Meine 5 Cents: Ich arbeite ja nur mit scheuen Katzen, normalerweise nehme ich nur die erwachsenen Scheumietzen, aber es kommt eben doch immer mal wieder anders und dann habe ich winzige Fauchispuckis bei mir sitzen oder wie jetzt aktuell gerade ne Scheumietz, die ihre Kitten bei mir geworfen hat.
Es klappt nicht bei jeder Mamakatze, aber es ist absolut und durchaus möglich auch bei einer scheuen Mamakatze die Kleinen so zu händeln, dass sie von Anfang an zahm sind - meine 3 Minis kommen sofort angeflitzt wenn sie mich sehen und lassen Mama dafür links liegen. Sie alle bereits reserviert und ein Pärchen geht auch zu einer Familie mit Kind - die Familie war da und das Kind hat munter mit den Kleinen gespielt - keine Berührungsängste von irgendeiner Seite. Also nicht jede scheue Mamakatze hat auch zwangsläufige dann scheue Kitten, das kann von der Pflegestelle durchaus beeinflusst werden.
Und was die kleinen draußen eingefangenen Fauchispuckis betrifft: auch diese sind dann nach Zähmung durchaus kindertauglich - kommt auch da natürlich auf den Einzelfall an, aber pauschal zu sagen, dass kleine Scheumietzen nicht kindertauglich sind ist ein Fehldenken. Ich mache das mit den Scheumietzen jetzt seit über 10 Jahren und mein (jetzt großer) Sohn ist damit aufgewachsen. Wenn ich die Kleinen soweit angezähmt hatte, hab ich sie mit Vorliebe bei ihm ins Kinderzimmer gesetzt. Dort haben sie sich anfangs natürlich verkrochen, aber es dauert nie lang und sie waren bei ihm im Bett zu finden und kuschelten Nachts mit ihm - und daraufhin dauert es auch nicht lang und sie tobten dann auch tagsüber im Zimmer herum und kickten sein Spielzeug durch die Gegend. Diese Kitten sind dann oft in Familien mit Kindern gezogen. Auch erwachsene Scheumietzen und Kinder sind kein No-Go - auch hier kommt es auf den Einzelfall an. Ich habe Familien bei mir zu Besuch gehabt, wo das Kind stundenlang bei dem Scheumietz saß, während die erwachsenen etwas ratlos rumstanden - und das Scheumietz kam vor und zeigte Interesse und nach dem Umzug lag es zuerst imBett der Kinder, bevor es die Couch enterte. Kinder haben oft zu Tieren einen ganz anderen Zugang, sind noch nicht so verkopft und machen viel aus dem Bauch raus - und sind damit genau auf der Wellenlänge der Scheumietzen.
Und auch die Scheumietzen haben irgendwie da von sich aus einen anderen Draht zu - den krassesten Fall den ich hatte war, dass ich ein Katerchen der extrem scheu und traumatisiert war und sich auch nicht zähmen ließ, da eben traumatisiert durchs Greifen an eine junge Frau vermittelt hab. Sie konnte ihn auch nicht anfassen, nichts. Einige Zeit später stellte sich heraus, dass sie ungeplant schwanger war - und zwar schon sehr weit. Sie geriet in Panik, was mit dem Katerchen und dem Baby wird und ich riet ihr einfach abzuwarten - ich hatte da so ein Bauchgefühl.... Und was soll ich sagen: das Katerchen liebte das Baby vom ersten Moment an, schlief mit ihm in der Wiege, bewachte es regelrecht, das Baby durfte alles mit ihm machen. Leider war das Katerchen sehr krank und verstarb dann einige Monate später, aber diese Zeit hat es in inniger Gesellschaft mit dem Baby verbracht.
Deshalb mein Statement dazu: Wenn IHR euch kein Scheumietz zutraut, dann ist das ok, aber Kinder bzw. Familie ist kein Grund ein Scheumietz bzw. ein Kitten einer Scheumietz prinzipiell auszuschließen.