Also die Gedanken habe ich mir im Vorfeld natürlich auch gemacht, deswegen habe ich ja auch Marie als Pflegekatze zu mir geholt. Und dadurch das Marie durch ihr
Leukose lange krank war und immer noch ist, konnte ich auch sehr gut schauen, wie es in schwierigen Situationen für mich verkraftbar ist.
Bezüglich dem schreiend aufwachen: Ich weiß gerade nicht mehr genau was ich geschrieben habe, vielleicht habe ich mich falsch ausgedrückt, es ist gerade alles nicht einfach für mich: Das schreiend aufwachend tritt in der Regel in zwei Situationen auf:
1) Ich habe so viel Stress das ich es tagsüber nicht verarbeiten kann, den hatte ich das letzte mal weil ich körperlich angeschlagen war durch eine Grippe und ich Doppelbelastung psychisch krank/physisch krank nicht ausgehalten habe. Ich hatte zu der Zeit auch Fieber, es waren also auch starke Fieberträume verbunden mit Orientierungslosigkeit beim Aufwachen.
2) Ich unterdrücke den Stress tagsüber oder komme nicht zur Ruhe. Dies ist aktuell in der Wg der Fall, da ich mich hier nicht mal in meinem eigenen Zimmer wohlfühle, das würde sich aber in der neuen Wohnung ja legen, da ich dann endlich einen richtigen Rückzugsort hätte.
Marie kommt mit meinen Anfällen super klar, manchmal kommt sie und guckt was los ist, ab und zu kuschelt sie dann auch. Meistens guckt sie mich aber nur mit großen Augen an und schläft nach kurzer Zeit einfach weiter. Marie wird sogar beim Tierarzt immer gelobt was für eine toll gepflegte Katze sie ist und das sie ganz ausgeglichen und stressfrei wirkt (zumindest bis die Untersuchung los geht^^).
Natürlich sollen die Katzen auch ein bisschen therapeutischen Zweck haben, bisher haben mir sogar fast alle Ärzte und Psychologen die Haltung eines Haustieres empfohlen. Bei mir besteht aufgrund der Spezifik meiner Krankheit keinerlei Gefahr, die Tiere zu vernachlässigen. Wie ich an anderer Stelle bereits beschrieben habe, geht es bei meiner Krankheit um Angst und Vermeidung in Bezug auf Situationen, in denen ich Fehler machen oder Schwäche zeigen könnte. Da die Vernachlässigung meiner Verantworrtung einer der größten Fehler überhaupt wäre, schützt in dem Falle die Krankheit selbst mich sogar davor, dies zu tun. Damit es soweit kommt, dass ich die Miezis nicht versorge, müsste ich schon einen kompletten Nervenzusammenbruch haben und soweit ist es in 12 Jahren bisher noch nie gekommen. Ich will aber auch ohne Krankheit Haustiere haben, die Krankheit dient aber als Ausrede für Stipendium und Familie, die finden es dämlich Katzen als Studentin zu halten^^
Außerdem gibt es einen Vorteil, der dazu beiträgt, dass sich meine Situation durch die Katzen extrem bessern würde: Es gibt drei Themen bzw. themenbezogene Situationen in denen ICH die Macht über meine Krankheit habe: Katzen, Musik und kleine Kinder. Das heißt wenn es um Katzen geht ist meine Angst bzw. die Kontrolle der Angst über meinen Körper wesentlich geringer als wenn es z.B. um die Angst vor dem Umzug geht. Deswegen ist es ja auch so wichtig, dass die Katzen mit mir einziehen: Durch ihre Anwesenheit habe ich mehr Kontrolle über meinen Körper und mich selbst und die Angst ist per se nicht so stark.
Ihr seht also, insgesamt dient der Einzug der Katzen am 12. Juli auch dafür, dass ich von Anfang an in der neuen Wohnung weniger Stress und Angst habe, was ja eben auch den Katzen zugute kommt. Außerdem, ist allein durch die Struktur der Krankheit und die bloße Anwesenheit der Katzen eine extreme Symptomatik, wie sie im Moment TEILWEISE vorliegt, nahezu ausgeschlossen.
Meine vorherigen Haustiere (zwei Kaninchen) hat es übrigens auch nicht negativ beeinflusst

Eins von den beiden war selbst ein Angstkaninchen und dem konnte ich sogar genug Stabilität geben, dass sie sich manchmal sogar hat anfassen lassen und damals war die Situation ähnlich schlimm wie heute.
Was ich aber auch zugebe: Maries Krankheit belastet mich stark und ich gebe zu, ich weiß nicht ob ich das über Jahre durchhalten würde. Das weiß man aber im Voraus nie, solange die Situation nicht da ist. Aktuell denke ich nicht, dass ich genau jetzt in der Lage wäre, Marie ein gutes Zuhause geben, weil mich das WISSEN um die
Leukose zu sehr belastet, nicht die Pflege, das Wissen darum. Deshalb (und auch wegen der erhöhten Kosten) habe ich mich vorerst dagegen entschieden, offensichtlich todkranke Katzen bei mir aufzunehmen. Würde jetzt eines der beiden Kitten krank werden, würde ich mich natürlich genauso darum kümmern wie um Marie jetzt. Ich würde es keineswegs abgeben. Es geht mir hier aber nicht um die Tatsache DAS die Katze chronisch krank ist, sondern um das Wissen darum. Ich möchte mich aktuell nur nicht "sehenden Auges" auf die Pflege und Kosten todkranker Katzen. Hoffe das ist verständlich geschrieben, ich weiß nicht wie ich es sonst ausdrücken soll.