen müsse und dann natürlich schon einiges mitbringen würde, welches Katzen brauchen. Das wären Katzenkorb, Kratzbaum, Toiletten und einiges an Spielzeug.
Sie fragte dann noch, was denn ist, wenn die Wohnung nicht Katzentauglich ist. „Dann machen wir sie Katzentauglich“ antwortete ich. Die Frau freute sich riesig als sie das hörte. Wir verabredeten, dass am nächsten Tag ein Mitarbeiter vorbei kommt, und sich alles ansieht.
Ich ging zu meinem Büro zurück. Dort holte ich die Karteikarten der beiden Katzen hervor. Lange überlegte ich, was ich machen sollte. Dann nahm ich einen Schreibstift und schrieb auf beide Karten: “Zur Zeit nicht vermittelbar!“ Danach steckte ich die Karten wieder in den Kasten.
Am nächsten Tag fuhr unser Mitarbeiter zu dem Haus der Frau. Als er zurückkam, sagte er nur:“ Alles klar!“
Am 24 12. Wurden die beiden Katzen in eine große Transportbox gelockt und ich fuhr zusammen mit besagtem Mitarbeiter zu dem Haus in dem die Frau wohnte. Auf mein Klingeln öffnete die Frau die Tür und bat uns ins Wohnzimmer. Dort war auch ihr Mann. Ich stellte die Transportbox auf den Teppich und öffnete die Klappe. Vorsichtig schaute Baltasar aus der Box um sich dann wieder zurück zu ziehen. Ein kurzes Miauen war zu hören und dann kam zuerst Claudia aus der Box. Nach dem Motto :Ladys First! Auch Baltasar kam aus der Box. Neugierig erkundeten die beiden das Wohnzimmer. Dann kamen sie zu uns und beide schauten mich an. Ich sagte zu ihnen: „Das ist euer neues zu Hause!“ Daraufhin schauten sie die Frau und den Mann an und gingen langsam zu diesen. Die Frau hob Baltasar auf die Couch und Claudia sprang hinterher. Dann begrüßten sich die vier. Der Mann meinte: „Das ist das schönste Weihnachtsgeschenk seit Jahren! Danke!“
Kurz darauf verließen der Mitarbeiter und ich die Wohnung.
Wir fuhren wieder zum Tierheim, wo bald darauf unsere kleine Weihnachtsfeier stattfand.
 
  • Post aus Bayern Beitrag #78
Wieder eine total schöne Geschichte. Ich warte schon immer sehnsüchtig auf die Nächste, die sind alle so toll
 
  • Post aus Bayern Beitrag #79
Hallo liebe Leserinnen und Leser von Gerdas Geschichten,
bevor ich die nächste Geschichte hier veröffentliche, möchte ich etwas zu "Gerda" schreiben.
Mit 15 (1950) machte Gerda ein Praktikum in einem Tierheim.
Mit 16 machte Gerda ihre Ausbildung zum Tierpfleger die sie vorzeitig mit Auszeichnung beendete.
Gleich anschließend begann sie eine Ausbildung beim Tierarzt des Tierheim zur Tierarzt Helferin. Auch diese Ausbildung beendete sie vorzeitig mit Auszeichnung. Sie machte mehrere Weiterbildungen mit und durfte bald auch die Erstbehandlung ( Spritzen setzen, röntgen, usw.) von Notfällen machen.
Anschließend begann sie ihre Arbeit in dem Tierheim. Dieses Tierheim liegt irgendwo im deutsch sprachigem Raum Zu diesem Raum zählen neben Deutschland auch Österreich und große Teile der Schweiz. Böse Zungen behaupten auch, das Mallorca dazu gehört. Etliche Jahre später wurde sie Leiterin dieses Tierheims. Als Leiterin war sie über 25 Jahre tätig. In diesem Zeitraum fing sie auch an, Schicksale der Tiere in ihrem Tierheim auf zu schreiben. Auch aus ihren Erinnerungen schrieb sie Schicksale der Tiere nieder. Natürlich nicht nur Katzen Schicksale, sondern auch von Hunden. Leider musste sie vorzeitig in den Ruhestand treten. (Krankheit) Jedoch blieb sie ihrem Tierheim treu. Wann immer es nötig war, half sie in diesem Tierheim aus.
Als 2010 ihr Mann starb, zog sie in die Nähe ihrer Tochter nach Bayern. Auch dort half sie im Ortsansässigem Tierheim aus. Obwohl nun schon etliche Jahre im Unruhe Zustand wird sie gerne zu Fachtagungen eingeladen, die sie auch gerne mit macht. Dieses schreibe ich mit Genehmigung von Gerda weil es für die nächste Geschichte, die ich in ein paar tagen einstellen werde, von Bedeutung ist.

Gruß Helmut
 
  • Post aus Bayern Beitrag #80
Bitte Taschentücher bereit halten!

Mädchen, ike könnte dir Knutschen oder Hugo der Streuner

Wer von unserem Tierheim erzählt muss auch von Hugo erzählen.

Es ist zwar schon Frühling, aber die Sonne hat noch nicht die richtige Kraft um für Wärme zu sorgen.
Kurz nach dem Frühstück sitze ich in meinem neuen Büro und schaue zum Tor unseres Tierheim.
Ich bemerke dort einen Mann der immer wieder nach der Klinke des Tores greift, aber bevor das Tor sich öffnet, zieht er die Hand wieder zurück. Auch nach 15 Minuten war er noch da. Immer wieder griff er zum Türöffner, aber er schien sich nicht zu trauen.
Ich ging zum Tor um ihn zu fragen was er wollte. Als ich näher kam, sah ich, dass es bei diesem Mann sich wohl um einen Landstreicher handelte.
Ich fragte ob ich ihm helfen Könne. Und dann staunte ich. Denn er stellte sich zunächst vor.
Sei Name sei Hugo, sagte er und seine Katze sei krank. Er wäre schon bei drei Tierärzten gewesen, aber ohne Bezahlung wollten sie seiner Katze nicht helfen. Dann habe er von einem anderen Landstreicher gehört, der ihm von diesem Tierheim hier erzählte. Seinem Hund wurde damals geholfen. Nach zwei Tagen sei er nun hier angekommen.
Ich fragte ihn was denn seine Katze habe. Er erzählte seine Katze wäre immer am Husten, schien auch Fieber zu haben und ganz verklebte Augen. Er habe große Angst, dass seine Katze sterben müsse. Ich fragte, wo ist denn die Katze, denn ich sah keine. Er ging zu seinem Fahrrad und dann sah ich das arme Tier in einem Karton der auf dem Gepäckträger festgemacht war. Es lag unter einer Decke, nur der Kopf schaute hervor. Die Augen verklebt und sie war ganz schwer am Atmen.
Sofort sagte ich zu Hugo: „Kommen sie! Nehmen Sie ihr Fahrrad mit!“ Zusammen gingen wir zum Katzenhaus, wo wir auch einen Behandlungsraum haben. Dort angekommen nahm Hugo den Karton und ging mit mir zusammen ins Behandlungszimmer.
Dort angekommen bat ich eine Mitarbeiterin den Tierarzt zu verständigen. Da ich neben der Ausbildung zur Tierpflegerin auch eine Ausbildung zur Tierarzthelferin habe, untersuchte ich die Katze. Beim Abhören merkte ich, das sie entweder Asthma hatte oder etwas anderes mit ihrer Lunge nicht in Ordnung war. Zudem hatte sie Fieber. Ich verstand nicht, warum keiner der anderen Tierärzte diesem armen Tier geholfen hatte.
Aber hier werden wir helfen!
Die Mitarbeiterin betrat den Behandlungsraum und sagte dass der Tierarzt in ungefähr 30 Minuten da sei. Vorher ginge es nicht. Er sei gerade am Operieren.
Hugo, der Landstreicher, wollte etwas sagen. Aber er traute sich nicht. Da er ein bisschen streng roch, dachte ich mir schon was er wollte. Ich fragte ihn ob er Duschen wolle. Erstaunt sah er mich an. Er merkte, dass ich seine Gedanken erraten hatte. Dann willigte er zu. Ich zeigte ihm den Duschraum und er holte von seinem Rad sein Duschzeug. Nun war ich erstaunt, weil er so was besitzt.
Er sah mich nur an und ging wortlos zum Duschraum.
Hugo war gerade im Duschraum verschwunden als der Tierarzt hereinkam. Er hatte die Op durch seinen Sohn, der auch Tierarzt ist und mit in der Praxis arbeitet, machen lassen. Er wusste, dass wenn wir anrufen es immer dringend ist.
Zusammen betraten wir den Behandlungsraum wo noch immer die Katze in ihrem Karton lag. Schnell untersuchte der Tierarzt die Katze. Dann meinte er, er müsse die Katze mitnehmen in seine Praxis. Dort könne er ihr besser helfen. Es sieht aber schlecht aus, meinte er noch. Dann nahm er den Karton und ging schnell zu seinem Wagen um in seine Praxis zu fahren.
Während ich auf Hugo wartete, setzte ich Kaffee auf und machte ein paar Brötchen fertig.
Nach 20 Minuten betrat ein Mann den Raum, den ich zunächst nicht erkannte. Aber es war Hugo!
Er hatte geduscht und seinen 10 Tage Bart entfernt. Auch hatte er saubere Sachen angezogen.
Er fragte wo seine Katze ist und ich sagte ihm dass der Tierarzt schon da gewesen ist und sie sofort in seine Praxis mitgenommen habe. Aber sobald der Tierarzt fertig ist mit der Untersuchung und der Behandlung würde er sofort herkommen.
Hugo setzte sich an den Tisch und ich goss ihm eine Tasse Kaffee ein und reichte ihm die Brötchen.
Er meinte, dass er das schon lange nicht mehr gegessen und getrunken habe.
Dann erzählte er seine Geschichte:
„Vor acht Jahren war ich noch ein erfolgreicher Unternehmer. Hatte eine Frau, ein eigenes Haus, einen richtig guten Sportwagen und fuhr Jährlich zusammen mit meiner Frau auf die Bahamas in Urlaub. Dann verließ sie mich von heute auf morgen. Da bin ich angefangen zu Trinken. Habe mich nicht mehr um meinen Betrieb gekümmert. Nach einem Jahr war alles weg und ich saß auf der Straße. Außer einem Anzug und etwas Bekleidung habe ich nichts mehr gehabt. Das Fahrrad habe ich geschenkt bekommen. Seit dem lebe ich auf der Straße. Leider bekommt man nirgends einen Arbeitsplatz ohne feste Adresse. Und die habe ich nun mal nicht.“
Ich fragte ihn wie er zu der Katze gekommen ist.
„Eines Nachts, vor zwei Jahren, lag ich in einer etwas abseits gelegenen Scheune, ich hatte den Bauern vorher gefragt, unter meinem Schlafsack. Als ich etwas an meinen Beinen Bemerkte. Ich dachte an eine Ratte. Als ich jedoch nachschaute lag da Streuner. So hab ich die Katze genannt. Seitdem sind wir zusammen. Von dem Geld das ich bei den Ämtern bekomme, gebe ich einen großen Teil für das Futter von Streuner aus. Meistens reicht das Geld für 3 Wochen. Bei dem Bauern, wo Streuner mir zugelaufen ist, habe ich am nächsten Morgen vor der Scheune ein paar Konserven gefunden. Dadurch war ich in der Lage mehr Futter für Streuner zu Kaufen. Mit den Konserven bin ich fast zwei Wochen ausgekommen! Dann wurde Streuner vor drei Tagen so Krank. Seitdem habe ich kaum geschlafen. Bin von einem Tierarzt zum anderen gegangen. Aber alle wollten Geld sehen. Nur das habe ich nicht. Bis ich Alex, ein Bekannter, getroffen habe. Der sagte mir, das hier im Tierheim keiner abgewiesen wird der mit einem kranken Tier ankommt und um Hilfe bittet. Seit zwei Tagen bin ich nun nach hier unterwegs gewesen. In der Zeit habe ich kaum geschlafen. Nur immer Laufen, Laufen. Denn mein Rad ist kaputt, ich kann damit nicht mehr fahren. Aber meinen Besitz und Streuner konnte ich darauf transportieren. Ja, und nun bin ich hier!“
Als er so erzählte war ich mehrmals den Tränen nah. Ein verwegener Gedanke kam mir. Den beiden muss geholfen werden.
Ich meinte noch: „Zwei Streuner haben sich getroffen!“
Beide waren wir noch am Lachen als der Tierarzt den Raum betrat.
Sofort wollte Hugo wissen was denn mit seinem Streuner ist. Der Tierarzt meinte: „Schwere Lungen Entzündung. Wasser in der Brust. Auf beiden Augen eine Bindehaut Entzündung. Die Katze muss mindestens zwei Wochen bei mir in der Krankenstation bleiben.“
Hugo stand auf und meinte:“ Kümmern Sie sich bitte um Streuner und vermitteln ihn gut in eine liebevolle Familie.“
Als er das sagte, standen ihm Tränen in den Augen. Schnell drehte er sich um und wollte den Raum verlassen.
„Stop, Hugo“ sagte ich „wo wollen sie denn hin?“
„Gehen“ sagte Hugo „ vermitteln Sie das kleine Kätzchen. Dann bekommen Sie wenigstens etwas Geld für die Behandlung zurück. Ich habe nichts um das alles zu bezahlen!“
„Doch, Sie haben etwas, womit Sie bezahlen können!“ sagte ich.
Hugo sah mich erstaunt an und sagte: „Was denn? Vielleicht mein kaputtes Rad, oder meinen Anzug, den ich immer noch habe?“
„Nein“ sagte ich „nichts Materielles. Sondern die Liebe zu Ihrem Streuner. Darum bleiben Sie hier!“
Und dann erklärte ich ihm, dass er für die Behandlung seines Streuners hier im Tierheim arbeiten könne. Unterkunft könne er hier im Tierheim haben und Essen würde er auch bekommen. Hugo war einverstanden und ich zeigte ihm dann im Beisein des Tierarzt wo er Schlafen könnte. Am nächsten Tag könne er dann anfangen. Jetzt solle er erst mal seinen Streuner besuchen gehen. Nachdem der Tierarzt ihm erklärt hatte wohin er gehen solle, machte sich Hugo sofort auf den Weg.
Ich erklärte, nachdem Hugo weg war, dem Tierarzt erst mal was ich vorhatte. Der Tierarzt war begeistert von meinem Plan. Er wolle mich dabei auf jeden Fall unterstützen.
So blieb Hugo erst mal bei uns und befreite das Tierheim-Gelände von den Spuren des letzten Winters.
Auch den Garten des Tierarzt bearbeitete er. Zweimal half er auch in der Praxis beim Tierarzt aus.
Irgendwann in den zwei Wochen erfuhren wir dass Hugo früher einen eigenen Landschaftsbau Betrieb hatte. Er war Gärtnermeister!
Nach zwei Wochen kam Streuner aus der Praxis zurück in das Tierheim. Er war zwar über dem Berg aber noch nicht ganz bei Kräften. Somit kam er dann auf unsere Krankenstation hier im Tierheim.
Weitere 2 Wochen später war Streuner dann wieder ganz Fit und er konnte die Krankenstation verlassen.
Während der ganzen 4 Wochen war Hugo jeden Tag für ein paar Stunden bei seiner Katze.
Da Streuner nun wieder gesund war, trafen Hugo, der Tierarzt und ich uns in meinem Büro.
Dort fragte ich Hugo ob er eine feste Wohnadresse haben wolle. Er meinte natürlich „Ja“.
Ich erklärte ihm daraufhin was der Tierarzt und ich uns überlegt hatten. Hugo bekäme hier im Tierheim eine Halbtags Anstellung, mehr sei nicht drin, und beim Tierarzt ebenfalls eine Halbtags Anstellung. Hier im Tierheim müsste er sich um das Gelände des Tierheim kümmern und beim Tierarzt würde er in Tierpflege eingewiesen, so dass er in naher Zukunft die Krankenstation hier im Tierheim übernehmen könne. Streuner könne dann immer wenn er Arbeitete hier im Tierheim sein.
Hugo war sofort einverstanden damit. Dann sagte er einen Satz den ich nie vergessen werde:
„Mädchen, ike könnte dir knutschen!“
Und so blieb Hugo bei uns. Schon bald bezog er eine eigene kleine Wohnung in unserer Nähe. Nach Feierabend nahm er dann immer Streuner mit nach Hause und brachte ihn morgens wieder mit. Nie hat er einen Tropfen Alkohol getrunken. Auch nicht bei irgendeiner Feier die hier im Tierheim war. Er sagte immer, dass er in dem einem Jahr als er alles verloren habe, für die nächsten hundert Jahre genug getrunken habe.
Hugo übernahm bald die Krankenstation bei uns im Tierheim und er wurde vom Tierarzt ganztags eingestellt. Trotzdem kümmerte er sich weiter um das Tierheim Gelände.
Fünf Jahre später starb Streuner und Hugo begrub ihn auf unserem kleinen Tierfriedhof, den er angelegt hatte. Auch Streuner bekam einen Gedenkstein. Dann errichtete Hugo eine kleine Mauer um unseren Tierfriedhof.
Hugo wollte keine andere Katze. Er sagte immer: „Ich habe hier genug Katzen. Zuhause brauche ich keine.“
Während Hugo Urlaub hatte, fuhr er nur einmal weg zu seiner Schwester nach Berlin. Ansonsten verbrachte er seinen Urlaub in seiner neuen Heimatstadt.
7Jahre später erkrankte Hugo sehr schwer, so das er seine Arbeit nicht mehr machen konnte. Alle Mitarbeiter einschließlich Tierarzt und mir besuchten ihn des Öfteren im Krankenhaus. Immer war Hugo gut drauf. Obwohl es ihm sehr schlecht ging. Dann kam noch ein Schlaganfall dazu, der ihn an den Rollstuhl fesselte. Doch Hugo gab nicht auf. Fast jeden Tag kam er mit seinem Rollstuhl zu uns ins Tierheim.
Wir fingen an Geld zu sammeln. Auch während der Besuchstage baten wir um Spenden für Hugo. Schon bald konnten wir für Hugo einen gut gebrauchten Elektro- Rollstuhl kaufen. Somit hatte Hugo es leichter uns zu besuchen. Den mit seinem normalen Rollstuhl war es doch ein schweres Stück Arbeit immer zu uns zu kommen.
2 Jahre später verstarb Hugo. Bei seiner Beerdigung waren alle Leute aus dem Tierheim anwesend. Aber auch einige Landstreicher waren da. Die Kosten für die Beerdigung übernahm der Tierarzt. Auch der Gedenkstein wurde von ihm bezahlt.
Zwei Wochen nach der Bestattung lag ein Brief von einer Anwaltskanzlei aus Berlin in der Post. Darin wurde gebeten am übernächsten Freitag eine Versammlung der Belegschaft des Tierheim einzuberufen. Auch der Tierarzt sollte dabei sein.
Einen Tag bevor die Versammlung stattfinden sollte trafen wir uns, soweit abkömmlich, auf unserem Kleinen Tierfriedhof. In einer kleinen Feierstunde wollten wir eine Gedenktafel für Hugo an der Mauer befestigen. Auch sollte der Tierfriedhof nach Hugo benannt werden.
Die kleine Feierstunde war kurz vor ihrem Ende, als ich eine elegant angezogene Frau am Eingang zum Tierfriedhof bemerkte. Da ich in ein paar Minuten eine kleine Rede halten sollte, machte ich den Tierarzt auf die Frau aufmerksam. Er meinte nur: „Die steht da schon seit 10 Minuten. Soll warten!“
Nach dem Ende der kleinen Feierstunde ging ich zu der Frau. Sie stellte sich vor und sagte das sie die Anwältin sei die sich angesagt hatte. Ich sagte dass die Versammlung doch erst für morgen angesagt ist. Daraufhin sagte sie:“ Mein Bruder hat so von Ihrem Tierheim geschwärmt, da wollte ich mir erst mal selbst ein Bild machen. Er hatte recht mit allem was er sagte. Ich bin ehrlich gesagt überrascht was ich hier vorfinde. Damit hatte ich nie und nimmer gerechnet!“ Sie schwärmte dann noch davon, dass das Außengelände des Tierheim seine Handschrift trägt. Wie in seinen besten Tagen als er noch seinen Betrieb hatte. Wir unterhielten uns noch fast 2 Stunden und auch der Tierarzt kam dazu. Als sie ging meinte sie noch: „Nie hätte Hugo damit gerechnet, das einmal ein Friedhof, wenn auch für Tiere, nach ihm benannt würde. Auch das er eine Gedenktafel bekommt hat sogar mich überrascht.“
Mit keinem Wort erwähnte sie, was bei der Versammlung morgen geschehen sollte. Dann ging sie und fuhr zu ihrem Hotel.
Am Freitagnachmittag war die ganze Belegschaft des Tierheim im großen Raum versammelt. Hugos Schwester war Anwältin und stellte sich zunächst vor. Sie erwähnte, dass sie das Testament von Hugo habe, ein Schreiben an die Belegschaft und ein Schreiben das an mich und den Tierarzt gerichtet ist.
Das Testament wurde am Todestag von Hugo verfasst. Geschrieben hatte es eine Krankenschwester, da Hugo das nicht mehr konnte. Als Zeugen hatte eine weitere Krankenschwester, sowie eine Schwester Oberin und der Oberarzt des KH unterschrieben.
Aus dem Testament, welches die Anwältin verlas, ging hervor das Hugo uns seine gesamten Ersparnisse die er in den 14 Jahren die er hier bei uns im Tierheim war, hinterließ. Immerhin 17834,27 DM.
Wörtlich stand in dem Testament: „ Meine Ersparnisse sind für das Tierheim. Speziell für die Krankenstation. Hiermit sollen die vierbeinigen Streuner die mit ihren zweibeinigen Streunern zum Tierheim kommen geholfen werden.“ Des Weiteren hieß es, dass sein Mobiliar an bedürftige Personen verteilt werden solle. Spontan brandete Beifall auf. Alle waren begeistert. Danach verlas die Anwältin den Brief an die Belegschaft. Hugo wollte es so. Aus dem Schreiben ging hervor, das sich Hugo hier im Tierheim sehr wohl gefühlt hat. Er bedankte sich mehrmals bei allen für ihre Freundlichkeit als er hier anfing. Er habe unter allen Beschäftigten nur Freunde gefunden. Auch bedankte er sich dafür, das, nachdem er im Rollstuhl saß und er wie so oft hier im Tierheim war, ihm immer irgendeiner seiner Freunde nach Hause gebracht habe.
(Dieser Brief wurde später in einem Rahmen hier im großen Raum aufgehängt.)
Dann verlas die Anwältin den Brief an mich und den Tierarzt.
„Liebe Gerda,
lieber Hubert,
wenn dieser Brief von meiner Schwester verlesen wird, sitze ich schon zusammen mit meinem Kater Streuner im Regenbogenland. Beide werden wir auf euer Tierheim heruntersehen und von der guten Zeit bei euch erzählen.
Es heißt zwar immer Ladys First, jedoch möchte ich zunächst meine Worte an dich mein Freund Hubert richten. Vor meiner Zeit hier im Tierheim musstest du 3 bis 4 Streuner im Jahr, die hier ins Tierheim kamen, behandeln. In den 14 Jahren die ich in unserem Tierheim war, sind es über 200 gewesen. Das ist meine Schuld. Nachdem Streuner gestorben war, bin ich oft nach Feierabend zu den Plätzen gegangen an dem sich die zweibeinigen Streuner getroffen haben. Schließlich kenne ich die Plätze ja. Dort habe ich immer von unserem Tierheim erzählt. Daher die vielen Besuche. Ich möchte mich, auch im Namen meiner Streuner Kollegen, bei dir bedanken.
Liebe Gerda, ich bin dir unendlich Dankbar was du für Streuner und für mich getan hast. Bei euch im Tierheim habe ich die schönsten 14 Jahre meines Lebens verbracht. Du, aber auch alle anderen, hast mich nie als Landstreicher gesehen. Du nanntest mich Streuner. Auch meine Kollegen von der Straße waren für dich Streuner. Immer habt ihr mich unterstützt. Besonders du Gerda. Sei es das du mir eine Anstellung besorgt hast, oder meine Wohnung. Alles ging von dir aus! Auch als Streuner starb hast du mir beigestanden. Du hast mir vom Regenbogenland erzählt. Wie schön es dort ist, das keiner der dort lebt, leiden muss. Ich habe es dir geglaubt und mich damit getröstet. Auch jetzt, so kurz vor meinem Gang über die Regenbogenbrücke, glaube ich ganz fest daran das Streuner mich an der Brücke abholt und wir beide wieder vereint sein werden. Auch hast du dafür gesorgt das ich wieder mit meiner Schwester in Kontakt trete. Als ich sie besuchte, bin ich auch dort zu diversen Plätzen gegangen und hab mich mit meinen Streuner Kollegen unterhalten. Auch dort hab ich von deinem Tierheim erzählt. Ich weiß, irgendwann in ferner Zukunft sehen wir uns wieder. Vielen, vielen Dank an dich Gerda und all die anderen.
Mädchen, ike könnte dir Knutschen!“

(Diesen Brief habe ich zuhause bei mir im Wohnzimmer in einem Bilderrahmen aufgehängt)

Nachdem die Anwältin den Brief verlesen hatte, war es minutenlang still in dem Raum. Dann standen alle auf und Beifall brandete auf. Damit war die Versammlung beendet und alle gingen wieder an ihre Arbeit oder fuhren nach Hause. Der Tierarzt, die Anwältin und ich saßen noch mehrere Stunden zusammen, bis auch wir nach Hause bzw. ins Hotel fuhren.
 
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